Archiv der Kategorie: Klima

Wieviel bringt’s?

In der letzten Zeit liest man immer häufiger, dass die Menschen fliegen, weil die Flugpreise niedriger sind als die Bahnpreise. Der Grund sei, dass Kerosin nicht der Mineralölsteuer unterliegt.

Man findet aber in der Regel keine Zahlen, wieviel die Flugtickets teurer werden, wenn man das Kerosin besteuert. Auf einer österreichischen Seite habe ich gefunden, dass ein Flug von Wien nach Mallorca sich um ca. 60 Euro verteuern würde. Hätte das eine große Steuerungswirkung? Verzichten die Leute dann auf einen Mallorca-Urlaub oder steigen sie auf Auto bzw. Bahn und Fähre um? Ich habe Zweifel.

Eine Studie der EU, die jetzt an die Öffentlichkeit gelangt ist, erwartet, dass die CO2-Emissionen des Flugverkehrs um 11% zurückgehen, wenn eine Kerosinsteuer eingeführt wird.

Der Flugverkehr der gesamten Welt produziert ca. 2.5% der weltweiten CO2-Emissionen. Wenn dies um 11% reduziert wird, bedeutet das, dass die weltweiten CO2-Emissionen um weniger als 0.3% zurückgehen.

Was ist da los?

Die Bundesnetzagentur hat mal wieder Ausschreibungsergebnisse für Windenergie- und Solarenergieanlagen veröffentlicht.

Die Solarausschreibung ist wie immer überzeichnet. Das Installieren von Solarparks ist wirtschaftlich wohl sehr interessant. Während vor einiger Zeit die Vergabepreise noch mit jeder Ausschreibung gefallen sind, scheint sich jetzt ein konstanter Wert von ca. 5 ct/kWh einzupegeln.

Anders sieht es bei den Windenergieanlagen an Land aus. Bereits die letzten Ausschreibungen waren unterzeichnet. Jetzt sind sie noch weiter gefallen. Nur ca. 40% der ausgeschriebenen MW wurden vergeben. Warum werden nicht nehr genug Windenergieanlagen angeboten? Von RWE hieß es, dass es zurzeit in Deutschland nicht attraktiv ist. Heißt das, dass der Preis von ca. 6 ct/kWh zu niedrig ist?

Die Schweiz als Vorbild

Die Schweiz gilt ja in Deutschland nicht so häufig als Vorbild.

Aber bei der Diskussion über die CO2-Steuer wird häufig auf die Schweiz verwiesen, die bereits vor Jahren erfolgreich eine CO2-Steuer eingeführt hat. Ich habe aber bisher nirgends etwas gelesen, welchen Effekt die Steuer auf die Emissionen hat.

Hier folgt die offizielle Schweizer Grafik:

Jetzt stellt sich die Frage, wann denn die Steuer eingeführt wurde. Kann man es an den Emissionen erkennen?

Die richtige Antwort lautet: 2008.

Was soll der Leser sich dabei denken?

Im Spiegel ist ein Artikel mit Klimaforschern erschienen, in dem es heißt, dass es bei den Klimamodellen in den letzten 40 Jahren praktisch keine Fortschritte gegeben hat. Die Modelle sagen nicht mal aus, ob die Alpengletscher schmelzen werden oder zunehmen werden. Das Problem ist hauptsächlich die Wolken, die man schlecht modellieren kann. Vor 40 Jahren hieß es, dass sich die Erde bei einer Verdopplung des CO2 in der Luft erwärmt und zwar um irgendwas zwischen 1.5 und 4.5°C. Auch heute weiß man es noch nicht genauer.

Gleichzeitig gibt es einen Artikel, in dem es heißt, dass in naher Zukunft (wann ist das?) folgendes droht:

«Unbewohnbar heiße Millionenstädte, großflächig überflutete Küstenregionen (in denen Hunderte Millionen Menschen leben), katastrophal lange Dürreperioden, Wasserknappheit, Ernteausfälle, riesige Wald- und Buschbrände und als Folge all dessen Abermillionen an Klimaflüchtlingen. Alles auf einmal.”

Interessant wie jemand aus einer derart ungenauen Aussage so genaue Prognosen machen kann.

