Archiv der Kategorie: Energiewende

Steuerungsgewinner

Es gibt ein Sofortprogramm der Grünen zum Klimaschutz.

Dazu gehört auch eine CO2-Steuer, mit der wir zum klimafreundlicheren Verhalten gesteuert werden soll.

20 Euro pro Tonne CO2 werden fällig. Das bedeutet für uns bei 4 Tonnen CO2 pro Jahr eine Mehrbelastung von 160 Euro. Gleichzeitig wird aber die Stromsteuer (das ist die sogenannte Ökosteuer, mit der wir schon mal gesteuert werden sollten) abgeschafft. Das macht für uns 43 Euro Ersparnis.

Zusätzlich soll noch jeder von uns 100 Euro am Jahresende erhalten.

In der Summe macht das einen Gewinn von 83 Euro im Jahr.

Die Grünen zu wählen, ist für uns eine lohnende Investition.

Klima-Innovation

Die deutsche Bevölkerung ist gemäß Umfragen für den Klimaschutz, solange es nichts kostet. Höhere Strompreise werden nur von ca. 20% der Bevölkerung akzeptiert.

Die Dekarbonisierung Deutschland ist aber nicht für umsonst zu haben.

Die Grünen haben jetzt eine innovative Lösung gefunden. Man erstellt einen sogenannten Klimafond, aus dem alles finanziert wird. Der Fond wird einfach mit Schulden finanziert. Die Schulden müssen zwar auch von der Bevölkerung finanziert werden, aber das kann man so verschwommen machen, dass eine direkte Zuordnung zu steigenden Preisen kaum möglich ist. Ausserdem wird das Zurückzahlen über Generationen verteilt (oder eventuell wird nicht zurückgezahlt).

Dürfen die das denn?

Die Demonstranten am Tagebau und vor der Konzernzentrale von RWE fordern den sofortigen Ausstieg aus der Kohleverbrennung.

Im Prinzip könnte man bei RWE in den Kraftwerken einfach auf den Knopf drücken und die Kraftwerke abschalten und manche Mitarbeiter bei RWE würden das gerne auch mal tun. Aber darf RWE das überhaupt?

Gemäss Energiewirtschaftsgesetz müsste RWE das Abschalten mindestens 12 Monate vorher bei der Bundesnetzagentur anmelden. Da aber ohne die Kohlekraftwerke die Versorgungssicherheit gefährdet ist, wird die Bundesnetzagentur dies nicht erlauben.

Die Demonstranten fordern also RWE zu Gesetzesverstössen auf.

Sie halten das für gerechtfertigt, weil sie glauben, dass die Existenz der Menschheit durch die Kohlekraftwerke gefährdet ist. Das behauptet aber kein seriöser Wissenschaftler.

Glauben darf man, Kraftwerke abschalten aber nur mit Genehmigung.

Biogas, nein danke!

Biogasanlagen waren einmal ein Lieblingsprojekt der Grünen. Ich erinnere mich, dass die ehemalige Vorsitzende Simone Peters 70 GW Biogasanlagen in Deutschland installieren wollte. Dann wäre keine landwirtschaftliche Fläche für anderes übriggeblieben.

Dann kamen die Anlagen wegen des Maisanbaus in Kritik. Es wurde aber immer die «Vermaisung» kritisiert und weniger gefragt, wozu der Mais denn gebraucht wird. Dann wurde es stiller. Es werden kaum noch neue Anlagen installiert. Es droht aber, dass das Thema in den nächsten Jahren wieder in die Medien kommt. Denn die ersten Anlagen fallen aus der Förderung und der Betrieb lohnt sich danach nicht mehr.

Biogasanlagen haben 2018 fast genauso viel Strom erzeugt wie Solaranlagen. Wenn die Biogasanlagen außer Betrieb gehen, müsste man die Anzahl der Solaranlagen verdoppeln, um das zu kompensieren.

Heute erscheint auf SPON ein Artikel, der sich auf das (grüne) Bundesumweltamt beruft, unter dem Titel: «Alle zwei Wochen kommt es zu einem Unfall in einer Biogasanlage». Es wird weiter ausgeführt, dass bereits 17 Menschen umgekommen seien, die Anlagen vollkommen unsicher seien und eine unverantwortliche Bedrohung der Umwelt darstellen. Durch die hohen Leckagen von Methan sei zu befürchten, dass die Anlagen nicht mal einen Beitrag zum Klimaschutz liefern.

