Kannibalisierung

Das EEG-Gesetz soll auf die Schnelle geändert werden.

Dabei sind einige interessante Änderungen. 2030 sollen in Deutschland 8,4 GW in Biomasse-Anlagen installiert sein. Das ist eine Kehrtwende. Bisher sah es so aus, dass man den Eindruck haben konnte, dass sich die Erkenntnis durchgesetzt hat, dass die Biogasanlagen ein Irrweg sind. Es wurden in den letzten Jahren nur sehr wenig Biogasanlagen ausgeschrieben und ein Forschungsinstitut ging davon aus, dass die Biogasanlagen von 5 GW auf 1 GW zurückgehen würden.

 Der Maisanbau mit den entsprechenden Folgen wird also wohl noch zunehmen.

2030 soll 100 GW Photovoltaik installiert sein. Die Anlagen werden natürlich niemals 100 GW liefern, aber die Produktion kann häufig größer sein als der Bedarf, der vom Netz verarbeitet werden kann. Dann fällt der Preis und kann dann sogar negativ werden. Dies war aber für die Betreiber kein Problem, da ihr Einkommen unabhängig vom Verkaufspreis des Stromes war. Es gab eine Ausnahme. Wenn der Strompreis länger als 6 Stunden negativ ist, erhalten sie Betreiber nichts. Dies trat bisher immer häufiger auf und soll zu 10% Einnahmeausfall geführt haben. Im neuen Entwurf sollen die Betreiber sofort, wenn der Strompreis negativ wird, nichts mehr bekommen. Die Lobbyorganisationen sprechen von 20% Ausfall. Diese Betrachtung gilt natürlich auch für Windturbinenanlagen.

Je mehr EE-Anlagen in Betrieb gehen, desto wahrscheinlicher ist es, dass die Strompreise negativ sind.

Die Anlagen erhalten eine Vergütung, die für 20 Jahre festgeschrieben wird. Als Projektierer muss ich in meiner Kalkulation also berücksichtigen, wie häufig ich kein Geld für meinen Strom bekomme. Denn meine Kosten bleiben ja gleich und die muss ich auf die Stunden, in denen ich Geld bekomme, umlegen.

Zusätzlich weiss ich nicht, wie sich das Wetter in den nächsten 20 Jahren entwickelt. Wenn ich das Risiko einer Insolvenz nicht eingehen will, muss ich also Risikozuschläge machen. Ausser ich bin gar nicht der Investor und überlasse das Risiko meinen Investoren.

Je mehr Anlagen installiert werden, desto geringer sind die Stunden, in denen ich etwas verdiene und desto mehr muss ich in diesen Stunden verdienen. Das System kannibalisiert sich.

Aber dann ändern wir wieder das Gesetz. Es gäbe da einen Ausweg.

Inzwischen sind die Netzentgelte höher als die Stromgestehungskosten und sie steigen natürlich weiter, weil der Netzbau gerade erst begonnen hat. Deshalb kam man jetzt die Idee auf, dass ein Teil der Netzkosten aus Steuergeld bezahlt wird, dann steigt die EEG-Zulage nicht mehr so stark.

Man könnte auf die Idee kommen, dass man einen großen Teil der Stromkosten aus Steuergeld bezahlt.

Dann hätte Deutschland die niedrigsten Stromkosten auch bei größtem EE-Anteil.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.