Pest oder Cholera?

Gestern sah ich (im Fernsehen) zwei Forscherinnen, die in den französischen Alpen Insekten fingen. Nach ihrer Aussage nimmt die Anzahl der Insekten dort nicht ab. In Deutschland hat man in der Krefelder Insektenstudie das Gegenteil festgestellt.

Die Krefelder Insektenstudie hat aber keine Einflussfaktoren auf die Abnahme der Insekten finden können.

Es fällt auf, dass etwa 2003-2004 das Insektensterben sich beschleunigt hat. Üblicherweise ist der erste Verdächtige das Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat. Der Gebrauch von Glyphosat ist aber zu diesem Zeitpunkt nicht angestiegen.

Es fällt aber auf, dass das Insektensterben parallel mit dem Ausbau der Windenergieanlagen verläuft. Um festzustellen, ob da überhaupt ein Zusammenhang sein kann, sollte man zuerst eine grobe Abschätzung der Mengen machen.

Dankeswerterweise hat das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) eine Literaturstudie durchgeführt (www.dlr.de/tt/fluginsekten).

Es ist bekannt, dass tote Insekten auf den Rotorblättern zu bis zu 50% Leistungseinbuße führen können. Man war bisher der Meinung, dass Insekten nur bis 30 m fliegen und das auch nur wenn kein Wind weht.

Neuere Untersuchungen zeigen jedoch, dass Insekten, wenn sie sich neue Brutplätze suchen, sehr hoch fliegen können und starke Winde bevorzugen. In der Studie wird eine konservative Abschätzung über die Menge der getöteten Insekten gemacht. Das Ergebnis ist 1200 t pro Jahr. Dies könnte einen signifikanten Einfluss auf die Insektenpopulation haben.

So eine Studie kann eigentlich nur der Anfang sein. Man müsste sich die Sache doch detaillierter ansehen. Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit lehnt aber eine Förderung weiterer Forschung ab.

Nur mal als Gedankenspiel: es stellt sich heraus, dass die Windenergieanlagen für das Insektensterben verantwortlich sind. Wir haben also die Wahl zwischen Zusammenbruch das Ökosystems (Insektensterben) oder Aussterben der Menschheit (Klimawandel). Früher sagte man, Pest oder Cholera.

Da ja üblicherweise auf das überlegene deutsche Vorsorgeprinzip verwiesen wird, müssten wir eigentlich alle Windenergieanlagen abschalten, bis wissenschaftlicher Konsens herrscht, dass es nicht an den Windturbinen liegt. Das kann aber dauern.

Vielleicht hat das Ministerium doch recht, dass man da nicht forschen muss, weil nicht sein kann, was nicht sein darf.

Fehlschluss verhindert

Die NASA veröffentlicht auf ihrer Webseite die globale Temperatur (siehe Diagramm weiter unten). Gerade ist der Wert für 2018 erschienen (+0.83°C). Damit ist die Temperatur jetzt das zweite Jahr hintereinander gesunken. Wenn das noch 8 Jahre so weiter geht, ist der ganze Klimawandel weg. Ein Horrorszenario, dass natürlich nicht eintreten wird.

Eigentlich wäre die Kurve ja das ideale Argument für jeden Klimaforscher und Klimajournalisten, um zu zeigen, wie viel noch über den Klimawandel zu erforschen und zu berichten ist, z. B. wie der Knick zu erklären ist.

Aber das Sinken der Temperatur wird in keiner Meldung thematisiert (zu mindestens habe ich nichts gesehen), weil befürchtet wird, dass die Leser zu blöd sind und die falschen Schlüsse ziehen. Deshalb bewahren verantwortliche Journalisten die blöden Leser vor Fehlschlüssen. Nur die bei der NASA haben das noch nicht kapiert.  

Globale Temperaturerhöhung relative zu 1951-1980 Durchschnitt

Außer Spesen und Thomas Münzer

Die sogenannte Kohlekommission hat ihren Bericht auf 336 Seiten vorgelegt. Davon widmen sich aber nur wenige Seiten der künftigen Stromversorgung und nur eineinhalb Seiten der Versorgungssicherheit.

