Lieferkette

Es soll jetzt in Deutschland das sogenannte Lieferkettengesetz eingeführt werden. Damit soll der Käufer, soweit er auch ein Verkäufer ist, verpflichtet werden, dass er dafür sorgt, dass sein Lieferant gewisse gesetzliche und soziale Standards einhält.

Der TÜV ist begeistert, was nicht überrascht, denn hier eröffnet sich ein neues Geschäftsfeld für ihn.

Ein Beispiel: Ritter-Sport produziert Schokolade unter anderem aus Kakao (Schokolade nur aus Kakao ist für Franzosen eine Delikatesse, aber in Deutschland keine Schokolade). Es besteht der Verdacht, dass beim Ernten des Kakaos auch Kinder eingesetzt werden. Ritter-Sport hat also künftig dafür zu sorgen, dass keine Kinderarbeit auf der Plantage stattfindet. Hier kommt jetzt der TÜV ins Spiel. Er wird anbieten, die Plantage als kinderarbeitsfrei zertifizieren. In der Realität wird es wohl so aussehen, dass die Kinder in die Schule solange der TÜV-Mensch da ist.

Als Käufer der Ritter-Sport-Schokolade muss ich mich nicht darum kümmern.

Kinderarbeit ist praktisch in jedem Land der Welt verboten. Die Überwachung der Einhaltung der Gesetze ist eine staatliche Aufgabe. Mit dem Liederkettengesetz zwingen wir also unsere Unternehmen dazu, in fremden Ländern für die Einhaltung der Gesetze zu sorgen.

Vielleicht gibt es andere Wege dies zu erreichen.

Als ich zur Volksschule ging, fragte eines Tages der Lehrer, wer die nächsten zwei Wochen nicht zur Schule komme, weil der bei der Kartoffelernte helfen muss. Kinderarbeit war in der Landwirtschaft der Normalfall. Erst mit der Industrialisierung der Landwirtschaft verschwand diese (hoffentlich).

Wenn heute eine Abschaffung der industriellen Landwirtschaft und die Wiedereinführung kleiner Höfe gefordert wird, dann befürchte ich die Wiedereinführung der Kinderarbeit.

Aber vielleicht wird Lidl und Aldi dies dann verhindern, weil wir ja das Lieferkettengesetz haben. Denn die Polizei und die Jugendämter sind mit Wichtigerem beschäftigt.

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