Archiv für den Monat: Juli 2020

Warum ich kein Flusswasser trinke…

Es gibt ein neues Argument gegen fossile Kraftwerke. Fossile Kraftwerke brauchen Wasser und Wasser wird durch den Klimawandel knapp. Der Universalgelehrte Harald Lesch brachte dieses Argument prompt in einer seiner Sendungen.

Und schon fängt das Durcheinander an. Im Windkraft-Journal heißt es zuerst, dass die Wassermengen zur Dampferzeugung gebraucht werden. Das ist Unsinn. Der Wasserkreislauf in einem fossilen Kraftwerk ist geschlossen und nur ein Bruchteil wird kontinuierlich ersetzt.

In nächsten Absatz heißt es dann, dass das Wasser zum Kühlen verbraucht wird.

Bei der Wasserkühlung fossiler Kraftwerke gibt es mehrere Möglichkeiten. Die mit 95% häufigste in Deutschland ist die Direktkühlung. Dabei wird Wasser aus Flüssen entnommen und um ca. 8 Grad aufgewärmt und dann wieder an den Fluss zurückgegeben. Da die Temperatur des zurückgegebenen Wassers begrenzt ist, kann im Sommer dies zu Beschränkungen beim Betrieb der Kraftwerke führen.

Die Temperatur des Flusses erhöht sich nach der Durchmischung kaum merklich.

Damit sind die fossilen Kraftwerke in Deutschland der größte Wasserverbraucher.

Was soll das eigentlich heißen, dass das Wasser verbraucht ist? Verbraucht ist etwas, wenn es für seinen ursprünglichen Gebrauch nicht mehr nutzbar ist. Für was wird das Flusswasser gebraucht. Es dient zur Schifffahrt. Diese ist offensichtlich nicht beeinträchtigt. Das Flusswasser versickert zum Teil und wird Grundwasser. Auch hier findet keine Beeinträchtigung statt. Fische haben Sex im Flusswasser (laut W. C. Fields). Auch dies scheint nicht beeinträchtigt zu werden.

Worin besteht also dieser schreckliche Wasserverbrauch?

4,5 Mrd. m3 Wasser werden in der EU auf diese Art «verbraucht». Was sagt uns diese Zahl? Natürlich nichts. Dies sind 140 m3/s. Dies entspricht ungefähr 2% der Wassermenge des Rhein. Die anderen 98% und das Wasser sämtlicher anderen Flüsse in der EU fließen «unverbraucht» in die Ozeane.

Wenn etwas knapp wird, dann ist es das Grundwasser und nicht das Flusswasser. Wenn man schon alles weiß, wie Herr Lesch dann sollte dies doch auch wissen.

Alles ist einmal vorbei, oder…

Wann ist die Pandemie vorbei?

Man könnte z. B. sagen, wenn alle Tests negativ sind. Hört sich vernünftig an. Zurzeit sind 0,6% aller Tests positiv. Wird also auf einem guten Weg!

Da war noch was mit falsch positiv. Bei jedem Test gibt es Test, die fälschlicherweise positiv sind, obwohl die Person negativ ist. Für die Corona-Tests schätzt man 0,3% bis 1%.

Da es also immer falsch positive Ergebnisse gibt, wenn man nur ausreichend viel testet, hört die Pandemie nach der vorgeschlagenen Methode nie auf.

Nach deutschem Recht hört die Pandemie auf, wenn der Bundestag das so entscheidet. Daher wahrscheinlich erst nach den Parlamentsferien.

Leerstellen

Man weiß heute noch nicht, wie die Corona-Lage im Winter sein wird. Aber es könnte ja noch einen Infizierten geben. Daher hat die Uni Oldenburg beschlossen, dass der Großteil der Veranstaltungen auch im nächsten Wintersemester online stattfinden wird. Da aber manche Wissenschaftler davon ausgehen, dass der Virus nie ganz verschwindet, könnte dieser Zustand ein Dauerzustand werden.

Die Uni möchte den Fachbereich Medizin ausbauen und plant dafür neue Gebäude. Das Land Niedersachsen hat jetzt verlauten lassen, dass die geforderten 142 Millionen Euro wegen der Corona-Krise leider nicht zur Verfügung stehen.

Wenn ich jetzt an der Uni vorbeifahre, sehe ich nur leere Gebäude.  Das hat mich auf einige Gedanken gebracht.

Für Dozenten gibt es keine Anwesenheitspflicht. Daher könnte man allen Dozenten (Ausnahmen müssen begründet werden) die Räume streichen. Arbeitsräume im Home Office können dann vermutlich sogar steuerlich geltend gemacht werden.

Da ein großer Teil der Räume während der vorlesungsfreien Zeit (= 6 Monate) leer steht, könnte man das Semester der Mediziner einfach um 3 Monate verschieben. Die Mediziner studieren dann einfach in der vorlesungsfreien Zeit. Dass diese Zeit gerade in den Sommerurlaub und die Ski-Ferien fällt, kann man wohl für ein paar Jahre akzeptieren.

Windige Argumentation

Die Betreiber von EE-Anlagen (Wind, Solar, Biogas) erhalten eine feste Einspeisevergütung für den erzeugten Strom von den Netzbetreibern. Diese verkaufen den Strom weiter und machen dabei in der Regel Verlust. Dieser Verlust (ca. 25 Mrd Euro / Jahr) wird als EEG-Abgabe an die Endverbraucher weitergegeben.

Kritiker bezeichnen das als Subvention. Befürworter argumentieren, dass Subventionen staatliche Zuwendungen seien und da die Abgabe von den Endverbrauchern bezahlt wird, werden Anlagen für erneuerbare Energien nicht subventioniert.

Die EEG-Zulage steigt von Jahr zu Jahr und das sieht nicht gut aus. Daher hat man jetzt ein Gesetz verabschiedet, dass die EEG-Abgabe reduziert wird. Das bedeutet nicht, dass die Betreiber weniger Geld bekommen. Die Reduktion wird durch Steuermittel ausgeglichen. Da die Steuermittel am Ende auch vom Endverbraucher aufgebracht werden müssen, ändert sich für diesen nicht sehr viel.

Nur jetzt haben die Befürworter ein Problem. Wie argumentieren sie jetzt, dass EE-Anlagen nicht subventioniert werden?

Man kann es sich sehr einfach machen und behaupten, dass es sich um Investitionen handelt und nicht um Subventionen. Aber diese Argumentation überzeugt wohl nur wenige.