Geschäftsmodell Ladesäule

An unserem Bahnhof gibt es zwei Parkplätze mit Ladesäulen. Während des Tages sind diese Parkplätze wie fast alle Parkplätze belegt. Ich vermute, dass Pendler, die von den Dörfern kommen, bis zu uns fahren, ihr Auto parken und die letzten 15 Kilometer mit dem Zug fahren. Abends sind die Parkplätze zum größten Teil unbesetzt.

Was bedeutet das für den Betreiber der Ladesäulen, wenn zwei Autobesitzer dort 8 Stunden parken?

Die Batterien der Autos werden morgens wohl kaum vollständig leer sein. Nehmen wir mal an, dass 10 kWh (entspricht etwa 50 km Fahrstrecke) nachgeladen werden. Im Schnitt kostet eine kWh an der Ladesäule in Deutschland 0,45 Euro. Es wird als für 4,5 Euro pro Tag getankt.

Nehmen wir mal an, dass der Betreiber 10% Gewinn macht. Dann verdient er 0,45 Euro pro Tag («Kleinvieh macht auch Mist.»). Eine Ladesäule mit Installation kostet sicher 10’000 Euro. Damit hat sich die Ladesäule nach 10’000 / 0,45 = 22’000 Tagen = ca. 60 Jahren amortisiert.

Wenn Menschen zögern in Ladesäulen zu investierten, zeigt sich, dass wirtschaftlicher Sachverstand doch nicht so selten ist, wie man meint.

Das Modell, dass die Leute ihre Autos während der Arbeitszeit aufladen, scheint nicht zu funktionieren.

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