Archiv der Kategorie: Umwelt

Warum ich kein Flusswasser trinke…

Es gibt ein neues Argument gegen fossile Kraftwerke. Fossile Kraftwerke brauchen Wasser und Wasser wird durch den Klimawandel knapp. Der Universalgelehrte Harald Lesch brachte dieses Argument prompt in einer seiner Sendungen.

Und schon fängt das Durcheinander an. Im Windkraft-Journal heißt es zuerst, dass die Wassermengen zur Dampferzeugung gebraucht werden. Das ist Unsinn. Der Wasserkreislauf in einem fossilen Kraftwerk ist geschlossen und nur ein Bruchteil wird kontinuierlich ersetzt.

In nächsten Absatz heißt es dann, dass das Wasser zum Kühlen verbraucht wird.

Bei der Wasserkühlung fossiler Kraftwerke gibt es mehrere Möglichkeiten. Die mit 95% häufigste in Deutschland ist die Direktkühlung. Dabei wird Wasser aus Flüssen entnommen und um ca. 8 Grad aufgewärmt und dann wieder an den Fluss zurückgegeben. Da die Temperatur des zurückgegebenen Wassers begrenzt ist, kann im Sommer dies zu Beschränkungen beim Betrieb der Kraftwerke führen.

Die Temperatur des Flusses erhöht sich nach der Durchmischung kaum merklich.

Damit sind die fossilen Kraftwerke in Deutschland der größte Wasserverbraucher.

Was soll das eigentlich heißen, dass das Wasser verbraucht ist? Verbraucht ist etwas, wenn es für seinen ursprünglichen Gebrauch nicht mehr nutzbar ist. Für was wird das Flusswasser gebraucht. Es dient zur Schifffahrt. Diese ist offensichtlich nicht beeinträchtigt. Das Flusswasser versickert zum Teil und wird Grundwasser. Auch hier findet keine Beeinträchtigung statt. Fische haben Sex im Flusswasser (laut W. C. Fields). Auch dies scheint nicht beeinträchtigt zu werden.

Worin besteht also dieser schreckliche Wasserverbrauch?

4,5 Mrd. m3 Wasser werden in der EU auf diese Art «verbraucht». Was sagt uns diese Zahl? Natürlich nichts. Dies sind 140 m3/s. Dies entspricht ungefähr 2% der Wassermenge des Rhein. Die anderen 98% und das Wasser sämtlicher anderen Flüsse in der EU fließen «unverbraucht» in die Ozeane.

Wenn etwas knapp wird, dann ist es das Grundwasser und nicht das Flusswasser. Wenn man schon alles weiß, wie Herr Lesch dann sollte dies doch auch wissen.

Verhagelt

Gestern hat es bei uns gehagelt.

Es kann vorkommen, dass es bei uns tagelang regnet. In St. Anton (Stanton sagen die Amerikaner) habe ich einmal erlebt, dass es tagelang geschneit hat.

Ich habe aber noch nie gehört, dass es tagelang hagelt. Immer nur kurze Schauer. Seltsam.

Da fällt ihr ein Witz aus meiner Jugend (also vorheriges Jahrhundert) ein.

Zwei Bauern unterhalten sich. „Ich habe jetzt eine Hagelversicherung abgeschlossen.“ „So, so, ist ja interessant.“ Es folgt ein längeres nachdenkliches Schweigen und Kratzen am Kopf. Dann: „Sach mal, wie machts Du denn Hagel?“

Der Projektentwickler — das unbekannte Wesen

Die Firma Enercon ist in Schwierigkeiten und will 3000 der 18000 Angestellten entlassen. Der Markt für Windturbinen ist in Deutschland zusammengebrochen. Der Enercon-Gründer beschränkte sein Geschäft hauptsächlich auf Onshore-Windturbinen in Deutschland. Lange Jahre hatte damit Recht, denn immerhin hat das Geschäft ihm ein großes Vermögen (geschätzte 4 Mrd. Euro) eingebracht. Aber er hat wohl alle Eier in denselben Korb gelegt, wie man in Frankreich sagt. Erst jetzt in der Krise will sich die Firma mehr international engagieren.

