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Zurück in die Unmündigkeit

Ich habe als junger Mann während meines Zivildienstes im Krankenhaus etwa 75 Menschen sterben sehen. Ein junger Pfleger fand es deprimierend, dass man Ende alle unsere Patienten starben. Manche wurden natürlich als geheilt entlassen, aber irgendwann kamen sie mit der gleichen oder einer anderen Krankheit zurück und verliessen uns über die Leichenhalle.

Am liebsten würden die meisten Menschen sterben, indem ihr Herz einfach stehen bleibt ohne, dass sie vorher krank sind. Bei gesunden Menschen bleibt das Herz aber in der Regel nicht einfach stehen.

Die meisten von uns werden durch eine Krankheit sterben. Je älter man ist, desto harmloser kann die Krankheit sein. Wenn man schon geschwächt ist, dann haut einen eine leichte Erkältung eventuell aus den Latschen.

Menschen erwarten heute von den Medizinern Heilung ihrer Krankheiten. Das war nicht immer so. Früher war es die Aufgabe der Mediziner das Leiden zu lindern und das Sterben zu begleiten, nicht es zu verhindern. Es gibt keine endgültige Heilung. Die Ärzte verlieren immer, der Tod gewinnt immer.

Solange einzelne Menschen sterben, ist das auch akzeptiert. Kommt jemand bei einem Verkehrsunfall zu Tode, werden keine Forderungen an die Gesellschaft gestellt. Sterben 3000 Menschen im Jahr im Strassenverkehr, so ist das keine Nachricht. Sterben jedoch 30 gleichzeitig am selben Ort, dann ist das eine Nachricht und alle Welt stellt die unterschiedlichsten Forderungen, wie derartiges künftig verhindert werden kann. Der einzelne Mensch zählt nur als Teil der Masse.

Es sterben Menschen durch Alkohol und Tabak oder auch durch gefährliche Sportarten. Jedes Jahr kommen mehr als hundert Bergwanderer in den Alpen um.

Durch Unfälle oder Krankheiten zu sterben ist allgemeines Lebensrisiko.

Beim Corona-Virus gilt das alles nicht. Es gibt keine Begrenzungen der Kosten und möglichen Kollateralschäden. Ob Millionen Menschen zurück in Armut gestossen werden und dadurch früher sterben, darf nicht diskutiert werden.

Ich halte nichts von Globuli und anderem esoterischen Hokuspokus, sondern bin ein Anhänger der evidenzbasierten Medizin. Leider haben wir beim Corona-Virus und besonders bei den Massnahmen keine Evidenz ihrer Verhältnismässigkeit. Wir werden mit Zahlen überschwemmt, die zwar Angst machen, aber nichts Wichtiges aussagen.

Bei der Diskussion über das Stickoxid las man fast täglich von Verlust von Lebensjahren. Wieviel Lebensjahre haben wir denn durch den «Lockdown» gewonnen und wie hoch waren die Kosten pro gewonnenes Lebensjahr?

In Wilhelmshaven sind viele Geschäfte geschlossen und die 76’000 Einwohner laufen maskiert herum, obwohl es in der ganzen Stadt keinen einzigen bestätigten Infizierten gibt. Wieviel Nutzen bringt das und wieviel Schaden? Warum durfte man im Wald gehen, aber nicht laufen. Weil Gehen kein Sport ist! Segeln war erlaubt, aber das Benutzen des Steges, um die Boote zu Wasser zu lassen, war verboten. Statt in Portugal Urlaub zu machen, wird empfohlen nach Bayern zu fahren, obwohl dort die Ansteckungsgefahr viel höher ist. Wenn die Fussballer für ihre Geisterspiele 20’000 Test verbrauchen wollen, dann ist das unethisch, obwohl wir Hundertausende Tests haben, die wir nicht (ge)brauchen.

Die Demokratie braucht den mündigen Bürger heißt es. Braucht es den nur bei schönem Wetter oder auch in problematischen Zeiten? Dreiviertel der Bevölkerung hat innerlich die Hände an die Hosennaht gelegt und wartet darauf, von der Führung neue Befehle zu erhalten. Wir werden wie unmündige Kinder behandelt, die man zu Stubenarrest verdonnert.

