Archiv der Kategorie: Umwelt

Biogas, nein danke!

Biogasanlagen waren einmal ein Lieblingsprojekt der Grünen. Ich erinnere mich, dass die ehemalige Vorsitzende Simone Peters 70 GW Biogasanlagen in Deutschland installieren wollte. Dann wäre keine landwirtschaftliche Fläche für anderes übriggeblieben.

Dann kamen die Anlagen wegen des Maisanbaus in Kritik. Es wurde aber immer die «Vermaisung» kritisiert und weniger gefragt, wozu der Mais denn gebraucht wird. Dann wurde es stiller. Es werden kaum noch neue Anlagen installiert. Es droht aber, dass das Thema in den nächsten Jahren wieder in die Medien kommt. Denn die ersten Anlagen fallen aus der Förderung und der Betrieb lohnt sich danach nicht mehr.

Biogasanlagen haben 2018 fast genauso viel Strom erzeugt wie Solaranlagen. Wenn die Biogasanlagen außer Betrieb gehen, müsste man die Anzahl der Solaranlagen verdoppeln, um das zu kompensieren.

Heute erscheint auf SPON ein Artikel, der sich auf das (grüne) Bundesumweltamt beruft, unter dem Titel: «Alle zwei Wochen kommt es zu einem Unfall in einer Biogasanlage». Es wird weiter ausgeführt, dass bereits 17 Menschen umgekommen seien, die Anlagen vollkommen unsicher seien und eine unverantwortliche Bedrohung der Umwelt darstellen. Durch die hohen Leckagen von Methan sei zu befürchten, dass die Anlagen nicht mal einen Beitrag zum Klimaschutz liefern.

Fazit: Das Bundesumweltamt rettet mal wieder die Umwelt vor den bösen Bauern. Wie kann es ein Bauer dann noch wagen, weitere Förderung seines Biogasstroms zu verlangen.

Politik der hohen Schornsteine

In den 60er Jahren kam die «Politik der hohen Schornsteine» auf. Wegen der zunehmenden Luftverschmutzung erhöhte man die Schornsteine und verteilte dadurch die Schadstoffe auf eine größere Fläche. Dadurch war die Konzentration der Schadstoffe geringer und die Belastung der Bevölkerung geringer.

Die Summe der emittierten Schadstoffe blieb natürlich gleich. Dies wurde von den Umweltschützern und den GRÜNEN hart kritisiert.

Seit einigen Jahren sind Holzöfen eine große Mode. Gleichzeitig sind die Schornsteine heute sehr niedrig.

Dies führt dazu, dass die Luft in vielen Orten wieder schlechter wird.

Jetzt kam die Forderung auf, dass künftig die Schornsteine höher sein sollen, damit sich die Schadstoffe besser verteilen.

Die Forderung kam vom grünen Umweltminister aus Baden-Württemberg.

Bauernschläue

In Bayern gab es eine Volksinitiative zur Rettung der Bienen (und anderer Insekten).

Ein Bauer bietet jetzt Parzellen an, um sie mit Blumen und Gräsern zu bepflanzen, die Bienen mögen. Für 30 Euro im Jahr bepflanzt er 50 Quadratmeter, für 50 Euro 100 Quadratmeter. Er gibt eine große Nachfrage.

Ohne großen Aufwand hat er Einnahmen von 5-6000 Euro pro Hektar im Jahr. Mit konventioneller Landwirtschaft kommt vielleicht auf 1000 Euro und hat noch das Wetter- und Marktrisiko.

Eine typische Win-Win-Situation: der «Blühpächter» hat ein gutes Gewissen und der Bauer das Geld.

Wer wird da schon an Ablasshandel denken.

Pest oder Cholera?

Gestern sah ich (im Fernsehen) zwei Forscherinnen, die in den französischen Alpen Insekten fingen. Nach ihrer Aussage nimmt die Anzahl der Insekten dort nicht ab. In Deutschland hat man in der Krefelder Insektenstudie das Gegenteil festgestellt.

Die Krefelder Insektenstudie hat aber keine Einflussfaktoren auf die Abnahme der Insekten finden können.

Es fällt auf, dass etwa 2003-2004 das Insektensterben sich beschleunigt hat. Üblicherweise ist der erste Verdächtige das Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat. Der Gebrauch von Glyphosat ist aber zu diesem Zeitpunkt nicht angestiegen.