Der größte Teil besteht aus Ideen wie man eine Industriebrache verhindert, z. B. durch ein Museum «Thomas Münzer und der Bauernkrieg».

Es wird nur beschrieben wie viel GW Stromerzeuger aus Braunkohle und Steinkohle wann vom Markt gehen sollen. Nur in einem Satz wird davon gesprochen, dass die Kohleverbrennung durch Gasverbrennung ersetzt werden soll. Immerhin wird das Problem angesprochen, dass es keine neuen Gaskraftwerke gäben könnte, wenn die Kohlekraftwerke abgeschaltet werden. Dann sollte es einen «systematischen Investitionsrahmen” geben. Was man sich darunter vorstellen soll, wird nicht weiter ausgeführt.

Wie das Ganze umgesetzt werden soll, bleibt im Dunklen. Die „Zeit“ schreibt, dass die Regierung bis April Vorschläge zur Umsetzung vorlegen soll. Wenn wir in England wären, könnte man jetzt Wetten abschließen, was sich mehr verzögert: der Berliner Flughafen oder der Kohleausstieg.

Deichen oder Weichen

Es gib wohl kaum ein Land, dass bei steigendem Meeresspiegel betroffen ist wie, nein nicht Bangla-Desh, die Niederlande. Über 50% der Bewohner (9 Millionen) wohnen unterhalb des Meeresspiegels. Auf der anderen Seite haben die Niederländer jahrhundertlange Erfahrungen mit Deichbau.

Der niedrigliegende Teil der Niederlande ist aufgeteilt in 53 Deichringe. Die Ringe um die großen Städte sind so hoch, dass nur alle 10’000 Jahre mit einer Überschwemmung gerechnet werden muss. Steigt der Meeresspeigel um 70 cm, muss alle 100 Jahre mit einer Überschwemmung gerechnet werden.

Die niederländische Regierung hat bereits 2008 die Kosten berechnen lassen, wenn der Meeresspiegel steigt und die Deiche erhöht werden müssen. Das Ergebnis ist 0.1% bis 0.2% des Bruttosozialprodukts. Ein bezahlbarer Betrag.

Mehr dazu hier.

Was kostet der Deich?

Ich habe im Internet eine Aufzeichnung von der letzten Klimakonferenz in Kattowice gefunden.

Ein englischer Forscher hat die Ergebnisse seiner Studien präsentiert. Es ging unter anderem darum, welcher Effekte ein Wirbelsturm in Bangladesh hat unter der Berücksichtigung des Meeresspiegelanstiegs. Es wurde gezeigt, dass es immer schlimmer wird, wenn der Meeresspiegel steigt. Das ist natürlich zu erwarten, aber interessant waren natürlich die Zahlen, wie viel Land und wie viele Menschen es betrifft.

Ein Punkt wird aber nie erwähnt. Welchen Effekt hätte der Bau eines Deiches? Wie viel würde ein solcher Deich kosten und wie lange würde es dauern ihn zu bauen. Irgendwo habe ich von Baukosten von 4 Mrd. Euro gelesen.

Stillstand

Wenn man mal die Extremisten beider Seiten weglässt, dann ging der Streit der Klimaforscher darum, wie groß der menschengemachte Anteil am Klimawandel ist. Bisher war man der Meinung, dass nur ein Teil des Klimawandel natürlichen Ursprungs ist und der andere Teil menschengemacht.

Im neuen Regelwerk sind Entschädigungszahlungen für Klimaschäden vorgesehen. Dazu müsste man eigentlich wissen, wie groß der jeweilige Anteil ist, denn für den natürlichen Klimawandel gibt es keine Entschädigungen. Da ist natürlich ewiger Streit vorprogrammiert.

Da hat der Weltklimarat aber vorgesorgt. Zur großen Überraschung hat er im letzten Bericht festgestellt, dass der Klimawandel ganz menschengemacht ist.

Wenn man das weiterdenkt, dann bedeutet das, dass der ewige Klimawandel am Beginn der industriellen Revolution zum Stillstand gekommen ist. Wenn wir kein CO2 mehr emittieren, dann bleibt das Klima auf ewig wie es ist.