Archiv für den Monat: Juni 2019

Steuerungsgewinner

Es gibt ein Sofortprogramm der Grünen zum Klimaschutz.

Dazu gehört auch eine CO2-Steuer, mit der wir zum klimafreundlicheren Verhalten gesteuert werden soll.

20 Euro pro Tonne CO2 werden fällig. Das bedeutet für uns bei 4 Tonnen CO2 pro Jahr eine Mehrbelastung von 160 Euro. Gleichzeitig wird aber die Stromsteuer (das ist die sogenannte Ökosteuer, mit der wir schon mal gesteuert werden sollten) abgeschafft. Das macht für uns 43 Euro Ersparnis.

Zusätzlich soll noch jeder von uns 100 Euro am Jahresende erhalten.

In der Summe macht das einen Gewinn von 83 Euro im Jahr.

Die Grünen zu wählen, ist für uns eine lohnende Investition.

Steuerungsproblem

Nach der klassischen Theorie des Staates hat der Staat die Aufgabe sich um die öffentlichen Güter (z.B. Infrastruktur, aber auch Sicherheit) zu kümmern. Ausserdem schützt er das Privateigentum.

Für ersteres braucht er Geld und dafür wurden die Steuern erfunden. Heute ist es hauptsächlich die Einkommenssteuer, die das Geld bringt. Die Einkommenssteuer ist eine verhältnismässig neue Steuer. Früher wurden z. B. Häuserbreiten besteuert. In den Niederlanden sind bis heute Gardinen weniger verbreitet, weil die angeblich früher besteuert wurden.

Steuern können aber auch zum Steuern benutzt werden und dies wird heute immer häufiger verlangt.

Wenn man besonders intelligent erscheinen will, dann sieht man vor, dass die neue Steuer keine Mehrkosten verursacht, weil eine andere Steuer erniedrigt wird. Es geht ja um das Steuern des Verhaltens und nicht darum, den «Leuten das Geld aus der Tasche zu ziehen».

Nehmen wir an das Produkt A wird besteuert und das Produkt B wird nicht besteuert. Die Menschen sollen aber möglichst nicht das Produkt B verbrauchen. Also erheben wir eine saftige Steuer (sonst wirkt es ja nicht) auf das Produkt B. Damit es keinen Aufschrei gibt, wird die Steuer auf das Produkt A abgeschafft.

Und siehe da: es wirkt. Ein voller Erfolg: Produkt B wird praktisch nicht mehr nachgefragt.

Nur jetzt kommt der Störenfried Finanzminister und beschwert sich, dass er jetzt weder Steuern auf das Produkt A noch auf das Produkt B bekommt. Nun dann führen wir eben die Steuer auf Produkt A wieder ein, aber dann ist das Geschrei gross.

Klima-Innovation

Die deutsche Bevölkerung ist gemäß Umfragen für den Klimaschutz, solange es nichts kostet. Höhere Strompreise werden nur von ca. 20% der Bevölkerung akzeptiert.

Die Dekarbonisierung Deutschland ist aber nicht für umsonst zu haben.

Die Grünen haben jetzt eine innovative Lösung gefunden. Man erstellt einen sogenannten Klimafond, aus dem alles finanziert wird. Der Fond wird einfach mit Schulden finanziert. Die Schulden müssen zwar auch von der Bevölkerung finanziert werden, aber das kann man so verschwommen machen, dass eine direkte Zuordnung zu steigenden Preisen kaum möglich ist. Ausserdem wird das Zurückzahlen über Generationen verteilt (oder eventuell wird nicht zurückgezahlt).

Donnerwetter

Ich habe etwas getan, was ich sonst selten mache: ich habe Nachrichten im Fernsehen geschaut. Danach kamen die Wetteraussichten. Um den Trend für die nächsten Tage darzustellen, wurde ein Diagramm gezeigt. Auf der X-Achse wurden die Tage dargestellt; auf der Y-Achse die Temperatur. Da ich kein passendes Bild im Internet gefunden habe, habe ich selbst eins entworfen.

So eine ähnliche Kurve haben sicher alle schon mal gesehen.

Aus der Kurve können wir entnehmen, dass am 21.6. 20°C erwartet werden und am nächsten Tag, dem 22.6. soll es 25°C werden. Am 24.6. können es sogar 37°C werden.

Nur was soll die Zeitachse bedeuten? Wann werden z. B. 22°C erreicht? Am Morgen des 22.06.?

Nimmt die Temperatur zwischen den Tagen (= nachts) nicht ab?

Eigentlich müssten nur Punkte an den einzelnen Tagen dargestellt werden. Die Verbindung der Punkte macht keinen Sinn, außer dass es etwas dramatischer aussieht.

Dürfen die das denn?

Die Demonstranten am Tagebau und vor der Konzernzentrale von RWE fordern den sofortigen Ausstieg aus der Kohleverbrennung.

Im Prinzip könnte man bei RWE in den Kraftwerken einfach auf den Knopf drücken und die Kraftwerke abschalten und manche Mitarbeiter bei RWE würden das gerne auch mal tun. Aber darf RWE das überhaupt?

Gemäss Energiewirtschaftsgesetz müsste RWE das Abschalten mindestens 12 Monate vorher bei der Bundesnetzagentur anmelden. Da aber ohne die Kohlekraftwerke die Versorgungssicherheit gefährdet ist, wird die Bundesnetzagentur dies nicht erlauben.

Die Demonstranten fordern also RWE zu Gesetzesverstössen auf.

Sie halten das für gerechtfertigt, weil sie glauben, dass die Existenz der Menschheit durch die Kohlekraftwerke gefährdet ist. Das behauptet aber kein seriöser Wissenschaftler.

Glauben darf man, Kraftwerke abschalten aber nur mit Genehmigung.