Es fällt aber auf, dass das Insektensterben parallel mit dem Ausbau der Windenergieanlagen verläuft. Um festzustellen, ob da überhaupt ein Zusammenhang sein kann, sollte man zuerst eine grobe Abschätzung der Mengen machen.

Dankeswerterweise hat das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) eine Literaturstudie durchgeführt (www.dlr.de/tt/fluginsekten).

Es ist bekannt, dass tote Insekten auf den Rotorblättern zu bis zu 50% Leistungseinbuße führen können. Man war bisher der Meinung, dass Insekten nur bis 30 m fliegen und das auch nur wenn kein Wind weht.

Neuere Untersuchungen zeigen jedoch, dass Insekten, wenn sie sich neue Brutplätze suchen, sehr hoch fliegen können und starke Winde bevorzugen. In der Studie wird eine konservative Abschätzung über die Menge der getöteten Insekten gemacht. Das Ergebnis ist 1200 t pro Jahr. Dies könnte einen signifikanten Einfluss auf die Insektenpopulation haben.

So eine Studie kann eigentlich nur der Anfang sein. Man müsste sich die Sache doch detaillierter ansehen. Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit lehnt aber eine Förderung weiterer Forschung ab.

Nur mal als Gedankenspiel: es stellt sich heraus, dass die Windenergieanlagen für das Insektensterben verantwortlich sind. Wir haben also die Wahl zwischen Zusammenbruch das Ökosystems (Insektensterben) oder Aussterben der Menschheit (Klimawandel). Früher sagte man, Pest oder Cholera.

Da ja üblicherweise auf das überlegene deutsche Vorsorgeprinzip verwiesen wird, müssten wir eigentlich alle Windenergieanlagen abschalten, bis wissenschaftlicher Konsens herrscht, dass es nicht an den Windturbinen liegt. Das kann aber dauern.

Vielleicht hat das Ministerium doch recht, dass man da nicht forschen muss, weil nicht sein kann, was nicht sein darf.

NOx-Lebensdauer

Wenn man NOx einatmet stirbt man früher, aber wie viel früher bei wie viel NOx? In der „Zeit“ habe ich eine Angabe gefunden. Bei der jetzigen Belastung mit NOx sterben wir alle 19 Stunden vor dem eigentlich vorgesehenen (von wem, führt hier zu weit) Todeszeitpunkt.

Üblicherweise geht man davon aus, dass bei kleinen Änderungen die Zusammenhänge linear sind. Wenn wir also die NOx-Belastung etwa halbieren leben wir knapp 10 Stunden länger.

Dafür machen wir den ganzen Aufwand für Fahrverbote, Dieselnachrüstung, etc.. 10 Stunden mehr, obwohl viele von uns dann schon so dement sind, dass sie überhaupt kein Zeitgefühl mehr haben.

Ein durchschnittlicher Mensch bringt es auf 780’000 Lebensstunden, ein Raucher auf 700’000 Lebensstunden. 10 Stunden mehr oder weniger machen den Kohl nun wahrlich nicht fett.

Interessant wäre es zu wissen, wie viel Lebensstunden eigentlich NOx-Hysterie kostet.

Limiten

Ich fahre nicht gerne auf der Autobahn, weil sie von Adolf Hitler gebaut wurde. 😊

Nein, weil ich nicht gerne schnell fahre. Es bleiben einem häufig nur die Möglichkeiten sich zwischen die LKWs einzureihen, was nicht ungefährlich ist, oder von schneller Fahrenden, die einem in den Kofferraum kriechen wollen, verscheucht zu werden. Ich kann daher alle Argumente für ein Tempolimit nur unterstützen. Wenn man die Kommentarspalten der großen Zeitungen anschaut, hat man das Gefühl, dass die große Mehrheit das ebenfalls so sieht. Daher erstaunt es, warum sich der Bundesverkehrsminister (BVM) so sträubt.

Es gibt jedoch eine repräsentative Umfrage, die besagt, dass 52% der Bundesbürger für ein generelles Tempolimit sind, 48% dagegen.