In Frankreich ruft man in solch einer Situation nach dem Präsidenten und der beauftragt eine staatliche Firma ein paar Windturbinen zu kaufen und auf Lager zu legen.

Die Politik in Niedersachsen ist natürlich aufgeschreckt. Finanzielle Hilfen und verlängerte Kurzarbeitsregelungen sind im Gespräch.

Alle Berichte drehen sich um den Hersteller und gesetzliche Regelungen, wie den Mindestabstand von bewohnten Gebieten.

Warum ist der Markt eingebrochen? Weil kaum jemand noch Windturbinen kauft! Die Käufer der Windturbinen tauchen in den Berichten nie auf. Wer ist das eigentlich, der die Windturbinen kauft und warum kaufen sie nicht mehr?

Zwei Gründe werden genannt, warum der Markt eingebrochen ist.

Erstens weil viele Menschen gegen neue Windparks klagen.

Zweitens weil viele «Bürgerwindparks» ihre genehmigten Windparks nicht bauen. Windparks brauchen normalerweise eine Genehmigung, um sich an den Auktionen zu beteiligen. Genehmigungsunterlangen zu erstellen ist teuer. Um es auch weniger betuchten Initiativen zu gestatten, sich an den Auktionen zu beteiligen, hat man für diese «Bürgerwindparks» das Erfordernis der bereits erteilten Genehmigung fallen lassen. Es sieht so aus, als ob Windparkentwickler mit Hilfe von Strohmännern (die eigenen Angestellten) «Bürgerwindparks» gegründet haben und sich Projekte gesichert haben.

Der zweite Grund kann erklären, warum keine Windturbinen gekauft werden und warum Enercon deshalb ein Problem hat.

Damit bleibt als Grund für die geringe Anzahl der Gebote nur noch die Klagen übrig. Klagemöglichkeiten wird man in einem Rechtsstaat kaum abschaffen oder reduzieren können.

Es gäbe aber auch noch andere Gründe.

Die Betreiber der Windparks können das Geld nicht auftreiben.

Die Betreiber der Windparks verdienen nicht genug Geld mit den Windparks.

Um das zu beurteilen, müsste man mehr über die Betreiber der Windparks wissen.

Nicht korrekt.

Bei der Pressekonferenz der Bundesregierung zum Klimaschutzpaket ist mir einiges aufgefallen.

Angela Merkel spricht vom Klimawandel und der Erderwärmung. Politisch korrekt muss es jetzt Klimakrise und Erderhitzung heißen.

Markus Söder sprach davon, dass man jetzt Einigkeit in der Bevölkerung schaffen könne und nicht noch mehrere Wahlkämpfe zu dem Thema führen wolle.

SPD und CDU wollen, dass das Thema vom Tisch kommt, weil das Thema nur den Grünen hilft.

Die Grünen haben jetzt ein kleines Dilemma. Das Paket muss durch den Bundesrat und da sitzen die Grünen in vielen Regierungen. Sie müssen natürlich das Paket jetzt kritisieren und ihren Wählern eine Verschärfung im Bundesrat versprechen. Die Bundesregierung hat die Belastungen für die Wähler sehr moderat gelassen. Kommt es zu Verschärfungen und die Wähler ärgern sich später, wenn sie die Heizkostenrechnung bekommen, können CDU und SPD dies leicht den Grünen in die Schuhe schieben.

Was kostet es?

Das Klimaschutzpaket der Bundesregierung ist herausgekommen und ich werde mal schauen, was es für uns bedeutet.

Wir emittieren mit unserer Gasheizung 4 t CO2 pro Jahr. Zusätzlich verbrauchen wir noch 2400 kWh Strom und verfahren 360 l Benzin.