Fazit: Das Bundesumweltamt rettet mal wieder die Umwelt vor den bösen Bauern. Wie kann es ein Bauer dann noch wagen, weitere Förderung seines Biogasstroms zu verlangen.

Wieviel bringt’s?

In der letzten Zeit liest man immer häufiger, dass die Menschen fliegen, weil die Flugpreise niedriger sind als die Bahnpreise. Der Grund sei, dass Kerosin nicht der Mineralölsteuer unterliegt.

Man findet aber in der Regel keine Zahlen, wieviel die Flugtickets teurer werden, wenn man das Kerosin besteuert. Auf einer österreichischen Seite habe ich gefunden, dass ein Flug von Wien nach Mallorca sich um ca. 60 Euro verteuern würde. Hätte das eine große Steuerungswirkung? Verzichten die Leute dann auf einen Mallorca-Urlaub oder steigen sie auf Auto bzw. Bahn und Fähre um? Ich habe Zweifel.

Eine Studie der EU, die jetzt an die Öffentlichkeit gelangt ist, erwartet, dass die CO2-Emissionen des Flugverkehrs um 11% zurückgehen, wenn eine Kerosinsteuer eingeführt wird.

Der Flugverkehr der gesamten Welt produziert ca. 2.5% der weltweiten CO2-Emissionen. Wenn dies um 11% reduziert wird, bedeutet das, dass die weltweiten CO2-Emissionen um weniger als 0.3% zurückgehen.

Was ist da los?

Die Bundesnetzagentur hat mal wieder Ausschreibungsergebnisse für Windenergie- und Solarenergieanlagen veröffentlicht.

Die Solarausschreibung ist wie immer überzeichnet. Das Installieren von Solarparks ist wirtschaftlich wohl sehr interessant. Während vor einiger Zeit die Vergabepreise noch mit jeder Ausschreibung gefallen sind, scheint sich jetzt ein konstanter Wert von ca. 5 ct/kWh einzupegeln.

Anders sieht es bei den Windenergieanlagen an Land aus. Bereits die letzten Ausschreibungen waren unterzeichnet. Jetzt sind sie noch weiter gefallen. Nur ca. 40% der ausgeschriebenen MW wurden vergeben. Warum werden nicht nehr genug Windenergieanlagen angeboten? Von RWE hieß es, dass es zurzeit in Deutschland nicht attraktiv ist. Heißt das, dass der Preis von ca. 6 ct/kWh zu niedrig ist?

Mit 20 Euro die Menschheit retten

Manchmal denke ich, dass die Welt doch verdammt kompliziert ist. Aber dann liest man in der Zeitung, wie simpel die Dinge doch manchmal sind.

Zur Rettung der Welt soll die CO2-Steuer dienen. Die Steuer soll den Verbrauch steuern (kommt das Wort Steuer von steuern?). Jetzt gibt es eine Studie, dass der ärmere Teil der Bevölkerung von der Steuer profitiert. Das habe ich nicht erwartet, da der ärmere Teil meistens in den schlechter isolierten Häusern wohnt.

Es werden nur die Reichen belastet und zwar im Durchschnitt mit 20 Euro im Monat. Nicht zu früh gefreut, denn im Jahr 2030 (in 11 Jahren) kann es auf 40 Euro im Monat ansteigen.

Da werden die Reichen aber aufstöhnen und dann sofort ihr Haus isolieren, für 20’000 Euro eine Wärmepumpe anschaffen und nur noch mit dem Bus fahren.

Was man doch mit 20 Euro im Monat alles erreichen kann.

Der letzte macht das Licht aus.

Die Akademie der Wissenschaften hat bereits 2017 eine wenig beachtete Studie zur Energieversorgung mit erneuerbaren Energien bis 2050 vorgelegt. Danach brauchen wir auch bei 100% erneuerbaren Energien noch Reservekraftwerke von 100’000 MW. Dies sollen alles Gaskraftwerke sein. Wir haben zurzeit etwa 28’000 MW an Gaskraftwerken. Davon stammen aber viele noch aus den 70er Jahren. Nimmt man mal optimistisch an, dass 20’000 MW auch in der Zukunft brauchbar sind, dann müssen noch 80’000 MW in den nächsten 30 Jahren hinzugebaut werden.

