Archiv für den Monat: Oktober 2020

Missglücktes Pfingstwunder?

Ich glaube(!!) vieles nicht, was ich lese und rechne gerne nochmal selbst nach. Heute habe ich zum ersten Mal die Corona-Zahlen vom Robert-Koch-Institut heruntergeladen und wollte selbst mal nachrechnen, ob es wirklich einen exponentiellen Anstieg gab oder ob es nur so aussah.

Die Daten gibt es hier.

Dabei ist mir etwas Seltsames aufgefallen. Am Freitag, den 31.7. gab es 9141 Corona-Tote und am Samstag waren es schon 7 mehr, nämlich 9148. Am Sonntag waren es dann wieder wie am Freitag 9141.

Obwohl Pfingsten dieses Jahr nicht auf den 2. August fiel, sind 7 Menschen wieder lebendig geworden. Aber es hat ihnen nichts genützt, denn am Montag sind wieder 7 gestorben, so dass die Zahl vom Samstag wieder erreicht wurde.

Schauen wir mal, was der Apostel Paulus uns dazu sagt und schauen in den Römerbrief, Kapitel 8, Vers 31 in der Übersetzung in heutigem Deutsch: «Was sollen wir noch weiter sagen?»

Das will ich hier nicht lesen!

Vor der Erfindung des Internets war es für die Zeitungen einfacher. Man hatte durch das Anzeigengeschäft eine permanente Einnahmequelle, die jetzt zum großen Teil weggefallen ist.

Dadurch spielt der Abonnent eine größere Rolle. Und da liegt das Problem. Der gemeine Leser möchte nämlich in «seiner» Zeitung lesen, was ihm gefällt. Was ihm aber besonders nicht gefällt, sind kritische Artikel über seine «Helden».

Einer dieser Helden ist Igor Levit, ein Pianist klassischer Musik. Auch das Geschäft der klassischen Musik funktioniert heute wie Popmusik. Junge Pianistinnen sehen heute alle wie Modells aus und müssen halbnackt am Klavier sitzen, wenn sie erfolgreich sein wollen. Klavierspielen müssen sie auch können, aber das allein reicht nicht.

Igor Levit ist ein Künstler, der sich sehr gut verkauft. Er hat Kontakte zu den wichtigen Journalisten. Wenn man ihn hören will, muss man seine CDs nicht kaufen. Einfach einen der deutschen Klassiksender einschalten und ein wenig warten.

Ausserdem setzt er sich für alle positiven Dinge wie Klimaschutz, Antirassismus, etc. ein, was man an seiner regen Twittertätigkeit erkennt.

Es gibt einen Musikwissenschaftler, ein wirklicher Experte, der ärgert sich darüber, dass Igor Levit so im Vordergrund steht, obwohl er kein anständiges Legato spielen könne und wirklich gute Pianisten im Hintergrund verschwinden. Daher hat der Musikkritiker einen Artikel in der Süddeutschen Zeitung publiziert. Musikkritiker können schon sehr zuschlagen (Eduard Hanslick über A. Bruckner: «traumverwirrter Katzenjammerstil»).

Der Artikel ist ein starker Verriss, der keine Mühe zur Ausgewogenheit erkennen lässt. Herr Levit war beleidigt, d.h. der Artikel hat seinen Zweck erfüllt.

Als der Artikel kritisiert wurde, stellte sich Süddeutsche Zeitung hinter ihren Autor. Das heisst nun nicht, dass sie den Inhalt teilt, aber sie meint, dass man so einen Artikel schreiben dürfe.

Dann setzte aber der normale «shitstorm» ein. Die Leser waren empört, so etwas in «ihrer» SZ zu lesen.

Einige Zwischen-den-Zeilen-Leser hatte auch gleich Spuren von Antisemitismus entdeckt.

Die SZ machte einen Rückzieher, entschuldigte sich bei Igor Levit und denkt darüber nach, wie so etwas in Zukunft verhindert werden kann. Erscheinen jetzt in der SZ nur noch Lobeshymnen über Igor Levitt?

Was macht man als Journalist, wenn einem der Leser «vorschreiben» will, was er lesen will?

Eine Zeitung braucht dann nur Journalisten, die das Weltbild ihrer Leser teilen. Willkommen in der Blase!

Nur her damit!

Kaum war die Karte mit möglichen Standorten für das nukleare Endlager erschienen, forderte die örtliche CDU, dass der Gemeinderat eine Resolution verabschieden solle, dass unsere Gemeinde auf keinen Fall in Frage käme wegen des Tourismus, der Landschaft und überhaupt.

Was das bringen soll, wenn alle Gemeinderäte solche Resolutionen abschicken, lassen wir mal offen.

Ich hätte einen anderen Vorschlag. Wir bieten uns als Standort an!

Damit könnte man die Suche um mehrere Jahre, wenn nicht Jahrzehnte abkürzen. Dadurch werden zig Millionen Euro gespart. Als Gegenleistung erhält die Gemeinde das eingesparte Geld. Der Staat erhält die Zeitersparnis.

Dann bauen wir uns ein grosses Schwimmbad, eine Eishalle, ein Velodrom, einen Konzertsaal, Bürgersteige aus Marmor oder was uns sonst noch gefällt.

Ergebnis: bei uns ist es noch schöner als es soundso schon ist und alle freuen sich, dass es uns gibt!

