Ökonomisches Nullsummenspiel?

Wir sind alle durch unsere Ausbildung und berufliche Tätigkeit in unserem Denken geprägt. Man nennt das auch «deformation professionelle». Ich bin einmal durch einen Kollegen darauf hingewiesen worden, dass ich Zusammenhänge überprüfe, in dem ich das Verhalten unter Extrembedingungen betrachte.

Das ist typisch für Physiker. Ich lese gerade ein Buch über Kosmologie, in dem der Autor behauptet, dass die allgemeine Relativitätstheorie nicht das Ende vom Lied sein kann, weil es beim «Urknall» zu einer Singularität führt, d.h. es wird etwas unendlich groß, was nicht sein kann.

Manche Menschen glauben, dass es Reiche gibt, weil es Arme gibt und zitieren zum Beweis Bertold Brecht. Wenn Reichtum entsteht, weil gleichzeitig Armut entsteht, dann bedeutet das, dass die Summe aus dem Reichtum und der Armut immer konstant ist.

Jetzt kommt die deformation professionelle. Das Extrem ist die Jungsteinzeit. Nach obiger Theorie besitzen Arme und Reiche heute zusammen genauso viel wie die Armen und Reichen in der Jungsteinzeit. Offensichtlich ist das absurd. Irgendetwas kann an der Theorie also nicht stimmen.

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