Mit den vorgeschlagenen Aufschlägen und beim Benzin und der Einsparung beim Strom erhalten wir folgende Tabelle:

Jahr Gas Benzin Strom Summe
2021 40 10 -6 44
2022 80 20 -12 88
2023 100 25 -15 110
2024 120 30 -18 132
2025 140 35 -21 154

In 6 Jahren zahlen wir also 154 Euro mehr im Jahre für Gas und Strom. Die Einsparungen beim Strom sind eigentlich zu vernachlässigen. Bringt uns das dazu von der Gasheizung auf eine Wärmepumpe umzusteigen? Nein, denn dazu müssten wir mindestens 1000 Euro im Jahr mehr zahlen. Unser «Kipppunkt» für eine CO2-Bepreisung liegt bei fast 300 Euro / t.

Windige Zinsen

Ich habe mal “Windenergie Rendite” gegoogelt und bin auf einer Seite gelandet, die eine Verzinsung von 12% bei 2 Jahren Laufzeit verspricht.

Dann folgt dieser schöne Satz:

«Gerade während der Zeit von der Projektierung bis zur Fertigstellung des Windparks werden wesentlich höhere Gewinne als während des eigentlichen stromproduzierenden Betriebs erzielt. Auch daher ist der Ausstieg nach Beendigung der Bauphase interessant.»

Warum zahlt jemand in einer Niedrigzinsphase 12% Zinsen? Woher kommt der Gewinn in einer Zeit, wo nichts produziert wird, sondern nur investiert wird? Ist keine Bank bereit dieses Projekt zu finanzieren?

Wird hier jemand über den Tisch gezogen?

Biafra, je me souviens

Zu den Erinnerungen an meine Kindheit gehören die hungernden Kinder in Biafra (Nigeria).

Nigeria ist ein Land, in dem die Bevölkerung im Durchschnitt nur ein geringes Einkommen hat. Die Geburtenrate ist dem entsprechend hoch.

Es gibt eine eindeutige Korrelation zwischen dem Einkommen (gemessen als Bruttoinlandsprodukt) und der Geburtenrate. Ab einem gewissen Einkommen sinkt die Geburtenrate dramatisch. Es gibt nur wenige Ausnahmen (z.B. Saudi-Arabien) von dieser Regel. Der Zusammenhang ist natürlich keine einfache Kausalität. Es hat mit besserer Bildung, besserer Altersvorsorge und vor allem mit der Emanzipation der Frauen zu tun.

In Nigeria besteht keine allzu große Hoffnung auf Besserung der ökonomischen Lage.

Zurzeit hat Nigeria ca. 200 Millionen Einwohner. Die UN prognostiziert für das Jahr 2100 800 Millionen Einwohner. Dann ist Nigeria nach Indien und China das Land mit der größten Bevölkerung. Dass diese Entwicklung problemlos vonstattengehen wird, ist wohl kaum anzunehmen.

Es gibt viele Beispiele vor allem in Asien, dass bei guter ökonomischer Entwicklung eines Landes die Geburtenrate innerhalb von 10 Jahren stark gesunken ist.

Wie werden Länder nun reicher? Wie sind wir so reich geworden? Durch Industrialisierung!

Was braucht man zur Industrialisierung? Billige Energie und damit Kraftwerke!

Deshalb vertreten manche die Ansicht, dass es eine gute Idee wäre, wenn wir dafür sorgen, dass Nigeria (und andere afrikanische Staaten) zu Kraftwerken kommen, auch wenn es damit zum Ausstoss von CO2 kommt.

Das Ziel ist also den Menschen in Nigeria zu einem höheren Lebensstandard zu verhelfen und als Folge davon eine niedrigere Geburtenrate, von der alle profitieren.

Jetzt hat ein deutscher Manager davon gehört. Ob er es wirklich verstanden hat, kann man bezweifeln. Auf jeden Fall hat er dies in einer Rede erwähnt, und zwar in einer sehr flapsigen Art, wie sie früher an Männerstammtischen üblich war.

Dies Problem und die vorgeschlagene Lösung lassen sich in Deutschland aber heute wohl kaum seriös diskutieren.

