„Umfahren Sie den Bereich weiträumig…“

In Oldenburg erwartet die Sozialdezernentin im zweiten Quartal 2021 110‘000 Corona-Impfungen.

Wie groß ist der Aufwand? Da jeder Patient zweimal geimpft werden muss, sind 220‘000 Impfungen notwendig. Nach Presseberichten schafft ein Arzt 20 Impfungen pro Stunde. Es sind also 220‘000 / 20 = 11‘000 Arztstunden notwendig. Nehmen wir mal an, dass die Aktion nicht länger als ein Vierteljahr dauern soll. Ein Arzt schafft in 13 Wochen 13 * 40 = 520 Stunden. Es werden also 21 Ärzte benötigt.

Wenn wie geplant ein zentrales Impfzentrum eingerichtet wird, kommen dorthin mehr als 400 Personen pro Stunde. Da viele mit dem Auto kommen, wird es wohl sehr eng werden.

Aktualisierung: Nach neuesten Berichten soll jedes Impfzentrum 1500 Impfungen am Tag ausführen. Dann dauert die Aktion 5 oder 6 Monate, abhängig davon ob auch am Wochenende geimpft wird. Dafür kommen aber weniger als 200 Patienten pro Stunde vorbei.

Wie konnten wir es wagen…

Das folgende Diagramm zeigt die Todesfälle pro Woche in Deutschland in den letzten fünf Jahren. Es sind eigentlich nur einzelne Punkte. Die Linien sind nur da „to guide the eye“.

Es sind nur die ersten 42 Wochen gezeichnet. Welche Kurve gehört zum Corona-Jahr 2020?

Es ist die rote Kurve. Die Spitzen im Frühjahr sind bedingt durch Virus-Infektionen („Grippe“). Die Spitzen im Spätsommer gehören zu Hitzewellen.

Die graue Kurve war 2018. Wie konnten wir es wagen, 2018 eine derartige Zahl von Todesfällen zuzulassen, ohne Massnahmen zu ergreifen?

Wenn wir die Corona-Erfahrungen bereits 2017 gemacht hätten, was hätten wir dann 2018 getan? Einen Lockdown? Was machen wir bei der nächsten Epedemie, die so sicher kommt wie die Jahreszeiten?

Missglücktes Pfingstwunder?

Ich glaube(!!) vieles nicht, was ich lese und rechne gerne nochmal selbst nach. Heute habe ich zum ersten Mal die Corona-Zahlen vom Robert-Koch-Institut heruntergeladen und wollte selbst mal nachrechnen, ob es wirklich einen exponentiellen Anstieg gab oder ob es nur so aussah.

Die Daten gibt es hier.

Dabei ist mir etwas Seltsames aufgefallen. Am Freitag, den 31.7. gab es 9141 Corona-Tote und am Samstag waren es schon 7 mehr, nämlich 9148. Am Sonntag waren es dann wieder wie am Freitag 9141.

Obwohl Pfingsten dieses Jahr nicht auf den 2. August fiel, sind 7 Menschen wieder lebendig geworden. Aber es hat ihnen nichts genützt, denn am Montag sind wieder 7 gestorben, so dass die Zahl vom Samstag wieder erreicht wurde.

Schauen wir mal, was der Apostel Paulus uns dazu sagt und schauen in den Römerbrief, Kapitel 8, Vers 31 in der Übersetzung in heutigem Deutsch: «Was sollen wir noch weiter sagen?»

Das will ich hier nicht lesen!

Vor der Erfindung des Internets war es für die Zeitungen einfacher. Man hatte durch das Anzeigengeschäft eine permanente Einnahmequelle, die jetzt zum großen Teil weggefallen ist.

Dadurch spielt der Abonnent eine größere Rolle. Und da liegt das Problem. Der gemeine Leser möchte nämlich in «seiner» Zeitung lesen, was ihm gefällt. Was ihm aber besonders nicht gefällt, sind kritische Artikel über seine «Helden».

Einer dieser Helden ist Igor Levit, ein Pianist klassischer Musik. Auch das Geschäft der klassischen Musik funktioniert heute wie Popmusik. Junge Pianistinnen sehen heute alle wie Modells aus und müssen halbnackt am Klavier sitzen, wenn sie erfolgreich sein wollen. Klavierspielen müssen sie auch können, aber das allein reicht nicht.

Igor Levit ist ein Künstler, der sich sehr gut verkauft. Er hat Kontakte zu den wichtigen Journalisten. Wenn man ihn hören will, muss man seine CDs nicht kaufen. Einfach einen der deutschen Klassiksender einschalten und ein wenig warten.

Ausserdem setzt er sich für alle positiven Dinge wie Klimaschutz, Antirassismus, etc. ein, was man an seiner regen Twittertätigkeit erkennt.