PS: aber auf mich hört ja wieder keiner.

Kannibalisierung

Das EEG-Gesetz soll auf die Schnelle geändert werden.

Dabei sind einige interessante Änderungen. 2030 sollen in Deutschland 8,4 GW in Biomasse-Anlagen installiert sein. Das ist eine Kehrtwende. Bisher sah es so aus, dass man den Eindruck haben konnte, dass sich die Erkenntnis durchgesetzt hat, dass die Biogasanlagen ein Irrweg sind. Es wurden in den letzten Jahren nur sehr wenig Biogasanlagen ausgeschrieben und ein Forschungsinstitut ging davon aus, dass die Biogasanlagen von 5 GW auf 1 GW zurückgehen würden.

 Der Maisanbau mit den entsprechenden Folgen wird also wohl noch zunehmen.

2030 soll 100 GW Photovoltaik installiert sein. Die Anlagen werden natürlich niemals 100 GW liefern, aber die Produktion kann häufig größer sein als der Bedarf, der vom Netz verarbeitet werden kann. Dann fällt der Preis und kann dann sogar negativ werden. Dies war aber für die Betreiber kein Problem, da ihr Einkommen unabhängig vom Verkaufspreis des Stromes war. Es gab eine Ausnahme. Wenn der Strompreis länger als 6 Stunden negativ ist, erhalten sie Betreiber nichts. Dies trat bisher immer häufiger auf und soll zu 10% Einnahmeausfall geführt haben. Im neuen Entwurf sollen die Betreiber sofort, wenn der Strompreis negativ wird, nichts mehr bekommen. Die Lobbyorganisationen sprechen von 20% Ausfall. Diese Betrachtung gilt natürlich auch für Windturbinenanlagen.

Je mehr EE-Anlagen in Betrieb gehen, desto wahrscheinlicher ist es, dass die Strompreise negativ sind.

Die Anlagen erhalten eine Vergütung, die für 20 Jahre festgeschrieben wird. Als Projektierer muss ich in meiner Kalkulation also berücksichtigen, wie häufig ich kein Geld für meinen Strom bekomme. Denn meine Kosten bleiben ja gleich und die muss ich auf die Stunden, in denen ich Geld bekomme, umlegen.

Zusätzlich weiss ich nicht, wie sich das Wetter in den nächsten 20 Jahren entwickelt. Wenn ich das Risiko einer Insolvenz nicht eingehen will, muss ich also Risikozuschläge machen. Ausser ich bin gar nicht der Investor und überlasse das Risiko meinen Investoren.

Je mehr Anlagen installiert werden, desto geringer sind die Stunden, in denen ich etwas verdiene und desto mehr muss ich in diesen Stunden verdienen. Das System kannibalisiert sich.

Aber dann ändern wir wieder das Gesetz. Es gäbe da einen Ausweg.

Inzwischen sind die Netzentgelte höher als die Stromgestehungskosten und sie steigen natürlich weiter, weil der Netzbau gerade erst begonnen hat. Deshalb kam man jetzt die Idee auf, dass ein Teil der Netzkosten aus Steuergeld bezahlt wird, dann steigt die EEG-Zulage nicht mehr so stark.

Man könnte auf die Idee kommen, dass man einen großen Teil der Stromkosten aus Steuergeld bezahlt.

Dann hätte Deutschland die niedrigsten Stromkosten auch bei größtem EE-Anteil.

Wilde Elefanten

Es gibt von Paul Watzlawick eine schöne Geschichte:

Ein Mann steht auf dem Marktplatz und klatscht alle 10 Sekunden in die Hände. Auf die Frage eines Passanten, warum er das mache, sagt er, dass er wilde Elefanten vertreibe. Aber er sehe keine wilden Elefanten entgegnet der Passant. Ich klatsche ja auch sagt der Mann.

Paul Watzlawick will damit zeigen, dass man, wenn man ein Problem falsch angeht, dieses nicht löst, sondern verewigt.

Wir tragen Masken im Supermarkt damit sich keiner ansteckt. Es hat sich aber noch keiner im Supermarkt angesteckt. Wir tragen ja auch Masken.

Wie lange noch? Bis ein Impfstoff da ist. Wirkt so ein Impfstoff 100%ig? 2017/2018 hat der Grippewirkstoff sehr gut gewirkt, sagt das Robert-Koch-Institut. Besser als sonst. Ein voller Erfolg. Und wieviel %. Hervorragende 15%.

Datenschutz

Ich wundere mich immer wieder wie besorgt manche Menschen sind, dass man an ihre Daten kommt.

Vielleicht hält es sich da jemand für wichtiger als er ist.

Ich wüsste nicht, was jemand mit meinen Daten anfangen sollte. Er könnte mir Werbung schicken, aber ich reagiere nicht auf Werbung.

In meiner früheren Firma war die Entwicklungsabteilung immer sehr besorgt, dass sie von der Konkurrenz ausspioniert wird.

Ich habe dann einmal gefragt, ob wir auch versuchen, die Konkurrenz auszuspionieren. Natürlich nicht.

Erstens machen wir so etwas Unanständiges nicht und zweitens gäbe es bei denen nichts auszuspionieren, weil wir soundso die Besten sind.

Folgerung: Bei der Konkurrenz arbeiten die Unanständigen und bei uns die Arroganten.