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Missglücktes Pfingstwunder?

Ich glaube(!!) vieles nicht, was ich lese und rechne gerne nochmal selbst nach. Heute habe ich zum ersten Mal die Corona-Zahlen vom Robert-Koch-Institut heruntergeladen und wollte selbst mal nachrechnen, ob es wirklich einen exponentiellen Anstieg gab oder ob es nur so aussah.

Die Daten gibt es hier.

Dabei ist mir etwas Seltsames aufgefallen. Am Freitag, den 31.7. gab es 9141 Corona-Tote und am Samstag waren es schon 7 mehr, nämlich 9148. Am Sonntag waren es dann wieder wie am Freitag 9141.

Obwohl Pfingsten dieses Jahr nicht auf den 2. August fiel, sind 7 Menschen wieder lebendig geworden. Aber es hat ihnen nichts genützt, denn am Montag sind wieder 7 gestorben, so dass die Zahl vom Samstag wieder erreicht wurde.

Schauen wir mal, was der Apostel Paulus uns dazu sagt und schauen in den Römerbrief, Kapitel 8, Vers 31 in der Übersetzung in heutigem Deutsch: «Was sollen wir noch weiter sagen?»

Das will ich hier nicht lesen!

Vor der Erfindung des Internets war es für die Zeitungen einfacher. Man hatte durch das Anzeigengeschäft eine permanente Einnahmequelle, die jetzt zum großen Teil weggefallen ist.

Dadurch spielt der Abonnent eine größere Rolle. Und da liegt das Problem. Der gemeine Leser möchte nämlich in «seiner» Zeitung lesen, was ihm gefällt. Was ihm aber besonders nicht gefällt, sind kritische Artikel über seine «Helden».

Einer dieser Helden ist Igor Levit, ein Pianist klassischer Musik. Auch das Geschäft der klassischen Musik funktioniert heute wie Popmusik. Junge Pianistinnen sehen heute alle wie Modells aus und müssen halbnackt am Klavier sitzen, wenn sie erfolgreich sein wollen. Klavierspielen müssen sie auch können, aber das allein reicht nicht.

Igor Levit ist ein Künstler, der sich sehr gut verkauft. Er hat Kontakte zu den wichtigen Journalisten. Wenn man ihn hören will, muss man seine CDs nicht kaufen. Einfach einen der deutschen Klassiksender einschalten und ein wenig warten.

Ausserdem setzt er sich für alle positiven Dinge wie Klimaschutz, Antirassismus, etc. ein, was man an seiner regen Twittertätigkeit erkennt.

Es gibt einen Musikwissenschaftler, ein wirklicher Experte, der ärgert sich darüber, dass Igor Levit so im Vordergrund steht, obwohl er kein anständiges Legato spielen könne und wirklich gute Pianisten im Hintergrund verschwinden. Daher hat der Musikkritiker einen Artikel in der Süddeutschen Zeitung publiziert. Musikkritiker können schon sehr zuschlagen (Eduard Hanslick über A. Bruckner: «traumverwirrter Katzenjammerstil»).

Der Artikel ist ein starker Verriss, der keine Mühe zur Ausgewogenheit erkennen lässt. Herr Levit war beleidigt, d.h. der Artikel hat seinen Zweck erfüllt.

Als der Artikel kritisiert wurde, stellte sich Süddeutsche Zeitung hinter ihren Autor. Das heisst nun nicht, dass sie den Inhalt teilt, aber sie meint, dass man so einen Artikel schreiben dürfe.

Dann setzte aber der normale «shitstorm» ein. Die Leser waren empört, so etwas in «ihrer» SZ zu lesen.

Einige Zwischen-den-Zeilen-Leser hatte auch gleich Spuren von Antisemitismus entdeckt.

Die SZ machte einen Rückzieher, entschuldigte sich bei Igor Levit und denkt darüber nach, wie so etwas in Zukunft verhindert werden kann. Erscheinen jetzt in der SZ nur noch Lobeshymnen über Igor Levitt?

Was macht man als Journalist, wenn einem der Leser «vorschreiben» will, was er lesen will?

Eine Zeitung braucht dann nur Journalisten, die das Weltbild ihrer Leser teilen. Willkommen in der Blase!

Nur her damit!

