Archiv der Kategorie: Klima

Der gute Zweck heiligt allen Unsinn.

Vor kurzem haben zwei amerikanische Wissenschaftler aus Princeton eine Studie veröffentlicht, aus der hervorgeht, dass u. a. große Teile der norddeutschen Küste 2050 häufig unter Wasser stehen werden.

Jetzt haben sich Verantwortliche für den Küstenschutz in der Regionalpresse zu Wort gemeldet. Die Daten der Studie sind schlecht. Sebst 20m hohe Dünen sollen angeblich durch den Anstieg des Meeresspielgels um weniger als 1 m überspült werden. Dass wir an der Nordseeküste seit mehr als 1000 Jahren Deiche bauen, wurde in der Studie auch nicht berücksichtigt.

Erstaunt bin ich über eine Stellungnahme, dass solche Studien trotzdem gut sind, weil sie vor dem Klimawandel warnen. Wenn es also einem guten Zweck dient, darf man auch den größten Unsinn schreiben. Ich befürchte aber, dass der Schuss nach hinten losgeht. Wer einmal die Unwahrheit sagt, …

Das zunehmende Nichtsein…

Ich bin Gasthörer in Philosophie. In der letzten Woche haben wir für die ersten drei Sätze aus David Humes «Traktat über die menschliche Natur» 90 Minuten gebraucht. Man lernt wirklich Sätze sehr genau zu lesen.

Heute lese ich im Spiegel etwas von «zunehmenden Überflutungen unserer Städte». Grund für die zunehmenden Überflutungen ist der kommende Klimawandel.

Wenn etwas zunehmen soll, muss es zuerst existieren. Etwas das nicht existiert, kann nicht zunehmen.

Werden unsere Küstenstädte denn bereits regelmässig vom Meerwasser überflutet? Mir ist das nicht bekannt. Manchmal gibt es schwere Gewitter mit Starkregen, so dass das Wasser erstmal auf der Straße stehen bleibt. Aber das gab es auch zu meiner Jugend schon.

Dramatisch, dramatischer, Klimawandel

Bis vor kurzem konnte man auf SPON Artikel zum Klimawandel vom Diplom-Geologen Axel Bojanowsky lesen. Jetzt schreibt die Artikel eine promovierte Historikerin.

Heute war es mal wieder sehr dramatisch.

Zitat:» Der Meeresspiegel steigt noch schneller, die Eismassen schmelzen dramatisch ab»

https://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/sonderbericht-des-weltklimarats-land-unter-a-1288496.html

Dazu das Bild eines Jungen, der bis zum Hals im Wasser steht.

Das dramatische Ansteigen des Meeresspiegels kann man z. B. hier sehen.

Im Artikel wird erwähnt, um wie viel das Eis in der Antarktis jedes Jahr abnimmt (3mal der Bodensee).

Es wird nicht erwähnt, wie viel Eis es in der Antarktis gibt.

Laut Wikipedia nimmt das Eisvolumen in der Antarktis jedes Jahr um 1 Hunderttausendstel ab. Wenn der Prozess also linear verläuft (was sicherlich nicht der Fall ist), dauert es etwa 100’000 Jahre bis die Antarktis abgeschmolzen ist.

Als Physiker frage ich mich, wie man etwas so genau messen kann. Das Eis in der Antarktis ist etwa 2000 m dick. Es schmelzen im Jahr daher etwa 2 cm ab. Laut Artikel haben sich diese 2 cm um etwa 5% erhöht. Es sind jetzt 2.1 cm, also 1 mm mehr. Damit das Messergebnis signifikant ist, muss die Messgenauigkeit noch geringer sein. Man kann also die mittlere Eisdicke in der Antarktis auf weniger als einen 1mm genau bestimmen. Hört sich formidabel an, nur mir fehlt der Glaube.

Meiner Meinung nach ist das Dramatisieren in der Klimawandelproblematik kontraproduktiv. Es verhindert jede sachliche Diskussion. Am Ende stehen sich alle mit geschlossenem Visier gegenüber und nichts passiert.

Sitzen zwei Touristen («Landratten») bei auflaufendem Wasser auf einer Bank auf dem Deich. «Schau mal wie der Meeresspiegel steigt! So dramatisch hatte ich mir das gar nicht vorgestellt!»

Auch Du, mein Bruder

Greta Thunberg sagt, dass man ihre Kindheit gestohlen hat.

Nichts was ich in meinem Leben getan habe, habe ich getan, um den Klimawandel zu stoppen. Ich fahre zwar wenig Auto und auch nur ein kleines Auto, aber nicht wegen des Klimawandels. Habe daher auch ich ihre Kindheit gestohlen?

