Archiv für den Monat: April 2022

Mogelpackung?

Die Regierung hat beschlossen, dass die EEG-Zulage demnächst abgeschafft wird.

Was ist die EEG-Zulage?

Es gibt zwei Mechanismen, die die EEG-Zulage erzeugen. Bevor die Auktionen für Solar- und Windkraftanlagen eingeführt wurden, erhielten alle Anlagen eine garantierte Vergütung. Die Bundesnetzagentur verkaufte den Strom an der Börse. Manchmal machte sie dabei Gewinn, aber meistens Verluste. Diese Verluste muss der Stromkunde durch die Zulage ersetzen.

Seitdem es Auktionen für neue Anlagen gibt, müssen die Betreiber ihren Strom selbst vermarkten. Wenn Sie dabei Verluste machen, werden Ihnen diese durch die sogenannte Marktprämie ersetzt. Wenn Sie Gewinne machen, dürfen sie diese Gewinne behalten.

In den letzten Jahren lag der Strompreis an der Börse in der Regel bei circa 5 Cent pro Kilowattstunde. Die garantierten Vergütungen lagen aber etwas darüber.

In den letzten Wochen bis Monate lag der Strompreis an der Börse aber bei ca. 20 Cent pro Kilowattstunde und dort wird der Strompreis nach aller Wahrscheinlichkeit auch bleiben.

Für die Bundesnetzagentur bedeutet dies, dass ihre Verluste immer geringer werden. Auch für die Betreiber der neueren Anlagen tritt der Fall, dass sie die Marktprämie erhalten, immer seltener ein.

Der gestiegene Preis an der Börse führt also dazu, dass die Zulage langsam verschwindet.

Dies bedeutet aber letzten Endes keine Entlastung für den Stromkunden, denn die Reduzierung der Zulage kommt dadurch zustande, dass die Strompreise steigen. Sollten trotzdem noch Zahlungen notwendig sein, so werden sie über Steuern finanziert.

Die Betreiber der Anlagen werden also in der Zukunft größere Einnahmen haben. Diese höheren Einnahmen kommen vom Stromkunden.

Honi soit qui mal y pense

Auf SPON war ein Artikel, dass Russland kein Gas mehr an Polen liefert. Es wird berichtet, dass Polens Gasspeicher zu 76% gefüllt sind und die deutschen Gasspeicher nur zu 30%.

Aber was bedeutet das in Wirklichkeit? Die entscheidende Größe ist „stock per annual consumption“. Das heißt wieviel Prozent des jährlichen Verbrauches ist in den Speichern.

Die polnischen 75% entsprechen 11% des Jahresverbrauch, die deutschen 33% entsprechen 8% des Jahresverbrauchs.

Das bedeutet aber auch, dass Polen nur 15% seines Jahresverbrauchs speichern kann. Deutschland hat Speicher für 24% seines Jahresverbrauchs.

Polen will seinen steigenden Erdgasbedarf künftig aus Norwegen, durch LNG und durch Einfuhr aus seinen Nachbarländern decken. Auch aus Deutschland soll das Gas kommen. Doch woher kommt dieses Erdgas ursprünglich? Es gibt eine direkte, kurze Leitung von der Nordstream 1 Pipeline zum Übergabepunkt nach Polen. Honi soit qui mal y pense!