Lang oder kurz?

Um jetzt die 100’000 Euro-Frage: Was ist gefährlicher: radioaktiver Müll mit kurzer Halbwertszeit oder mit langer Halbwertszeit?
Nehmen wir an, dass ich 1 kg radioaktives Material habe.
Fall A: die Halbwertszeit beträgt 1 Minute. Innerhalb einer Stunde ist praktisch nichts mehr von dem ursprünglichen Material erhalten und ich kann beruhigt sein. Dummerweise hat das Material bei seinem Zerfall in dieser kurzen Zeit, alle Strahlung abgegeben und ich kann nicht beruhigt sein, wenn ich in der Nähe war und die gesamte Strahlung abbekommen habe.
Fall B: die Halbwertszeit beträgt 24’000 Jahre. In den nächsten 60 Jahren werden 1.7 g zerfallen und eine Strahlendosis erzeugen, mit der mein Körper hoffentlich fertig wird.

2 Gedanken zu „Lang oder kurz?

  1. Im Fall B dürfte es sich um Pu 239 handeln, das eine weiche Alpha-Strahlung abgibt. Ihr Körper dürfte damit fertig werden, solange Ihre Haut imstande ist, diese Strahlung weitgehend abzuschirmen. Wenn Sie den Stoff jedoch einatmen oder verschlucken, dann möchte ich nicht in Ihrer Haut stecken. Und die Nuklide, die beim Zerfall des Plutoniums übrigbleiben, sind aufgrund ihrer zum Teil deutlich kürzeren Halbwertzeit wegen ihrer somit höheren Strahlungsintensität auch nicht so ganz ohne.

    Im Fall A wäre es besser, sich in eine entfernte Raucherecke zu begeben und dort eine Stunde lang die FR oder etwas Gescheiteres zu lesen.

  2. So nebenbei: Irgendwann im Verlauf der nächsten sechzig Jahre – hoffentlich recht spät – werden die Würmer mit Ihrem Körper fertig werden müssen.

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