Eine Lanze für Gerd

Es ist ein seltsamer Ausdruck: für jemanden eine Lanze brechen.

Also ist breche jetzt mal eine Lanze und zwar für Gerhard Schröder.

Ich muss zugeben, dass ich nicht unbedingt ein großer Fan von G. Schröder war und unser Hund namens „Schröder“ war auch nicht nach ihm benannt.

Was mir aber gefallen hat, war seine Absage an die Teilnahme am Irakkrieg. Den US-Amerikanern einfach nein zu sagen, wenn sie militärische Unterstützung haben wollen, dazu muss man erst mal die Eier haben(, würde Oli Kahn sagen). Der Mann hat einfach Format.

In der jetzigen Situation hat man das Gefühl, dass viele Politiker jetzt genau das sagen, was die außer Rand und Band geratenen Medien verlangen. Eine Ausnahme : Oskar Lafontaine, aber der ist eigentlich immer die Ausnahme. Gerhard Schröder macht nicht den Kotau.

Ich glaube, dass es mit einem Bundeskanzler G. Schröder nicht zur jetzigen Malaise gekommen wäre. Das Problem begannt auf der NATO-Konferenz 2008 in Bukarest. In der Abschlusserklärung hieß es:

„NATO welcomes Ukraine’s and Georgia’s Euro Atlantic aspirations for membership in NATO. We agreed that these countries will become members of NATO.“

Es heißt, dass A. Merkel ihr Veto eingelegt hat, aber die USA auf dieser Formulierung bestanden haben. Die Russen haben sofort geantwortet, dass sie dies eine großer strategischer Fehler mit schwerwiegenden Konsequenzen sei.

Ich traue nur G. Schröder zu, dass er mit einem „Die Ukraine kommt nicht in die NATO und nicht in die EU! Basta!!“ die Diskussion erledigt hätte und damit sehe die Welt heute vielleicht anders aus.

2 Gedanken zu „Eine Lanze für Gerd

  1. Hallo Henning.

    Ein paar Kommentare meinerseits zu deinem Blog bzgl. Gerhard Schröder.

    – Die Absage zum Irakkrieg kam nicht von Gerhard Schröder, sondern vom damailgen Aussenminister Joschka Fischer. Münchener Sicherheitskonferenz, Fischer zu Rumsfeld: „….. Excuse me I am not convinced….“

    – Es gibt ein paar rudimentäre Grundregeln des menschlichen Zusammenlebens wie: Nicht töten, keine Frauen vergewaltigen, Grenzen respektieren, keine Völker ausrotten. Bei aller Kritik an unseren Politikern – es gibt keine historische, politische oder sonstige Rechtfertigung für Russland diese Grundregeln zu brechen. Deshalb ist Gerhard Schröder einfach nur der Freund eines Massenmörders, nicht mehr und nicht weniger.

    Viele Grüsse, Reinhard

    1. Hallo Reinhard,
      es tut der deutschen Seele natürlich gut, dass man einen Sündenbock hat und das diesmal die Russen die Bösen sind und nicht wir.
      Aber hilft das weiter, um aus diesem Desaster herauszukommen?
      Die Politiker haben in ihrem Eid geschworen, Schaden von uns abzuwenden. Es wäre ihre vornehmste Aufgabe nach Lösungen zu suchen.
      Eine Europaabgeordnete der GRÜNEN hat es diese Woche in unserer Regionalzeitung deutlich gemacht. Alles andere als ein Sieg der Ukraine über Russland ist für den Westen unakzeptabel.
      Das heißt, dass eine Verhandlungslösung ausgeschlossen wird. Ein weiteres Sterben zu verhindern, ist also nicht das primäre Ziel.
      Ich komme gerade aus einer Vorlesung eines Konteradmirals a. D. (militär-politischer Berater von Helmut Kohl). Ich habe ihn gefragt, ob er es für absurd hält, dass die Wehrpflicht wieder eingeführt wird. Er hielt dies für wahrscheinlich. Auf die Frage, ob sich vorstellen könnte, dass einige der Studenten irgendwann in Olivgrün in Richtung Osten marschieren, antwortete er: „Noch, nicht.“
      Eine kurzfristige Lösung wäre den Russen „eine goldene Brücke bauen“. Das will der Westen aber nicht. Auf was soll man dann kommen, als dass, es um etwas anderes geht und Frau Bärbock hat es ja gesagt, dass sie Russland ruinieren will.
      Kurz gesagt: Alle wollen den jahrelangen Krieg. Ich nicht!

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