Siemens könnte sicherlich ohne grosse Probleme Aufträge für 60’000 MW bekommen. Das wären dann 2000 MW pro Jahr bzw. 4 Kraftwerksblöcke pro Jahr. Damit wäre das Kraftwerksgeschäft von Siemens gut ausgelastet. Hinzu käme ja auch noch hier und da ein Kraftwerk im Rest der Welt.

Wenn man das deutsche Modell auf den Rest der Welt übertragen würde, würden gigantische Mengen an Reservekraftwerken auf Gasturbinenbasis nötig.

Bei Siemens scheint man weder an das eine noch an das andere zu glauben und möchte das Kraftwerksgeschäft loswerden.

Interessanterweise soll das Windturbinengeschäft an das abzuspaltende Kraftwerksgeschäft abgegeben werden. Auch hier scheint Siemens keine Zukunft zu sehen.

Es könnte natürlich auch so sein, dass bei Siemens die Zukunft immer im nächsten Quartal ist.

Ich habe in meinem Berufsleben immer versucht, Siemens Aufträge im Kraftwerksgeschäft wegzunehmen, aber das haben die Kollegen nicht verdient.

Die Schweiz als Vorbild

Die Schweiz gilt ja in Deutschland nicht so häufig als Vorbild.

Aber bei der Diskussion über die CO2-Steuer wird häufig auf die Schweiz verwiesen, die bereits vor Jahren erfolgreich eine CO2-Steuer eingeführt hat. Ich habe aber bisher nirgends etwas gelesen, welchen Effekt die Steuer auf die Emissionen hat.

Hier folgt die offizielle Schweizer Grafik:

Jetzt stellt sich die Frage, wann denn die Steuer eingeführt wurde. Kann man es an den Emissionen erkennen?

Die richtige Antwort lautet: 2008.

CO2-Steuer

Es gibt zwei wichtige Arten von Steuern: die Steuer auf Einkommen und die Steuer auf Verbrauch.

Die Spreizung bei den Einkommen ist in den meisten Ländern viel größer als die Spreizung beim Verbrauch.  Die Einkommensteuer trifft die Reichen mehr, die Verbrauchssteuern treffen die Armen mehr. Eine Steuer auf Lebensmittel trifft die Armen mehr, weil die Ausgaben für Lebensmittel bei ihnen relativ größer (zum Einkommen) sind.

Durch Steuern werden die Ausgaben für die Allgemeinheit finanziert.

Aber Steuern sollen auch genutzt werden, um das Verhalten bzw. den Verbrauch zu steuern.

Die Ökosteuer sollte diesen Effekt eigentlich haben. Die Vertreter schreiben jetzt, dass sie sehr erfolgreich sei. Sieht man es daran, dass der CO2-Ausstoss nicht genug gesunken ist?

Jetzt soll es die CO2-Steuer richten. Die Armen sollen die Steuer aber zurückerstattet bekommen. Für sie wird es also in der Summe nicht teurer, aber sie könnten Geld sparen.

Die Reichen trifft es auch nicht richtig, weil die Steuer so niedrig angesetzt werden soll, dass es den Reichen nichts ausmacht. So zu mindestens die Aussagen der zuständigen Ministerin.

Durch die CO2-Steuer sollen so Leute wie wir dazu gebracht werden, sich ein E-Auto und eine Wärmepumpe anzuschaffen.

Rechnen wir mal ein bisschen. Unsere Heizung stößt im Jahr 4 t CO2 aus. Die CO2-Steuer soll mit 20 Euro pro t anfangen. Andere fordern 50 Euro pro t. Auf uns kämen also Kosten von 80 bzw. 200 Euro im Jahr zu. Dies soll uns dazu bringen, eine Wärmepumpe zu installieren. Eine Wärmepumpe für unser Haus kostet ca. 10’000 Euro. Wenn ich die Wärmepumpe über einen Kredit finanziere, reicht die eingesparte CO2-Steuer nicht aus, um die Zinsen zu bezahlen. Dann muss der Staat den Kredit ohne Zinsen bereitstellen. Aber der Staat nimmt das Geld auf und zahlt dafür Zinsen, die er sich beim Steuerzahler holt.

Wie sieht es beim Auto aus? Dort stoßen wir 830 kg aus. Wie lange ich die CO2-Steuer von 16.6 bzw. 41.5 Euro beiseitelegen muss, um mir ein E-Auto leisten zu können, dies auszurechnen, erspare ich mir.