Es wurde nicht gleichzeitig die Parteipräferenz abgefragt, aber es ist sicher nicht abwegig anzunehmen, dass bei den CSU-Wählern eher eine Mehrheit gegen ein Tempolimit ist. Der BVM vertritt also die Meinung der Mehrheit seiner Wähler, woraus man in einer Demokratie einem Politiker schlecht einen Vorwurf machen kann. Es ist zwar beliebt alle Schuld den Politikern zu geben, aber wenn eine große Mehrheit ein Tempolimit möchte, würde sich die großen Parteien vermutlich dafür einsetzen.

Bei kleinen Parteien sieht die Situation vielleicht anders aus. Sie könnten sich überlegen, sich auf die Minderheit zu konzentrieren. Was passiert, wenn es durch eine Zersplitterung der politischen Landschaft keine großen Parteien mehr gibt? Werden dann Wünsche der Mehrheit nicht mehr umgesetzt?

Donnerwetter

HIer ein Verweis auf einen schönen Kommentar von Jörg Kachelmann:

https://www.t-online.de/nachrichten/panorama/id_84599106/kachelmanns-donnerwetter-diesel-die-politik-ignoriert-ein-groesseres-problem.html

In unserer Siedlung gibt es das Problem auch. Besonders an windstillen Abenden stinkt es manchmal sehr stark. Ich muss gestehen, dass wir auch so einen Kaminofen haben. Im letzten Winter haben wir ihn einmal angeworfen. Diesmal über Weihnachten an 3 Tagen. Wir geloben Besserung.

Kerosinsteuer

Die „Gelben Westen“ fordern eine Steuer auf Flugbenzin (Kerosin).

Die Kerosinsteuer ist ein beliebtes Thema. Für inländische Flüge könnte es in der EU jederzeit eingeführt werden. In den Niederlanden wurde es für Inlandsflüge (gibt es die in den Niederlanden?) eingeführt.

Interessanter sind aber die transnationalen Flüge. Die Steuerfreiheit ist in dem Abkommen über die internationale Zivilluftfahrt geregelt. Ein Austritt aus diesem Abkommen ist wohl nicht angebracht.

Mitgliedsländer können aber von einzelnen Regelungen des Vertrags abweichen. Es besteht nur eine Mitteilungspflicht.

Was würde passieren, wenn ein Land wie Frankreich eine Kerosinsteuer einführen würde. Wenn die Steuer sehr gering wäre, natürlich nichts. Aber die Steuer soll natürlich eine Lenkungswirkung haben.

Wer in einer großen Stadt wie Paris (82 Minuten mit dem TGV nach Brüssel)oder in der Nähe der Grenze lebt, fährt zum nächsten ausländischen Flughafen und fliegt ohne Kerosinsteuer. Wer sind die Gelackmeierten? Die Menschen, die auf dem Lande und im Zentrum des Landes leben. Was machen die dann? Sie legen eine gelbe Weste an und …

Was kostet der Deich?

Ich habe im Internet eine Aufzeichnung von der letzten Klimakonferenz in Kattowice gefunden.

Ein englischer Forscher hat die Ergebnisse seiner Studien präsentiert. Es ging unter anderem darum, welcher Effekte ein Wirbelsturm in Bangladesh hat unter der Berücksichtigung des Meeresspiegelanstiegs. Es wurde gezeigt, dass es immer schlimmer wird, wenn der Meeresspiegel steigt. Das ist natürlich zu erwarten, aber interessant waren natürlich die Zahlen, wie viel Land und wie viele Menschen es betrifft.

Ein Punkt wird aber nie erwähnt. Welchen Effekt hätte der Bau eines Deiches? Wie viel würde ein solcher Deich kosten und wie lange würde es dauern ihn zu bauen. Irgendwo habe ich von Baukosten von 4 Mrd. Euro gelesen.

Spitzenplatz verteidigt

In Oldenburg hat man festgestellt, dass die Stickoxid-Messstelle nicht gesetzeskonform aufgestellt ist. Der Ansaugstutzen muss gemäss EU-Richtlinie zwischen 1,5 m und 4 m Höhe sein.

Journalisten hatten 1,43 m gemessen. Jetzt wird die Messstelle geändert auf 1,53m. Warum haben die bei der EU eigentlich einen Spielraum von 1,5 m bis 4 m zugelassen? Die gönnen uns einfach die hohen Messwerte nicht. Aber darauf fällt unser (SPD-)Umweltminister nicht rein. So einfach lassen wir uns nicht von der Spitze verdrängen.