Vor kurzem las ich von einem Psychologen, dass man die Psyche von Kindern beschädigt, wenn man ihnen Angst macht. Greta Thunberg wurde ihre Kindheit gestohlen, weil sie in Angst lebt. Die Ursache ihrer Angst ist der Klimawandel.

Jetzt haben die meisten Kinder aber keine Angst vor dem Klimawandel. Vielleicht weil ihre Eltern ihnen keine Angst vor dem Klimawandel machen. Vielleicht hat Greta Thunberg ja Angst, weil ihre Eltern Aktivisten sind und ihr Angst vor dem Klimawandel gemacht haben.

Greta Thunberg lebt in Schweden. Schweden ist eins der Länder, das vom Klimawandel profitieren wird.

Schmerz, lass nach!

Wenn man, wie ich, 25 Jahre als Marathonläufer verbringt, dann stellt man sich irgendwann die Frage, ob man unter Masochismus leidet. Es heißt ja auch, das Schönste am Marathon sei das Nachlassen des Schmerzes. Ein wenig Masochismus gibt es wohl in jedem.

Wenn alle, die Angst vor dem Klimawandel haben, etwas dagegen tun wollten, könnten sie es.

Man darf seine Zimmertemperatur beliebig weit absenken (in Mietshäusern gibt es für innenliegende Wohnungen vielleicht eine Begrenzung). Man darf den Kühlschrank verschrotten. Man darf nur noch kalt duschen und hauptsächlich Rohkost essen. Man darf alles Geld, das man nicht zum Überleben braucht, in eine Wärmepumpe und Solaranlagen investieren.

Auch das Klimapaket der Bundesregierung verbietet nichts davon. Wenn zu mindestens die 41% der Bevölkerung, die Angst vor dem Klimawandel haben, ihren CO2-Ausstoss um 80% reduzieren, sollten die deutschen Klimaziele in greifbare Nähe gelangen.

Wenn Deutschland den Vorreiter macht und die Welt dann folgt, warum sollte es dann nicht auch innerhalb Deutschlands funktionieren? 41% machen den Vorreiter und die anderen folgen.

Aber nein, so geht es nicht. Wir wollen, dass die Bundesregierung uns so mit der CO2-Steuer quält, dass wir laut aufschreien und sofort die Wärmepumpe bestellen und uns schon darauf freuen, wie der Schmerz nachlässt, wenn sie geliefert wird.

Steigen oder Sinken?

Die indonesische Regierung überlegt den Regierungssitz aus Jakarta weg zu verlegen, weil die Stadt zum Teil im Meer versinkt.

In Spiegel-Online muss das als Warnung vor dem Klimawandel und dem Meeresspiegelanstieg dienen.

Der Meeresspiegel steigt um 3 mm im Jahr und deshalb versinkt die Stadt im Meer?

Die NZZ hat einen genauen Bericht geliefert (https://www.nzz.ch/international/indonesien-hauptstadt-jakarta-droht-im-meer-zu-versinken-ld.1399833) .

Jakarta ist auf einem instabilen Untergrund gebaut und es gibt keine ausreichende Wasserversorgung. Deshalb wir ein Großteil des Trinkwassers aus illegalen Brunnen gefördert. Dadurch sinkt der Grundwasserspiegel ab und der Boden schrumpft. Der Boden sinkt im Durchschnitt 60 mm im Jahr, also 20-mal mehr als dass der Meeresspiegel steigt.

Das bringt mich zu der Frage, wie man den Meeresspiegelanstieg misst. Wie kann man unterscheiden ob sich der Meeresspiegel hebt oder ob der Pegel sinkt?

Weltweit steigt der Meeresspiegel um 3.3 mm/Jahr, aber in der Nordsee nur um 1.5 mm. Hebt sich die Nordsee immer noch an, weil die Gletscher der letzten Eiszeit geschmolzen sind?

Bangemachen gilt nicht!

Die R+V-Versicherung lässt jedes Jahr die Menschen in Deutschland befragen, wovor sie Angst haben.

Die letzte Befragung zeigt, dass die Menschen zurzeit relativ wenig Angst haben. Am erstaunlichsten ist jedoch, dass Angst vor dem Klimawandel und Wetterextremen erst am Ende der Liste auftaucht.

Wenn man den Medien glaubt, ist der Klimawandel das grösste Problem der Zeit und alle anderen Probleme sind dabei zu vernachlässigen. Ca. 60% der Menschen in Deutschland haben aber keine Angst vor dem Klimawandel. Greta Thunberg hat jeden Tag Angst und möchte, dass wir panische Angst bekommen.

