Windige Zinsen

Ich habe mal “Windenergie Rendite” gegoogelt und bin auf einer Seite gelandet, die eine Verzinsung von 12% bei 2 Jahren Laufzeit verspricht.

Dann folgt dieser schöne Satz:

«Gerade während der Zeit von der Projektierung bis zur Fertigstellung des Windparks werden wesentlich höhere Gewinne als während des eigentlichen stromproduzierenden Betriebs erzielt. Auch daher ist der Ausstieg nach Beendigung der Bauphase interessant.»

Warum zahlt jemand in einer Niedrigzinsphase 12% Zinsen? Woher kommt der Gewinn in einer Zeit, wo nichts produziert wird, sondern nur investiert wird? Ist keine Bank bereit dieses Projekt zu finanzieren?

Wird hier jemand über den Tisch gezogen?

Der zweite Schritt

Mein Vater hat mir mal gesagt, dass ich immer an den zweiten Schritt denken solle, denn der erste Schritt sei einfach. Danach wird es immer schwieriger.

Wenn man mit dem Laufen beginnt, macht man am Anfang riesige Fortschritte. Aber je besser man wird, desto größer wird der Aufwand um besser zu werden. Das gleiche gilt auf für das Musizieren.

Auch in der Technik findet man dieses Verhalten. Je mehr man den Wirkungsgrad einer Anlage verbessern will, desto größer wird der Aufwand.

Dies ist ein allgemeines Phänomen.

Wenn man jetzt aber nicht einen einzelnen Prozess optimieren will, sondern die Summe mehrerer paralleler Prozesse? Nehmen wir als Beispiel eine Laufstaffel. Es macht keinen Sinn, wenn der Läufer, der bereits am meisten trainiert, sein Training steigert. Der Läufer, der bisher am wenigsten trainiert, muss sein Pensum steigern, weil bei ihm der größte Erfolg zu erwarten ist.

Was bedeutet, dass für die CO2-Emissionen? Eine Reduktion von 100% auf 90% ist in den meisten Fällen billig und einfach zu haben. Die Reduktion auf 0% ist wahrscheinlich kaum möglich und wenn ja, dann extrem teuer.

Man sollte also dort anfangen, wo mit dem geringsten Aufwand der größte Effekt erzielt werden kann.

Alle Länder sollten in etwa parallel arbeiten. Wenn ein Land als Vorreiter demonstriert, dass die CO2-Reduktion immer teurer wird oder am Ende fast unbezahlbar wird, ist das eine Verschwendung von Ressourcen, die besser an anderer Stelle eingesetzt werden.

Ingenieuren ist das alles bekannt. Den Akteuren der Energiewende wohl kaum.

33mal Weltrekord

Shell und ITM Power errichten die weltgrößte Anlage zur Elektrolyse von Wasserstoff (https://www.shell.de/medien/shell-presseinformationen/2018/weltweit-groe%C3%9Fte-wasserstoff-elektrolyse-anlage-rheinland.html).

Die Anlage hat eine elektrische Anschlussleistung von 10 MW. Sie wird in einer Raffinerie errichtet und deckt künftig 0,7% des Wasserstoffbedarfes der Raffinerie.

Die Bundesregierung hat einen Ideenwettbewerb ausgeschrieben «Reallabore der Energiewende».

Die 20 Gewinner findet man hier: https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Downloads/P-R/reallabore-der-energiewende-gewinner-ideenwettbewerb-steckbriefe.pdf?__blob=publicationFile&v=9

8 von 20 Ideen sind die Erzeugung von Wasserstoff durch Elektrolyse. Insgesamt wurden Elektrolyseure mit einer Anschlussleistung von 329,5 MW vorgeschlagen.

Wenn man den gesamten Wasserstoffbedarfs Deutschlands durch Elektrolyse erzeugen wollte, bräuchte man Anlagen mit einer kontinuierlichen Leistung von 13’000 MW. Die pro Jahr benötigte Energie wäre ca. 110 TWh. Dies entspricht in etwa der jetzigen Produktion aus Windenergie.

Dummerweise ist der Wasserstoff aus regenerativen Quellen dreimal so teuer wie Wasserstoff aus Erdgas.  

Bangemachen gilt nicht!

Die R+V-Versicherung lässt jedes Jahr die Menschen in Deutschland befragen, wovor sie Angst haben.

Die letzte Befragung zeigt, dass die Menschen zurzeit relativ wenig Angst haben. Am erstaunlichsten ist jedoch, dass Angst vor dem Klimawandel und Wetterextremen erst am Ende der Liste auftaucht.