Man könnte doch vom mündigen Bürger erwarten, dass er die Risiken verstehen kann und entsprechend handeln kann. Es würden zigtausende von kreativen Ideen entstehen, auf die ein Politiker oder Verwaltungsbeamter nie gekommen wäre. Natürlich würden sich einige nicht daran halten, aber das tun sie jetzt auch nicht.

Stattdessen soll der mündige Bürger das tun, was ihm die Experten raten. Diese Experten gibt es aber nicht. Ein beamteter Virologe ohne wirtschaftliches Risiko ist kein Experte für die wirtschaftlichen und sozialen Schäden, die er mit seinen Ratschlägen auslöst. Der Experte weiss vielleicht wie viel andere ein Infizierter ansteckt, aber wie viel Arbeitslose ein Infizierte erzeugt, weiss er nicht.

Eine Herrschaft der Experten (in diesem Fall der Philosophen) hat schon Platon in seiner Politeia gefordert. Sir Karl Popper hat ihn deshalb als Prä-Faschisten bezeichnet («Die offene Gesellschaft und ihre Feinde»).

Unser Ort lebt von den Baumschulen und dem Tourismus. Wenn die Massnahmen bis zum Herbst weitergeführt werden, dann ist das hier eine Geisterstadt.

In der Regionalzeitung steht nur noch etwas über das Virus und Rückblicke auf das Ende des zweiten Weltkriegs. Worüber sollte man denn noch berichten? Das gesellschaftliche Leben findet nicht mehr statt. Das Leben besteht nur noch aus Home-Office und Fernsehen und dort es immer nur um das Virus, ohne dass man etwas Neues erfährt.

Unser Landkreis hat ca. 120’000 Einwohner. Vier alte Menschen sind gestorben durch den Virus. Alle hatten schwere Krankheiten. Bei einem hatte der Arzt festgestellt, dass der Mann an seiner Krankheit gestorben ist. Daher waren es zunächst nur drei Tote. Da man aber bei ihm den Virus gefunden hat, zählt er auch als Virustoter.

Noch etwas Absurdes zum Abschluss: Meine Schwester wurde negativ getestet. Was weiss sie jetzt? Dass sie zum Zeitpunkt des Tests nicht infiziert war, aber ob sie nicht beim Rausgehen durch die nächste Person oder danach im Supermarkt infiziert wurde, weiss sie nicht.

Noch einen: die Todesfallstatistik in Deutschland ist kaum brauchbar, weil das Todesdatum aus Datenschutzgründen nicht weitergegeben werden darf. Wie wäre es mit Masken für die Grabsteine?

War was?

Das Robert-Koch-Institut (RKI) berichtigt täglich über die Zahl der bestätigten Infektionsfälle. Daraus wird in der Presse die Zahl der Infizierten. Das hat das RKI aber nicht gesagt. Die bestätigten Fälle sind Leute, die man auf den Virus getestet hat und bei dem man den Virus gefunden hat.

Aber er werden nur Leute getestet, die zu mindestens Symptome haben. Alle Einwohner zu testen ist nicht möglich und wohl auch nicht sinnvoll. Es heisst, dass 80% oder auch 91% der Betroffenen keine Symptome hat. Worauf man sich natürlich fragen muss, woher man das weisst, wenn man nicht alle gemessen hat. Man kann entgegnen, dass eine repräsentative Auswahl reicht. Doch woher weiss man, dass die Auswahl repräsentativ ist.

Das gleiche gilt für die Gefährlichkeit. Der führende Virologe Deutschlands (oder einer der führenden) sagt, dass der Virus ungefährlicher als Sars-1 ist, aber sich leichter verbreitet, weil er sich mehr im Rachen als in der Lunge herumtreibt.

Aber in Italien sterben doch so viele. Es werden Zahlen von 3.5% der Betroffenen berichtet. Aber woher weiss man, wie viele in Italien betroffen sind.

Werden wir jemals wissen, wie viele Menschen vom Virus befallen wurden? Ziemlich sicher nicht.

Also: nichts Genaues weiss man nicht?

Doch, es gibt doch eine Möglichkeit zu mindestens etwas herauszubekommen und die kommt von der EU.

