Das Boomproblem

Verbrauchsgüter und Investitionsgüter unterscheiden sich unter anderem durch die Lebensdauer der Produkte. Brot ist nach 2 Tagen in der Regel gegessen. S-Bahnwagen halten in Berlin schon mal 80 Jahre und länger. Deshalb ist die Wirtschaft für Verbrauchsgüter einfacher zu handhaben. Für Brot gibt eine kontinuierliche Nachfrage. Bei Investitionsgütern gibt es öfter einen Boom und dann wieder eine Flaute. Die Firmen müssen die Flaute überstehen und möglichst kein geschultes Personal entlassen.

Für die Energiewende sollen jetzt 70 GW Gas oder GuD-Kraftwerke installiert werden. Dazu noch einige Millionen Wärmepumpen und das alles bis 2030.

Niemand stellt und/oder untersucht die Frage, ob die industriellen Kapazitäten dafür ausreichen, vor allem, wenn man das nicht nur in Deutschland, was ziemlich sinnfrei wäre, sondern weltweit machen will.

Wenn man die Kapazitäten gewaltig erhöht, ist dies vielleicht möglich. Nur ab 2030 werden diese Kapazitäten nicht mehr benötigt. Die explodierende Nachfrage und das abzusehende Ende des Booms werden mit großer Wahrscheinlichkeit zu einer Preisexplosion führen.

Im Idealfall wäre die industrielle Produktionskapazität gerade so hoch, dass immer genug Nachfrage nach Ersatz vorhanden ist. Beispiel: Wir installieren jedes Jahr 12 GW Gaskraftwerke in Deutschland. Dann hätten wir 2030 die geforderten 100 GW. Im Jahr 2031 ersetzen wir dann die 8 Jahre alten Anlagen und so weiter. Dummerweise ist die Lebensdauer der Gaskraftwerke viel länger. Bei kontinuierlicher Produktion muss die Produktionsmenge pro Jahr [in %] gerade der reziproke Werte der Lebensdauer sein und die geforderte installierte Menge ist erreicht nach der Lebensdauer. Da Gaskraftwerke bei geringer Auslastung sicher 40 Jahre laufen können, müsste man dann 1,8 GW jedes Jahr installieren und erreicht nach 40 Jahren die geforderten 70 GW. Dann gibt es jedes Jahr 1,8 GW Ersatzbedarf.

Das ist aber keine Lösung.

Da die Energiewende aber markwirtschaftlich gehandhabt wird, muss man die Privatwirtschaft dazu bringen diese gewaltigen Investitionen zu stemmen und das geht wiederum vermutlich nur mit viel Geld, wenn überhaupt.

Die Alternative einer „Kriegswirtschaft“ steht wohl nicht zur Diskussion.

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