Die eine Seite ruft sofort «Rassismus» und bei den anderen führt CO2 zu einer reflexartigen Abwehrhaltung und automatisch (Afrika = Sonne = Photovoltaik) kommt der Vorschlag mit der Photovoltaik. Leider liegt Nigeria in den Tropen und dort ist es fast immer wolkig und nachmittags regnet es.

Biogas, nein danke!

Biogasanlagen waren einmal ein Lieblingsprojekt der Grünen. Ich erinnere mich, dass die ehemalige Vorsitzende Simone Peters 70 GW Biogasanlagen in Deutschland installieren wollte. Dann wäre keine landwirtschaftliche Fläche für anderes übriggeblieben.

Dann kamen die Anlagen wegen des Maisanbaus in Kritik. Es wurde aber immer die «Vermaisung» kritisiert und weniger gefragt, wozu der Mais denn gebraucht wird. Dann wurde es stiller. Es werden kaum noch neue Anlagen installiert. Es droht aber, dass das Thema in den nächsten Jahren wieder in die Medien kommt. Denn die ersten Anlagen fallen aus der Förderung und der Betrieb lohnt sich danach nicht mehr.

Biogasanlagen haben 2018 fast genauso viel Strom erzeugt wie Solaranlagen. Wenn die Biogasanlagen außer Betrieb gehen, müsste man die Anzahl der Solaranlagen verdoppeln, um das zu kompensieren.

Heute erscheint auf SPON ein Artikel, der sich auf das (grüne) Bundesumweltamt beruft, unter dem Titel: «Alle zwei Wochen kommt es zu einem Unfall in einer Biogasanlage». Es wird weiter ausgeführt, dass bereits 17 Menschen umgekommen seien, die Anlagen vollkommen unsicher seien und eine unverantwortliche Bedrohung der Umwelt darstellen. Durch die hohen Leckagen von Methan sei zu befürchten, dass die Anlagen nicht mal einen Beitrag zum Klimaschutz liefern.

Fazit: Das Bundesumweltamt rettet mal wieder die Umwelt vor den bösen Bauern. Wie kann es ein Bauer dann noch wagen, weitere Förderung seines Biogasstroms zu verlangen.

Politik der hohen Schornsteine

In den 60er Jahren kam die «Politik der hohen Schornsteine» auf. Wegen der zunehmenden Luftverschmutzung erhöhte man die Schornsteine und verteilte dadurch die Schadstoffe auf eine größere Fläche. Dadurch war die Konzentration der Schadstoffe geringer und die Belastung der Bevölkerung geringer.

Die Summe der emittierten Schadstoffe blieb natürlich gleich. Dies wurde von den Umweltschützern und den GRÜNEN hart kritisiert.

Seit einigen Jahren sind Holzöfen eine große Mode. Gleichzeitig sind die Schornsteine heute sehr niedrig.

Dies führt dazu, dass die Luft in vielen Orten wieder schlechter wird.

Jetzt kam die Forderung auf, dass künftig die Schornsteine höher sein sollen, damit sich die Schadstoffe besser verteilen.

Die Forderung kam vom grünen Umweltminister aus Baden-Württemberg.

Bauernschläue

In Bayern gab es eine Volksinitiative zur Rettung der Bienen (und anderer Insekten).

Ein Bauer bietet jetzt Parzellen an, um sie mit Blumen und Gräsern zu bepflanzen, die Bienen mögen. Für 30 Euro im Jahr bepflanzt er 50 Quadratmeter, für 50 Euro 100 Quadratmeter. Er gibt eine große Nachfrage.

Ohne großen Aufwand hat er Einnahmen von 5-6000 Euro pro Hektar im Jahr. Mit konventioneller Landwirtschaft kommt vielleicht auf 1000 Euro und hat noch das Wetter- und Marktrisiko.

Eine typische Win-Win-Situation: der «Blühpächter» hat ein gutes Gewissen und der Bauer das Geld.

Wer wird da schon an Ablasshandel denken.