Wenn man den Medien glaubt, ist der Klimawandel das grösste Problem der Zeit und alle anderen Probleme sind dabei zu vernachlässigen. Ca. 60% der Menschen in Deutschland haben aber keine Angst vor dem Klimawandel. Greta Thunberg hat jeden Tag Angst und möchte, dass wir panische Angst bekommen.

Der Kommentar in der Regionalpresse war heute, dass die Menschen noch nicht genug über die Gefahren des Klimawandels aufgeklärt sind. Wie ist das möglich? Man hört und liest doch überall vom Klimawandel, selbst in der Philosophievorlesung wird er erwähnt. Professoren schreiben in der Zeitung, dass die Existenz der Menschheit durch den Klimawandel gefährdet ist und 60% haben keine Angst.

Vielleicht liegt es eher daran, dass die Warner etwas übertrieben haben? In den 80er Jahren hiess es, dass es im Jahr 2000 keinen Schnee mehr in den Alpen geben würde. Nach dem warmen Sommer 2003 hiess es, dass solchen warmen Sommer jetzt häufiger kommen. In den nächsten 15 Jahren kamen sie aber nicht.

Greta Thunberg prophezeit die Apokalypse, aber die Leute können es nicht mehr hören.

Den Zeugen Jehovas glaubt auch keiner, dass die Welt bald untergeht.

Enttäuschend

Auf SPON erschien gerade ein Gastbeitrag von Stefan Rahmstorf mit dem verheissungsvollen Titel: «Die Menschheit verliert die Kontrolle über den Zustand der Erde».

Ob die Menschheit jemals die Kontrolle über den Zustand der Erde hatte oder ob das nur eine Idee von Leuten wie Napoleon oder Hitler war, lassen wir mal beiseite.

Er beginnt damit, dass die Klimaforscher schon seit 50 Jahren warnen. In meiner alten Firma nannte man das einen «cover my ass letter». Leute, die immer gleich rufen, dass sie schon immer dagegen waren und daher keine Verantwortung tragen, sind nutzlos, weil sie nichts zur Lösung des Problems beitragen.

Es folgt kein einziger Vorschlag zur Lösung des Problems. Dass man kein CO2 mehr emittieren soll, ist ein Ziel aber kein Lösungsvorschlag.

Dann versucht er noch ein bisschen Angst zu machen mit einem Anstieg des Meeresspiegels um 3 m, wenn die Antarktis abschmilzt. Damit aber keiner in 20 Jahren sagen, dass er sich geirrt hat, veranschlagt er 1000 oder auch 2000 Jahre für den Abschmelzprozess.

Wenn das Meer 1000 Jahre braucht, um 3m zu steigen, dann müssen wir die Deiche jedes Jahr um 3mm (Millimeter!) oder alle 100 Jahre um 30 cm erhöhen. Das kriegen die Friesen hin, keine Sorge. Falls nicht werde ich unser Haus (4m über dem Meeresspiegel) im Jahr 3019 verkaufen, bevor die Preise fallen.

Ich frage mich, wie wir den Meeresspiegel konstant gehalten haben, als wir noch Kontrolle über den Zustand der Erde hatten.

Herr Rahmstorf ist gerade auf einer Konferenz in Sidney. Ob er da hingesegelt ist?

…, zweitens als man denkt.

Beim Aufräumen der Festplatte habe ich eine interessante Veröffentlichung von Jochem Marotzke wiedergefunden mit dem Titel «Quantifying the irreducible uncertainty in near-term climate projections».

Es geht um ein Gedankenexperiment. Er versetzt sich in das Jahr 2035 und schaut zurück auf die Entwicklung des Klimas.  Er nimmt an, dass ab 2020 alle Staaten ihre Verpflichtungen aus dem Pariser Klimaabkommen erfüllen und ihre CO2-Emissionen reduziert haben. Kann man dann diese Reduktion z. B. in der Temperaturentwicklung durch einen abnehmenden Gradienten sehen? Seine Schlussfolgerung ist:

“Even if greenhouse-gas emissions begin to decline after year 2020, the probability is substantial that the response of iconic climate quantities to this decline will not have emerged by year 2035. According to the model used here, GMST [Global Mean Surface Temperature] will rise at a faster rate with a probability of as much as one-third.”

Mit 33%iger Wahrscheinlichkeit wird also der Temperaturgradient stärker werden und nicht abnehmen trotz der Emissionsreduktionen.

