Archiv der Kategorie: Philosophie

Eigentor von Albert? Nein! Michel!

Michel Friedman hat einen Essay geschrieben zur Debattenkultur. In der NZZ gab einen Kommentar dazu, der folgendermassen begann:

Als Michel Friedman kürzlich einer Person begegnete, die die Existenz der Schwerkraft bestritt, schlug er ein Experiment vor: Zu zweit sollten sie sich in den zehnten Stock eines Gebäudes begeben. Friedman würde dort die Treppen nach unten nehmen, das Gegenüber solle sich vom Balkon stürzen. «Wenn wir uns unten wiedersehen, wissen wir, was Tatsache ist.»

Michel Friedman sieht die Debattenkultur in Gefahr durch Menschen, die einfach offensichtliche Tatsachen leugnen wie zum Beispiel die Schwerkraft.

Herr Friedman redet hier aber über Dinge, von denen er keine Ahnung hat. Gemäss der allgemeinen Relativitätstheorie (A. Einstein 1915) ist die Gravitation keine Kraft, sondern eine Illusion. Was für Herrn Friedman für eine offensichtliche Tatsache ist, ist für Physiker eine Illusion.

Es gibt ein Youtube-Video, in dem das gut erklärt wird (auf Englisch): Why Gravity is NOT a Force – YouTube

Es ist also gar nicht so einfach mit den Tatsachen und den Meinungen. Nur weil wir es glauben und es uns (in der Schule) erzählt wurde, ist es noch lange keine Tatsache.

In einer Philosophie-Vorlesung machte der Professor eine Bemerkung, die mich zu der Bemerkung provozierte, dass die Schwerkraft eine von Newton erfundene Illusion sei.

Die Antwort des Professors war, dass ich als nächstes wohl behaupten würde, dass die Erde flach sei. Da ich sah, dass mein Ruf jetzt wahrscheinlich ruiniert ist, schob ich noch die Bemerkung «In erster Näherung, ja» nach.

Wer heute öffentlich etwas behauptet, was schon seit über 100 Jahren Stand der Wissenschaft ist, verbreitet Fake-News, leugnet Tatsachen und gefährdet die Debattenkultur?

Determinismus?

Die meisten Philosophen und wohl auch Physiker sind vom Determinismus überzeugt. Vereinfacht gesagt, bedeutet dies, dass der Lauf der Welt vorbestimmt ist und der freie Wille eine Illusion ist.

Dies ist eine Frage, die mich von Zeit zu Zeit immer wieder beschäftigt.

1. Wenn alles vorbestimmt, dann muss das doch zu einem Fatalismus führen, ist oft die erste Reaktion.

Warum sollte ich etwas tun, wenn sich dadurch doch nichts ändert?

Dies ist jedoch ein Denkfehler. Denn der Entschluss zum Fatalismus setzt einen freien Willen voraus.

2. Der Determinismus hat seltsame Folgerungen. Es ist ja noch verständlich, dass es durch die Naturgesetze vorbestimmt ist, dass ich heute Abend zu viel Wein trinken werde. Aber wieso legen die Naturgesetze fest, dass ich es morgen bereuen werde? Zu mindestens wäre dies ein Hinweis darauf, dass hinter den Naturgesetzen kein intelligentes Design steckt.

Tut mir leid. Keine Wahl.

Die meisten Philosophen und wohl auch Physiker sind vom Determinismus überzeugt. Vereinfacht gesagt, bedeutet dies, dass der Lauf der Welt vorbestimmt ist und der freie Wille eine Illusion ist.

Dies ist eine Frage, die mich von Zeit zu Zeit immer wieder beschäftigt.

1. Wenn alles vorbestimmt, dann muss das doch zu einem Fatalismus führen, ist oft die erste Reaktion.

Warum sollte ich etwas tun, wenn sich dadurch doch nichts ändert?

Dies ist jedoch ein Denkfehler. Denn der Entschluss zum Fatalismus setzt einen freien Willen voraus. Wenn ich keinen freien Willen, kann ich mich auch nicht dazu entscheiden, Fatalist zu werden. Ich bleibe, wer und was ich bin.

2. Der Determinismus hat seltsame Folgerungen. Es ist ja noch verständlich, dass es durch die Naturgesetze vorbestimmt ist, dass ich heute Abend zu viel Wein trinken werde. Aber wieso legen die Naturgesetze fest, dass ich es morgen bereuen werde? Zu mindestens wäre dies ein Hinweis darauf, dass hinter den Naturgesetzen kein intelligentes Design steckt.