Es gibt seit 2009 eine Stelle, die alle Todesfälle in 24 EU-Staaten (Deutschland ist nur durch die Länder Berlin und Hessen vertreten) addiert. Aufgegliedert werden die Zahlen nur nach dem Alter in vier Gruppen: 0-4, 5-14,15-64,>=64 Jahre. Die Ergebnisse werden auf einer Webseite (www.euromomo.eu) als Todesfälle pro Woche dargestellt. Man erkennt eine wellenförmige Basislinie. Im Winter sterben mehr Menschen als im Sommer. Im Winter treten fast jedes Jahr zusätzliche Spitzen auf. Diese können die Todeszahlen um 25% erhöhen.

Wie schlimm sich der Coronavirus ausgewirkt hat, wird man in diesen Daten in den nächsten Monaten sehen können.

Wenn dann keine Spitze zu sehen ist, können die einen sich auf die Schulter klopfen, weil sie ja schon immer gesagt haben, dass alles Panikmache sei und die Politiker können sich auf die Schulter klopfen, weil sie durch ihre Massnahmen die Spitze verhindert haben.

Diese Statistik gibt keine Antwort darauf, wer hier Recht hat.

Die Statistik beantwortet nur eine Frage: «War was?»

Und nun?

«Ein weiterer wichtiger Baustein ist der Aufbau einer Infrastruktur für sogenanntes CCS: eine Technologie, mittels der CO2 abgespalten und unter der Erde gelagert werden kann. Namhafte Wissenschaftler halten dies für unabdingbar, wenn Deutschland klimaneutral werden will.»

Soweit ein Zitat aus SPON vom 30.1.2020.

CCS war auch mal der Traum der Kraftwerkshersteller, die mehr als 100 Millionen Euro in die Entwicklung gesteckt haben.

Doch die GRÜNEN sind gegen CCS. Es wird der Bevölkerung Angst gemacht, dass das CO2 ausströmen könnte und alle sterben. Dass man stattdessen Wasserstoff oder Methan in denselben Boden speichern will, bleibt unerwähnt.

Das Abspalten von CO2 macht nur Sinn, wenn das CO2 bereits in höherer Konzentration vorhanden ist. Dies ist der Fall im Abgas von Kohle- oder Gaskraftwerken.

Niemand wird in CCS für diese Kraftwerke investieren. Bis die Technik läuft dauert es mehrere Jahre und dann werden die Kohlekraftwerke eh abgeschaltet. Gaskraftwerke werden nur auf wenige Betriebsstunden im Jahr kommen und Abspaltung im stark fluktuierenden Betrieb ist auch nicht einfach.

Die GRÜNEN sagen, dass CCS nicht gebraucht wird und gefährlich ist. Namhafte Wissenschaftler sagen, dass es ohne CCS nicht geht. Greta und ihre Anhänger sagt, dass wir auf die Wissenschaftler hören sollen.

Und nun?

Der gute Zweck heiligt allen Unsinn.

Vor kurzem haben zwei amerikanische Wissenschaftler aus Princeton eine Studie veröffentlicht, aus der hervorgeht, dass u. a. große Teile der norddeutschen Küste 2050 häufig unter Wasser stehen werden.

Jetzt haben sich Verantwortliche für den Küstenschutz in der Regionalpresse zu Wort gemeldet. Die Daten der Studie sind schlecht. Sebst 20m hohe Dünen sollen angeblich durch den Anstieg des Meeresspielgels um weniger als 1 m überspült werden. Dass wir an der Nordseeküste seit mehr als 1000 Jahren Deiche bauen, wurde in der Studie auch nicht berücksichtigt.

Erstaunt bin ich über eine Stellungnahme, dass solche Studien trotzdem gut sind, weil sie vor dem Klimawandel warnen. Wenn es also einem guten Zweck dient, darf man auch den größten Unsinn schreiben. Ich befürchte aber, dass der Schuss nach hinten losgeht. Wer einmal die Unwahrheit sagt, …

Die Erde ist flach! :)

Ob ich das behaupten wolle, hat mich ein Philosophie-Professor im letzten Semester gefragt, als ich bemerkte, dass man in der Naturwissenschaft nichts beweisen kann.

Durch Zufall bin ich darauf gestossen, dass in den Klimamodellen die Erde als eine flache Scheibe modelliert wird.

Im Vergleich zum Erdradius ist unsere Atmosphäre aber sehr dünn, so dass der Rechenfehler vermutlich nicht sehr groß ist. Im Vergleich zur unvermeidlichen Ungenauigkeit der Modelle fällt er wohl kaum ins Gewicht.