Der tiefere Grund ist, dass der Temperaturanstieg durch das CO2 überlagert wird durch andere Effekte, die sich chaotisch oder quasi-chaotisch verhalten.

Er sieht in diesem Fall ein großes Kommunikationsproblem kommen.

Der Samen für dieses Problem wird wohl bereits heute gelegt, weil in der Öffentlichkeit immer der Eindruck erweckt wird, dass es keine Unsicherheiten in den Klimaprognosen gibt.

Umstellung

Wir verfeuern in unsere Heizung L-Gas. Die Quellen sind in der Zukunft erschöpft und wir müssen auf das in Europa allgemein gebrauchte H-Gas umsteigen (https://www.erdgas.info/energie/erdgas/erdgas-umstellung-h-gas). Da unsere Heizung noch verhältnismässig neu ist, wird das bei uns wohl kein grosses Problem werden. Es werden uns wohl auch keine Kosten entstehen.

Pech haben die Leute mit einer alten Gasheizung, die man nicht mehr umstellen kann. Wenn sie nicht frieren wollen, müssen sie sich eine neue Heizung zulegen. Die Kosten müssen sie aber selbst zahlen.

Eine neue Gasheizung soll sich in 12 Jahren bezahlt gemacht haben. Die Umstellung läuft bis 2030. Es wird also den Leuten empfohlen, sich 2030 eine neue Gasheizung anzuschaffen, die sich 2042 amortisiert hat.

Neue Gasheizungen? War da nicht was mit Wärmepumpen? Die Umstellung scheint nicht mit der Energiewende koordiniert zu sein.

Sind Kraftwerke rassistisch?

Herr Tönnies hat «argumentiert», dass man durch Industrialisierung d.h. Kraftwerke die Geburtenrate in Afrika senken könnte. Das trägt ihm den Vorwurf des Rassismus ein.

Nach Duden ist Rassismus die «Lehre, Theorie, nach der Menschen bzw. Bevölkerungsgruppen mit bestimmten biologischen Merkmalen hinsichtlich ihrer kulturellen Leistungsfähigkeit anderen von Natur aus über- bzw. unterlegen sein sollen».

Rassisten würden also behaupten, dass die hohe Geburtenrate in Afrika biologisch («rassisch») begründet ist. Eine Industrialisierung ändert aber überhaupt nichts an den biologischen Merkmalen (so es solche überhaupt gibt). Ein Rassist würde Herrn Tönnies also entgegenhalten, dass sein Vorschlag nichts ändern würde, weil Afrikaner nun mal so seien wie sie sind. Rassisten behaupten, dass man nichts ändern könne, weil man die «rassischen» Merkmale eines Menschen nicht ändern kann.

Man könnte natürlich die Äusserungen so interpretieren, dass die Afrikaner auf Grund rassischer Merkmale nicht in der Lage seien, ihre ökonomische Situation selbst zu verbessern. Das lese ich aber in den Äusserungen nicht eindeutig.  

Heimatlos

Wer hat’s gesagt?(siehe unten) Die Aussage wird Adolf Hitler zugeschrieben. Ausserdem war Adolf Hitler Vegetarier.

Würde man ihn deshalb heute dem grün-ökologischem Lager zuordnen. Wohl kaum.

An der deutschen Energiewende gibt es sicherlich einiges zu kritisieren. Ich kenne einige Äusserungen von Physik-Professoren in dieser Richtung. Ich kenne auch Physiker, die den Ausstieg aus der Kernenergie für einen Fehler halten. Nur äussert sich (fast) niemand von denen in der Öffentlichkeit.

Ich kann mir vorstellen warum.

In Frankreich kann man Kernenergiebefürworter sein und gleichzeitig Sozialist (wie mein verstorbener Schwiegervater). Es soll sogar ein Land geben, in denen man für Kernenergie und gleichzeitig Grüner sein kann.

Wenn man an der deutschen Energiewende kritisiert, dass sie keine nennenswerte Reduktion der CO2-Emissionen gebracht hat, aber eine wenige Leute sehr reich gemacht hat (Umverteilung von unten nach oben), dann halte ich das für eine linke Position. Mit dieser Ansicht ist man aber in Deutschland politisch ziemlich heimatlos.

Ich habe den Eindruck, dass ich immer gleich einen Satz nachschieben muss, dass ich kein AfDler bin.

Ich halte es für einen Fehler, dass man die Kritik am Management der Energiewende nur der AfD überlässt. Hier sind die Anwohner sofort dagegen, wenn man ihnen eine Windturbine vors Haus stellen will. Unterstützung erhalten sie nur von der AfD. Muss das sein?