Archiv für den Monat: März 2019

Was soll der Leser sich dabei denken?

Im Spiegel ist ein Artikel mit Klimaforschern erschienen, in dem es heißt, dass es bei den Klimamodellen in den letzten 40 Jahren praktisch keine Fortschritte gegeben hat. Die Modelle sagen nicht mal aus, ob die Alpengletscher schmelzen werden oder zunehmen werden. Das Problem ist hauptsächlich die Wolken, die man schlecht modellieren kann. Vor 40 Jahren hieß es, dass sich die Erde bei einer Verdopplung des CO2 in der Luft erwärmt und zwar um irgendwas zwischen 1.5 und 4.5°C. Auch heute weiß man es noch nicht genauer.

Gleichzeitig gibt es einen Artikel, in dem es heißt, dass in naher Zukunft (wann ist das?) folgendes droht:

«Unbewohnbar heiße Millionenstädte, großflächig überflutete Küstenregionen (in denen Hunderte Millionen Menschen leben), katastrophal lange Dürreperioden, Wasserknappheit, Ernteausfälle, riesige Wald- und Buschbrände und als Folge all dessen Abermillionen an Klimaflüchtlingen. Alles auf einmal.”

Interessant wie jemand aus einer derart ungenauen Aussage so genaue Prognosen machen kann.

Politik der hohen Schornsteine

In den 60er Jahren kam die «Politik der hohen Schornsteine» auf. Wegen der zunehmenden Luftverschmutzung erhöhte man die Schornsteine und verteilte dadurch die Schadstoffe auf eine größere Fläche. Dadurch war die Konzentration der Schadstoffe geringer und die Belastung der Bevölkerung geringer.

Die Summe der emittierten Schadstoffe blieb natürlich gleich. Dies wurde von den Umweltschützern und den GRÜNEN hart kritisiert.

Seit einigen Jahren sind Holzöfen eine große Mode. Gleichzeitig sind die Schornsteine heute sehr niedrig.

Dies führt dazu, dass die Luft in vielen Orten wieder schlechter wird.

Jetzt kam die Forderung auf, dass künftig die Schornsteine höher sein sollen, damit sich die Schadstoffe besser verteilen.

Die Forderung kam vom grünen Umweltminister aus Baden-Württemberg.

Hoffnungslos

Bei der CO2-Debatte denken die meisten Menschen an die Stromerzeugung, obwohl die nur einen Teil der Emissionen ausmacht. Deshalb ist die erste Forderung auch häufig ein Kohleausstieg.

Im Jahr 2018 produzierte Deutschland 248 TWh Strom aus thermischen Kraftwerken (hauptsächlich aus Kohle und Erdgas).

Im gleichen Jahr stieg die Stromproduktion aus thermischen Kraftwerken in China um 320 TWh.

Selbst wenn in Deutschland durch Einsatz von viel Geld ein Ausstieg aus der Kohle und dem Erdgas durchgeführt würde, würde China dies in 9 Monaten kompensieren.

Brexit überall

Mein Vater hat mir den Rat gegeben, immer an den zweiten Schritt zu denken. Der erste Schritt sei in der Regel einfach, die Probleme starten mit dem zweiten Schritt.

Wenn die Briten diesen Rat beherzigt hätten, gäbe es wohl keinen Brexit.

Der Referentenentwurf für das neue Klimagesetz läuft in die gleiche Richtung.

Es werden im Entwurf nur die CO2-Einsparungsziele benannt, wer für die Einhaltung zuständig ist und dass die Ministerien bestraft werden, wenn er die Ziele nicht erreicht.

Wie die Ziele erreicht werden sollen (der zweite Schritt), wird mit keiner Silbe erwähnt.

Man ist sich allgemein einig, dass die Ziele für 2020 (d. i. nächstes Jahr) nicht erreicht werden.

Trotzdem stehen sie im Gesetzesentwurf.

Autonomes Parken

Heute heißt es in der Zeitung, dass autonomes Fahren keinen großen Beitrag zum Klimaschutz leistet.

Aber man erwartet eigentlich schon, dass der Verkehr weniger wird mit dem autonomen Fahren.