Es gibt einen Musikwissenschaftler, ein wirklicher Experte, der ärgert sich darüber, dass Igor Levit so im Vordergrund steht, obwohl er kein anständiges Legato spielen könne und wirklich gute Pianisten im Hintergrund verschwinden. Daher hat der Musikkritiker einen Artikel in der Süddeutschen Zeitung publiziert. Musikkritiker können schon sehr zuschlagen (Eduard Hanslick über A. Bruckner: «traumverwirrter Katzenjammerstil»).

Der Artikel ist ein starker Verriss, der keine Mühe zur Ausgewogenheit erkennen lässt. Herr Levit war beleidigt, d.h. der Artikel hat seinen Zweck erfüllt.

Als der Artikel kritisiert wurde, stellte sich Süddeutsche Zeitung hinter ihren Autor. Das heisst nun nicht, dass sie den Inhalt teilt, aber sie meint, dass man so einen Artikel schreiben dürfe.

Dann setzte aber der normale «shitstorm» ein. Die Leser waren empört, so etwas in «ihrer» SZ zu lesen.

Einige Zwischen-den-Zeilen-Leser hatte auch gleich Spuren von Antisemitismus entdeckt.

Die SZ machte einen Rückzieher, entschuldigte sich bei Igor Levit und denkt darüber nach, wie so etwas in Zukunft verhindert werden kann. Erscheinen jetzt in der SZ nur noch Lobeshymnen über Igor Levitt?

Was macht man als Journalist, wenn einem der Leser «vorschreiben» will, was er lesen will?

Eine Zeitung braucht dann nur Journalisten, die das Weltbild ihrer Leser teilen. Willkommen in der Blase!

Nur her damit!

Kaum war die Karte mit möglichen Standorten für das nukleare Endlager erschienen, forderte die örtliche CDU, dass der Gemeinderat eine Resolution verabschieden solle, dass unsere Gemeinde auf keinen Fall in Frage käme wegen des Tourismus, der Landschaft und überhaupt.

Was das bringen soll, wenn alle Gemeinderäte solche Resolutionen abschicken, lassen wir mal offen.

Ich hätte einen anderen Vorschlag. Wir bieten uns als Standort an!

Damit könnte man die Suche um mehrere Jahre, wenn nicht Jahrzehnte abkürzen. Dadurch werden zig Millionen Euro gespart. Als Gegenleistung erhält die Gemeinde das eingesparte Geld. Der Staat erhält die Zeitersparnis.

Dann bauen wir uns ein grosses Schwimmbad, eine Eishalle, ein Velodrom, einen Konzertsaal, Bürgersteige aus Marmor oder was uns sonst noch gefällt.

Ergebnis: bei uns ist es noch schöner als es soundso schon ist und alle freuen sich, dass es uns gibt!

PS: aber auf mich hört ja wieder keiner.

Kannibalisierung

Das EEG-Gesetz soll auf die Schnelle geändert werden.

Dabei sind einige interessante Änderungen. 2030 sollen in Deutschland 8,4 GW in Biomasse-Anlagen installiert sein. Das ist eine Kehrtwende. Bisher sah es so aus, dass man den Eindruck haben konnte, dass sich die Erkenntnis durchgesetzt hat, dass die Biogasanlagen ein Irrweg sind. Es wurden in den letzten Jahren nur sehr wenig Biogasanlagen ausgeschrieben und ein Forschungsinstitut ging davon aus, dass die Biogasanlagen von 5 GW auf 1 GW zurückgehen würden.

 Der Maisanbau mit den entsprechenden Folgen wird also wohl noch zunehmen.

2030 soll 100 GW Photovoltaik installiert sein. Die Anlagen werden natürlich niemals 100 GW liefern, aber die Produktion kann häufig größer sein als der Bedarf, der vom Netz verarbeitet werden kann. Dann fällt der Preis und kann dann sogar negativ werden. Dies war aber für die Betreiber kein Problem, da ihr Einkommen unabhängig vom Verkaufspreis des Stromes war. Es gab eine Ausnahme. Wenn der Strompreis länger als 6 Stunden negativ ist, erhalten sie Betreiber nichts. Dies trat bisher immer häufiger auf und soll zu 10% Einnahmeausfall geführt haben. Im neuen Entwurf sollen die Betreiber sofort, wenn der Strompreis negativ wird, nichts mehr bekommen. Die Lobbyorganisationen sprechen von 20% Ausfall. Diese Betrachtung gilt natürlich auch für Windturbinenanlagen.

Je mehr EE-Anlagen in Betrieb gehen, desto wahrscheinlicher ist es, dass die Strompreise negativ sind.

Die Anlagen erhalten eine Vergütung, die für 20 Jahre festgeschrieben wird. Als Projektierer muss ich in meiner Kalkulation also berücksichtigen, wie häufig ich kein Geld für meinen Strom bekomme. