Steuerungsproblem

Nach der klassischen Theorie des Staates hat der Staat die Aufgabe sich um die öffentlichen Güter (z.B. Infrastruktur, aber auch Sicherheit) zu kümmern. Ausserdem schützt er das Privateigentum.

Für ersteres braucht er Geld und dafür wurden die Steuern erfunden. Heute ist es hauptsächlich die Einkommenssteuer, die das Geld bringt. Die Einkommenssteuer ist eine verhältnismässig neue Steuer. Früher wurden z. B. Häuserbreiten besteuert. In den Niederlanden sind bis heute Gardinen weniger verbreitet, weil die angeblich früher besteuert wurden.

Steuern können aber auch zum Steuern benutzt werden und dies wird heute immer häufiger verlangt.

Wenn man besonders intelligent erscheinen will, dann sieht man vor, dass die neue Steuer keine Mehrkosten verursacht, weil eine andere Steuer erniedrigt wird. Es geht ja um das Steuern des Verhaltens und nicht darum, den «Leuten das Geld aus der Tasche zu ziehen».

Nehmen wir an das Produkt A wird besteuert und das Produkt B wird nicht besteuert. Die Menschen sollen aber möglichst nicht das Produkt B verbrauchen. Also erheben wir eine saftige Steuer (sonst wirkt es ja nicht) auf das Produkt B. Damit es keinen Aufschrei gibt, wird die Steuer auf das Produkt A abgeschafft.

Und siehe da: es wirkt. Ein voller Erfolg: Produkt B wird praktisch nicht mehr nachgefragt.

Nur jetzt kommt der Störenfried Finanzminister und beschwert sich, dass er jetzt weder Steuern auf das Produkt A noch auf das Produkt B bekommt. Nun dann führen wir eben die Steuer auf Produkt A wieder ein, aber dann ist das Geschrei gross.

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