Ich fahre eigentlich nie mit dem Auto nach Oldenburg, weil ich keine Lust auf Parkplatzsuche habe. Aus irgendeinem Grund habe ich auch eine Abneigung gegen Parkhäuser.

Aber wenn mein Auto selbst fährt, könnte das anders aussehen.

Nehmen wir mal an, dass ich mit dem Auto zur Universität fahre. Da ich keine Lust zur Parkplatzsuche habe, lasse ich das Auto einfach 2 Stunden immer um den Block fahren. In den 2 Stunden schafft das Auto vielleicht 50 km. Da es natürlich ein E-Auto ist, verbraucht es dafür etwa 8 kWh. Die Kilowattstunde kostet heute etwa 30 Cent. Also entstehen mir Kosten von 2,40 Euro. Das ist vielleicht billiger als das Parkhaus. Außerdem erspart es mir den Fussweg zum Parkhaus.

Auf die Frage: «Wo fahren all die Autos hin?» heißt dann die Antwort: «Die fahren nirgends hin, die Parken autonom.»

Hartgesottene im Ruhestand

«Wir müssen Wissenschaftler bestärken, sich im öffentlichen Diskurs stärker einzubringen», sagt die Bundesforschungsministerin Anja Karliczek.

Warum sollten das Wissenschaftler tun? Der öffentliche Diskurs ist ja nicht gerade von sachlicher Argumentation geprägt. Wenn der Wissenschaftler mit seinen Ein- und Ansichten das vertritt, was die Politik, die Presse und die Öffentlichkeit gerne hören wollen, dann kann das für ihn sicherlich nützlich sein. Aber was hat die Öffentlichkeit davon?

Im Physikjournal berichteten vor einiger Zeit zwei Professoren, dass man ihnen nicht mehr zuhört, wenn sie etwas vortragen, was dem Publikum nicht gefällt. Eine argumentative Auseinandersetzung findet nicht statt.

Ich habe vor kurzem einiges über den österreichischen Physiker und Philosophen Ernst Mach gelesen. Er war und ist ein hochangesehener Mann (Machsches Prinzip, Mach-Zahl, Machscher Kegel, alles nach ihm benannt), aber er lehnte die Existenz von Atomen ab. «Haben Sie eins gesehen?», pflegte er Vertreter der Atomtheorie zu fragen.

Wie würde es ihm heute ergehen? Die Presse würde ihm zum «Atomleugner» ernennen, die Bundesregierung würde vor seinen Irrlehren warnen, Forschungsmittel bekäme er keine mehr und die Presse würde sein Privatleben durchsuchen.

Das ist nur was für hartgesottene Wissenschaftler im Ruhestand.

Erkenntnis oder Ergebnis

Ich habe irgendwo gelesen, dass es erkenntnisorientierte und ergebnisorientierte Umfragen gibt.

Das Institut für transformative Nachhaltigkeitsforschung (auf so einen Namen muss man erstmal kommen; vielleicht gibt es Programme, die solche Namen kreieren) hat eine Umfrage zur Energiewende gemacht und sogar das erhoffte Ergebnis, dass 90% der Bundesbürger die Energiewende unterstützen, erhalten. Das Ergebnis wird natürlich von den Journalisten mit der entsprechenden richtigen Haltung gefeiert.

Gleichzeitig sagen aber auch 70% der Bevölkerung, dass die Energiewende teuer sei.

Was meinen die Leute damit, dass sie dafür sind, aber dass es teuer ist? Da bietet sich doch ein Nachfragen an, z.B. ab welchen Kosten man nicht mehr für die Energiewende ist. Die Universität Stuttgart hat das gemacht. Bei ihrer Umfrage waren 94% für die Energiewende, aber diese Zustimmung schmolz auf 6%, wenn die Energiewende mehr als 100 Euro im Jahr kostet.

Das Institut für transformative Nachhaltigkeitsforschung hat aber nur gefragt, ob man moderate Preiserhöhungen akzeptiert. Was ist moderat? Die 2 Euro pro Monat, von denen J. Trittin mal sprach?

Aber warum soll man nachfragen, wenn man schon das erwünschte Ergebnis hat?