Dramatisch, dramatischer, Klimawandel

Bis vor kurzem konnte man auf SPON Artikel zum Klimawandel vom Diplom-Geologen Axel Bojanowsky lesen. Jetzt schreibt die Artikel eine promovierte Historikerin.

Heute war es mal wieder sehr dramatisch.

Zitat:» Der Meeresspiegel steigt noch schneller, die Eismassen schmelzen dramatisch ab»

https://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/sonderbericht-des-weltklimarats-land-unter-a-1288496.html

Dazu das Bild eines Jungen, der bis zum Hals im Wasser steht.

Das dramatische Ansteigen des Meeresspiegels kann man z. B. hier sehen.

Im Artikel wird erwähnt, um wie viel das Eis in der Antarktis jedes Jahr abnimmt (3mal der Bodensee).

Es wird nicht erwähnt, wie viel Eis es in der Antarktis gibt.

Laut Wikipedia nimmt das Eisvolumen in der Antarktis jedes Jahr um 1 Hunderttausendstel ab. Wenn der Prozess also linear verläuft (was sicherlich nicht der Fall ist), dauert es etwa 100’000 Jahre bis die Antarktis abgeschmolzen ist.

Als Physiker frage ich mich, wie man etwas so genau messen kann. Das Eis in der Antarktis ist etwa 2000 m dick. Es schmelzen im Jahr daher etwa 2 cm ab. Laut Artikel haben sich diese 2 cm um etwa 5% erhöht. Es sind jetzt 2.1 cm, also 1 mm mehr. Damit das Messergebnis signifikant ist, muss die Messgenauigkeit noch geringer sein. Man kann also die mittlere Eisdicke in der Antarktis auf weniger als einen 1mm genau bestimmen. Hört sich formidabel an, nur mir fehlt der Glaube.

Meiner Meinung nach ist das Dramatisieren in der Klimawandelproblematik kontraproduktiv. Es verhindert jede sachliche Diskussion. Am Ende stehen sich alle mit geschlossenem Visier gegenüber und nichts passiert.

Sitzen zwei Touristen («Landratten») bei auflaufendem Wasser auf einer Bank auf dem Deich. «Schau mal wie der Meeresspiegel steigt! So dramatisch hatte ich mir das gar nicht vorgestellt!»

Wie teuer wird’s eigentlich?

Im letzten Sachstandsbericht hat sich der Weltklimarat auch dazu geäussert, wie hoch die Schäden sein werden, wenn sich die globale mittlere Temperatur um 2°C erhöht. Natürlich ist es sehr schwierig so etwas vorherzusagen, wie immer bei Vorhersagen über die Zukunft. Aber man bekommt aber zu mindestens einen Eindruck von der Größenordnung. Hier der Text:

“the incomplete estimates of global annual economic losses for additional temperature increases of ~2°C are between 0.2 and 2.0% of income (±1 standard deviation around the mean) (medium evidence, medium agreement).

Mit income ist hier das Bruttoinlandsprodukt gemeint. Maximal 2% des BIP. Die Zahl kommt einem irgendwie bekannt vor. 2% des BIP sind die geforderten Militärausgeben innerhalb der NATO.

Wir hören jetzt jeden Tag, dass die Welt durch den Klimawandel untergeht. Wieder sorgt der Weltklimarat im Kapitel 10 des fünften Sachstandsberichts für Verwirrung:

“For most economic sectors, the impact of climate change will be small relative to the impacts of other drivers (medium evidence, high agreement). Changes in population, age, income, technology, relative prices, lifestyle, regulation, governance, and many other aspects of socioeconomic development will have an impact on the supply and demand of economic goods and services that is large relative to the impact of climate change.”

Greta sagt, dass wir auf die Wissenschaftler hören sollen. Wenn die aber jetzt etwas anderes sagen als Greta?

Enttäuschend

Auf SPON erschien gerade ein Gastbeitrag von Stefan Rahmstorf mit dem verheissungsvollen Titel: «Die Menschheit verliert die Kontrolle über den Zustand der Erde».

Ob die Menschheit jemals die Kontrolle über den Zustand der Erde hatte oder ob das nur eine Idee von Leuten wie Napoleon oder Hitler war, lassen wir mal beiseite.

