Symbolpolitik

SPON beklagt sich darüber, dass das Steinkohlekraftwerk Datteln 4 in Kraft geht. Das sei das falsche Symbol.

Die Hintergründe: Datteln 4 ist geplant worden als Ersatz für drei ältere Kohlekraftwerke, die von Uniper (damals E.ON) zur Stilllegung bei der Bundesnetzagentur angemeldet wurden. Als wegen einer Klage der Bebauungsplan für den Standort für ungültig erklärt wurde und damit die auf dem Bebauungsplan basierende Genehmigung ungültig wurde, hat Uniper beantragt, die alten Kraftwerke weiter laufen zu lassen. Dies wurde im ersten Moment verweigert. Da aber die Kraftwerke nicht nur 50Hz-Strom für das öffentliche Netz, sondern auch 16Hz-Strom für das Bahnnetz liefern, wäre es zu Problemen beim Betrieb des Eisenbahnverkehrs im Ruhrgebiet gekommen. Also laufen die drei alten Kraftwerke weiter.

Was würde passieren, wenn Datteln 4 nicht in Betrieb geht? Die Kosten für Datteln 4 dürften in der Größe von ca. 2 Mrd. Euro liegen. Uniper würde entsprechende Entschädigungen verlangen. Auf den Stromverbrauch dürfte die Entscheidung keinen Einfluss haben. Der Strom würde also weiter von den älteren Kraftwerken erzeugt mit der Folge, dass mehr CO2 emittiert wird.

Also entweder falsches Symbol zu hohen Kosten mit viel CO2 oder richtiges Symbol mit hohen Kosten und mehr CO2.

Wäre die Entscheidung anders gefallen, hätte es vermutlich einen Kommentar mit dem Vorwurf verfehlter Symbolpolitik geworden.   

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