Kaum war die Karte mit möglichen Standorten für das nukleare Endlager erschienen, forderte die örtliche CDU, dass der Gemeinderat eine Resolution verabschieden solle, dass unsere Gemeinde auf keinen Fall in Frage käme wegen des Tourismus, der Landschaft und überhaupt.

Was das bringen soll, wenn alle Gemeinderäte solche Resolutionen abschicken, lassen wir mal offen.

Ich hätte einen anderen Vorschlag. Wir bieten uns als Standort an!

Damit könnte man die Suche um mehrere Jahre, wenn nicht Jahrzehnte abkürzen. Dadurch werden zig Millionen Euro gespart. Als Gegenleistung erhält die Gemeinde das eingesparte Geld. Der Staat erhält die Zeitersparnis.

Dann bauen wir uns ein grosses Schwimmbad, eine Eishalle, ein Velodrom, einen Konzertsaal, Bürgersteige aus Marmor oder was uns sonst noch gefällt.

Ergebnis: bei uns ist es noch schöner als es soundso schon ist und alle freuen sich, dass es uns gibt!

PS: aber auf mich hört ja wieder keiner.

Wilde Elefanten

Es gibt von Paul Watzlawick eine schöne Geschichte:

Ein Mann steht auf dem Marktplatz und klatscht alle 10 Sekunden in die Hände. Auf die Frage eines Passanten, warum er das mache, sagt er, dass er wilde Elefanten vertreibe. Aber er sehe keine wilden Elefanten entgegnet der Passant. Ich klatsche ja auch sagt der Mann.

Paul Watzlawick will damit zeigen, dass man, wenn man ein Problem falsch angeht, dieses nicht löst, sondern verewigt.

Wir tragen Masken im Supermarkt damit sich keiner ansteckt. Es hat sich aber noch keiner im Supermarkt angesteckt. Wir tragen ja auch Masken.

Wie lange noch? Bis ein Impfstoff da ist. Wirkt so ein Impfstoff 100%ig? 2017/2018 hat der Grippewirkstoff sehr gut gewirkt, sagt das Robert-Koch-Institut. Besser als sonst. Ein voller Erfolg. Und wieviel %. Hervorragende 15%.

Datenschutz

Ich wundere mich immer wieder wie besorgt manche Menschen sind, dass man an ihre Daten kommt.

Vielleicht hält es sich da jemand für wichtiger als er ist.

Ich wüsste nicht, was jemand mit meinen Daten anfangen sollte. Er könnte mir Werbung schicken, aber ich reagiere nicht auf Werbung.

In meiner früheren Firma war die Entwicklungsabteilung immer sehr besorgt, dass sie von der Konkurrenz ausspioniert wird.

Ich habe dann einmal gefragt, ob wir auch versuchen, die Konkurrenz auszuspionieren. Natürlich nicht.

Erstens machen wir so etwas Unanständiges nicht und zweitens gäbe es bei denen nichts auszuspionieren, weil wir soundso die Besten sind.

Folgerung: Bei der Konkurrenz arbeiten die Unanständigen und bei uns die Arroganten.

Alles ist einmal vorbei, oder…

Wann ist die Pandemie vorbei?

Man könnte z. B. sagen, wenn alle Tests negativ sind. Hört sich vernünftig an. Zurzeit sind 0,6% aller Tests positiv. Wird also auf einem guten Weg!

Da war noch was mit falsch positiv. Bei jedem Test gibt es Test, die fälschlicherweise positiv sind, obwohl die Person negativ ist. Für die Corona-Tests schätzt man 0,3% bis 1%.

Da es also immer falsch positive Ergebnisse gibt, wenn man nur ausreichend viel testet, hört die Pandemie nach der vorgeschlagenen Methode nie auf.

Nach deutschem Recht hört die Pandemie auf, wenn der Bundestag das so entscheidet. Daher wahrscheinlich erst nach den Parlamentsferien.

Leerstellen

Man weiß heute noch nicht, wie die Corona-Lage im Winter sein wird. Aber es könnte ja noch einen Infizierten geben. Daher hat die Uni Oldenburg beschlossen, dass der Großteil der Veranstaltungen auch im nächsten Wintersemester online stattfinden wird. Da aber manche Wissenschaftler davon ausgehen, dass der Virus nie ganz verschwindet, könnte dieser Zustand ein Dauerzustand werden.

