Archiv der Kategorie: Anekdote

Arroganz und Paranoia

Ich benutze seit Jahren regelmässig Skype (mit Video) und in all den Jahren ist es nicht einmal abgestürzt oder die Verbindung wurde unterbrochen.

In diesem Online-Semester benutzen wir eine andere Software und man fliegt öfter mal raus.

Die Universität sagt, dass sie aus Datenschutzgründen keine kommerzielle Software einsetzen kann.

Die gesamte Industrie weltweit benutzt Programme von Microsoft, SAP, Oracle etc. und sieht diese Probleme nicht.

Welchen Daten hat denn die Universität, die so streng geschützt werden müssen? Die personenbezogenen!! Die Universität hat von mir meinen Namen, meine Adresse und mein Alter, so wie überflüssigerweise meinen akademischen Grad. Wenn diese Daten irgendjemand bekannt werden, habe ich natürlich ein Problem.

In der Industrie haben hauptsächlich die Entwicklungsabteilungen Angst vor Datenklau. Meine Ex-Kollegen haben sich immer eingeschlossen, damit sie nicht von Siemens ausspioniert werden.

Ich habe mal jemanden gefragt, ob wir versuchen, Siemens auszuspionieren. Die Antwort war nein, denn was sollten wir denn von denen lernen. Wir sind eh besser. Die gleiche Antwort würde man vermutlich bei Siemens auch erhalten. Mischung aus Arroganz und Paranoia?

Kürzlich erzählte mir eine ältere Dame (Akademikerin), dass sie zu ihrem Entsetzen festgestellt habe, dass der Bankangestellte sich ihr Konto ansehen konnte, obwohl sie ihm ihre PIN nicht genannt hatte.

Ich habe ihr zu erklären versucht, dass die Bank schon wissen müsste, was auf den Konten passiere. Überzeugt habe ich sie nicht.

Datenschutz gilt übrigens nicht für Tote. Sobald man tot ist, dürfen alle Daten der Person veröffentlicht werden. Wie sollte ein Toter auch seine Zustimmung signalisieren? Daher fallen die personenbezogenen Daten auf Grabsteinen nicht unter den Datenschutz.

Mal hoch, mal niedrich

Gestern war die Reproduktionszahl (R-Zahl) bei bedrohlichen 1,15. Jetzt ist sie wieder bei 0,85.

Das erinnert mich an Manfred Krug.

Als die Telekom an die Börse ging, hatte er in einem Werbespot mitgemacht, indem für den Kauf der Telekom-Aktien geworben wurde. Nach dem Platzen der Blase verloren viele Leute Geld und haben sich darüber bei Manfred Krug beschwert.

Seine Antwort war:

„Manchmal steh’n die Aktien hoch,

und manchmal steh’n sie niedrich.

Ein Auf und Ab, grad wie beim Arsch vom alten Kaiser Friedrich.“

und noch ’n Gedicht

Der Erlkönig in Corona-Virus-Zeiten

Wer hamstert so spät bei Nacht und Wind?
Es ist der Deutsche, der wieder spinnt.
Er hat die Nudeln wohl in dem Arm
und Klopapier für seinen Darm!
Mein Sohn, was birgst Du so bang Dein Gesicht?
Siehst Vater, Du die Nachrichten nicht?
Die Pandemie von Corona, die naht!
Mein Sohn, Hygiene Dich bewahrt.
Bleib ruhig, bleibt besonnen, mein Kind!
Wenn beim Händewaschen sorgsam wir sind,
dann leiden wir alle auch keine Not-
also horte nicht Klopapier wie ein Idiot!

Harald Lehmkuhl (Leserbrief in den NWZ vom 21.3.2020)

Neue Sau gesucht

Mein Physiklehrer sagte einmal, dass er wegen einer einseitigen Lungenentzündung doch den Unterricht nicht ausfallen lässt. Ach ja, damals.

80% aller vom Corona-Virus betroffenen Menschen haben keine Symptome. 19.x% haben leichte Symptome (Kratzen im Hals etc.) Von diesem 19.x% sind sicherlich die Hälfte Männer. Bei leichten Symptomen gehen die wenigstens Männer zum Arzt.

Die Ausbreitung des Virus soll jetzt verhindert werden durch Quarantäne. Die 20% mit Symptomen kann man ja noch finden und in Quarantäne stecken. Aber wie findet man die 80% ohne Symptome? Auch wer keine Symptome hat, kann vermutlich den Virus verbreiten.  Wieso stellt eigentlich kein Journalist diese Frage?

In der Regionalpresse schrieb ein Arzt, dass der Virus gekommen sei, um zu bleiben.

Es werden jetzt Messen abgesagt, die Lufthansa hat die Hälfte der Flüge abgesagt, in Italien haben alle Schulen und Unis geschlossen, Fussballspiele und sonstige Grossveranstaltungen sollen verboten werden. Was macht man, wenn der Virus bleibt? Hebt man die Verbote wieder auf? Mit welcher Begründung?

75% der Bevölkerung ist nicht besorgt wegen dem Virus. Wir brauchen dringend eine andere Sau, die die Medien durch Dorf jagen können.

Verhagelt

Gestern hat es bei uns gehagelt.

Es kann vorkommen, dass es bei uns tagelang regnet. In St. Anton (Stanton sagen die Amerikaner) habe ich einmal erlebt, dass es tagelang geschneit hat.

Ich habe aber noch nie gehört, dass es tagelang hagelt. Immer nur kurze Schauer. Seltsam.

Da fällt ihr ein Witz aus meiner Jugend (also vorheriges Jahrhundert) ein.

Zwei Bauern unterhalten sich. „Ich habe jetzt eine Hagelversicherung abgeschlossen.“ „So, so, ist ja interessant.“ Es folgt ein längeres nachdenkliches Schweigen und Kratzen am Kopf. Dann: „Sach mal, wie machts Du denn Hagel?“

Das zunehmende Nichtsein…

Ich bin Gasthörer in Philosophie. In der letzten Woche haben wir für die ersten drei Sätze aus David Humes «Traktat über die menschliche Natur» 90 Minuten gebraucht. Man lernt wirklich Sätze sehr genau zu lesen.

Heute lese ich im Spiegel etwas von «zunehmenden Überflutungen unserer Städte». Grund für die zunehmenden Überflutungen ist der kommende Klimawandel.

Wenn etwas zunehmen soll, muss es zuerst existieren. Etwas das nicht existiert, kann nicht zunehmen.

Werden unsere Küstenstädte denn bereits regelmässig vom Meerwasser überflutet? Mir ist das nicht bekannt. Manchmal gibt es schwere Gewitter mit Starkregen, so dass das Wasser erstmal auf der Straße stehen bleibt. Aber das gab es auch zu meiner Jugend schon.

Die Erde ist flach! :)

Ob ich das behaupten wolle, hat mich ein Philosophie-Professor im letzten Semester gefragt, als ich bemerkte, dass man in der Naturwissenschaft nichts beweisen kann.

Durch Zufall bin ich darauf gestossen, dass in den Klimamodellen die Erde als eine flache Scheibe modelliert wird.

Im Vergleich zum Erdradius ist unsere Atmosphäre aber sehr dünn, so dass der Rechenfehler vermutlich nicht sehr groß ist. Im Vergleich zur unvermeidlichen Ungenauigkeit der Modelle fällt er wohl kaum ins Gewicht.