Der Kommentar in der Regionalpresse war heute, dass die Menschen noch nicht genug über die Gefahren des Klimawandels aufgeklärt sind. Wie ist das möglich? Man hört und liest doch überall vom Klimawandel, selbst in der Philosophievorlesung wird er erwähnt. Professoren schreiben in der Zeitung, dass die Existenz der Menschheit durch den Klimawandel gefährdet ist und 60% haben keine Angst.

Vielleicht liegt es eher daran, dass die Warner etwas übertrieben haben? In den 80er Jahren hiess es, dass es im Jahr 2000 keinen Schnee mehr in den Alpen geben würde. Nach dem warmen Sommer 2003 hiess es, dass solchen warmen Sommer jetzt häufiger kommen. In den nächsten 15 Jahren kamen sie aber nicht.

Greta Thunberg prophezeit die Apokalypse, aber die Leute können es nicht mehr hören.

Den Zeugen Jehovas glaubt auch keiner, dass die Welt bald untergeht.

Enttäuschend

Auf SPON erschien gerade ein Gastbeitrag von Stefan Rahmstorf mit dem verheissungsvollen Titel: «Die Menschheit verliert die Kontrolle über den Zustand der Erde».

Ob die Menschheit jemals die Kontrolle über den Zustand der Erde hatte oder ob das nur eine Idee von Leuten wie Napoleon oder Hitler war, lassen wir mal beiseite.

Er beginnt damit, dass die Klimaforscher schon seit 50 Jahren warnen. In meiner alten Firma nannte man das einen «cover my ass letter». Leute, die immer gleich rufen, dass sie schon immer dagegen waren und daher keine Verantwortung tragen, sind nutzlos, weil sie nichts zur Lösung des Problems beitragen.

Es folgt kein einziger Vorschlag zur Lösung des Problems. Dass man kein CO2 mehr emittieren soll, ist ein Ziel aber kein Lösungsvorschlag.

Dann versucht er noch ein bisschen Angst zu machen mit einem Anstieg des Meeresspiegels um 3 m, wenn die Antarktis abschmilzt. Damit aber keiner in 20 Jahren sagen, dass er sich geirrt hat, veranschlagt er 1000 oder auch 2000 Jahre für den Abschmelzprozess.

Wenn das Meer 1000 Jahre braucht, um 3m zu steigen, dann müssen wir die Deiche jedes Jahr um 3mm (Millimeter!) oder alle 100 Jahre um 30 cm erhöhen. Das kriegen die Friesen hin, keine Sorge. Falls nicht werde ich unser Haus (4m über dem Meeresspiegel) im Jahr 3019 verkaufen, bevor die Preise fallen.

Ich frage mich, wie wir den Meeresspiegel konstant gehalten haben, als wir noch Kontrolle über den Zustand der Erde hatten.

Herr Rahmstorf ist gerade auf einer Konferenz in Sidney. Ob er da hingesegelt ist?

…, zweitens als man denkt.

Beim Aufräumen der Festplatte habe ich eine interessante Veröffentlichung von Jochem Marotzke wiedergefunden mit dem Titel «Quantifying the irreducible uncertainty in near-term climate projections».

Es geht um ein Gedankenexperiment. Er versetzt sich in das Jahr 2035 und schaut zurück auf die Entwicklung des Klimas.  Er nimmt an, dass ab 2020 alle Staaten ihre Verpflichtungen aus dem Pariser Klimaabkommen erfüllen und ihre CO2-Emissionen reduziert haben. Kann man dann diese Reduktion z. B. in der Temperaturentwicklung durch einen abnehmenden Gradienten sehen? Seine Schlussfolgerung ist:

“Even if greenhouse-gas emissions begin to decline after year 2020, the probability is substantial that the response of iconic climate quantities to this decline will not have emerged by year 2035. According to the model used here, GMST [Global Mean Surface Temperature] will rise at a faster rate with a probability of as much as one-third.”

Mit 33%iger Wahrscheinlichkeit wird also der Temperaturgradient stärker werden und nicht abnehmen trotz der Emissionsreduktionen.

Der tiefere Grund ist, dass der Temperaturanstieg durch das CO2 überlagert wird durch andere Effekte, die sich chaotisch oder quasi-chaotisch verhalten.

Er sieht in diesem Fall ein großes Kommunikationsproblem kommen.

Der Samen für dieses Problem wird wohl bereits heute gelegt, weil in der Öffentlichkeit immer der Eindruck erweckt wird, dass es keine Unsicherheiten in den Klimaprognosen gibt.