Er beginnt damit, dass die Klimaforscher schon seit 50 Jahren warnen. In meiner alten Firma nannte man das einen «cover my ass letter». Leute, die immer gleich rufen, dass sie schon immer dagegen waren und daher keine Verantwortung tragen, sind nutzlos, weil sie nichts zur Lösung des Problems beitragen.

Es folgt kein einziger Vorschlag zur Lösung des Problems. Dass man kein CO2 mehr emittieren soll, ist ein Ziel aber kein Lösungsvorschlag.

Dann versucht er noch ein bisschen Angst zu machen mit einem Anstieg des Meeresspiegels um 3 m, wenn die Antarktis abschmilzt. Damit aber keiner in 20 Jahren sagen, dass er sich geirrt hat, veranschlagt er 1000 oder auch 2000 Jahre für den Abschmelzprozess.

Wenn das Meer 1000 Jahre braucht, um 3m zu steigen, dann müssen wir die Deiche jedes Jahr um 3mm (Millimeter!) oder alle 100 Jahre um 30 cm erhöhen. Das kriegen die Friesen hin, keine Sorge. Falls nicht werde ich unser Haus (4m über dem Meeresspiegel) im Jahr 3019 verkaufen, bevor die Preise fallen.

Ich frage mich, wie wir den Meeresspiegel konstant gehalten haben, als wir noch Kontrolle über den Zustand der Erde hatten.

Herr Rahmstorf ist gerade auf einer Konferenz in Sidney. Ob er da hingesegelt ist?

…, zweitens als man denkt.

Beim Aufräumen der Festplatte habe ich eine interessante Veröffentlichung von Jochem Marotzke wiedergefunden mit dem Titel «Quantifying the irreducible uncertainty in near-term climate projections».

Es geht um ein Gedankenexperiment. Er versetzt sich in das Jahr 2035 und schaut zurück auf die Entwicklung des Klimas.  Er nimmt an, dass ab 2020 alle Staaten ihre Verpflichtungen aus dem Pariser Klimaabkommen erfüllen und ihre CO2-Emissionen reduziert haben. Kann man dann diese Reduktion z. B. in der Temperaturentwicklung durch einen abnehmenden Gradienten sehen? Seine Schlussfolgerung ist:

“Even if greenhouse-gas emissions begin to decline after year 2020, the probability is substantial that the response of iconic climate quantities to this decline will not have emerged by year 2035. According to the model used here, GMST [Global Mean Surface Temperature] will rise at a faster rate with a probability of as much as one-third.”

Mit 33%iger Wahrscheinlichkeit wird also der Temperaturgradient stärker werden und nicht abnehmen trotz der Emissionsreduktionen.

Der tiefere Grund ist, dass der Temperaturanstieg durch das CO2 überlagert wird durch andere Effekte, die sich chaotisch oder quasi-chaotisch verhalten.

Er sieht in diesem Fall ein großes Kommunikationsproblem kommen.

Der Samen für dieses Problem wird wohl bereits heute gelegt, weil in der Öffentlichkeit immer der Eindruck erweckt wird, dass es keine Unsicherheiten in den Klimaprognosen gibt.

Spezialist für „Kann das funktionieren?“

In der letzten Woche hörte ich eine Antrittsvorlesung zum Thema «Wem gehört die Natur?».

Als Konsequenz der Überlegungen folgten Forderungen zur Nachhaltigkeit. Wenn irgendwo etwas versiegelt wird, muss wo anders etwas entsiegelt werden, hiess es. Da gingen bei mir die roten Lichter an.

Warum? Ich habe fast 20 Jahre lang Spezifikationen daraufhin durchgelesen, ob sie Probleme bei der Ausführung machen. Wenn eine derartige Nachhaltigkeitsforderung gefordert wird, wie lässt sie sich dann umsetzen, frage ich mich sofort. Wenn ich ein Gebäude errichte, verlangt die Feuerwehr eine Straße, die eventuell um das ganze Gebäude herumgehen muss. Muss ich dann woanders Straße entfernen?

In einer anderen Vorlesung hieß es, dass die Wirtschaft demokratisiert werden muss. Sofort denke ich, wie soll das aussehen?

Es zeigt sich hier, dass ich durch meine Arbeit einen eigenen Denkstil entwickelt habe, der mein ganzes Denken durchzieht. Das es so etwas gibt, hat schon Ludwik Fleck erkannt.