Die Uni möchte den Fachbereich Medizin ausbauen und plant dafür neue Gebäude. Das Land Niedersachsen hat jetzt verlauten lassen, dass die geforderten 142 Millionen Euro wegen der Corona-Krise leider nicht zur Verfügung stehen.

Wenn ich jetzt an der Uni vorbeifahre, sehe ich nur leere Gebäude.  Das hat mich auf einige Gedanken gebracht.

Für Dozenten gibt es keine Anwesenheitspflicht. Daher könnte man allen Dozenten (Ausnahmen müssen begründet werden) die Räume streichen. Arbeitsräume im Home Office können dann vermutlich sogar steuerlich geltend gemacht werden.

Da ein großer Teil der Räume während der vorlesungsfreien Zeit (= 6 Monate) leer steht, könnte man das Semester der Mediziner einfach um 3 Monate verschieben. Die Mediziner studieren dann einfach in der vorlesungsfreien Zeit. Dass diese Zeit gerade in den Sommerurlaub und die Ski-Ferien fällt, kann man wohl für ein paar Jahre akzeptieren.

Denn sie wissen nicht,…

Als Politiker hat man grob gesagt zwei Möglichkeiten:

  1. Man macht, was man für richtig hält. Beispiel: Gerhard Schröder

Dann erhält man den Vorwurf, dass man keine Rücksicht auf den Willen der Wähler nimmt.

  • Man hört auf das Volk und macht, was die Leute wollen. Beispiel: (häufig, nicht immer) Angela Merkel

Dann kommt der Vorwurf, dass man sein Fähnchen nach dem Wind dreht.

Egal was man macht, man muss sich von den Journalisten, Kabarettisten, etc. anpinkeln lassen und von Vollpfosten sogar bedrohen lassen.

Wenn ich meine berufliche Karriere mit der eines durchschnittlichen Politikers vergleiche, dann muss ich sagen, dass ich in der Industrie mehr verdient habe und ich mich von niemanden anpinkeln lassen musste, sondern immer respektvoll behandelt wurde.

Darum findet man in der Politik auch wenige Leute aus der Wirtschaft. Dann werden Entscheidungen wie der «Lockdown» gefällt, ohne dass man weiss, was man damit anrichtet.

Arroganz und Paranoia

Ich benutze seit Jahren regelmässig Skype (mit Video) und in all den Jahren ist es nicht einmal abgestürzt oder die Verbindung wurde unterbrochen.

In diesem Online-Semester benutzen wir eine andere Software und man fliegt öfter mal raus.

Die Universität sagt, dass sie aus Datenschutzgründen keine kommerzielle Software einsetzen kann.

Die gesamte Industrie weltweit benutzt Programme von Microsoft, SAP, Oracle etc. und sieht diese Probleme nicht.

Welchen Daten hat denn die Universität, die so streng geschützt werden müssen? Die personenbezogenen!! Die Universität hat von mir meinen Namen, meine Adresse und mein Alter, so wie überflüssigerweise meinen akademischen Grad. Wenn diese Daten irgendjemand bekannt werden, habe ich natürlich ein Problem.

In der Industrie haben hauptsächlich die Entwicklungsabteilungen Angst vor Datenklau. Meine Ex-Kollegen haben sich immer eingeschlossen, damit sie nicht von Siemens ausspioniert werden.

Ich habe mal jemanden gefragt, ob wir versuchen, Siemens auszuspionieren. Die Antwort war nein, denn was sollten wir denn von denen lernen. Wir sind eh besser. Die gleiche Antwort würde man vermutlich bei Siemens auch erhalten. Mischung aus Arroganz und Paranoia?

Kürzlich erzählte mir eine ältere Dame (Akademikerin), dass sie zu ihrem Entsetzen festgestellt habe, dass der Bankangestellte sich ihr Konto ansehen konnte, obwohl sie ihm ihre PIN nicht genannt hatte.

Ich habe ihr zu erklären versucht, dass die Bank schon wissen müsste, was auf den Konten passiere. Überzeugt habe ich sie nicht.

Datenschutz gilt übrigens nicht für Tote. Sobald man tot ist, dürfen alle Daten der Person veröffentlicht werden. Wie sollte ein Toter auch seine Zustimmung signalisieren? Daher fallen die personenbezogenen Daten auf Grabsteinen nicht unter den Datenschutz.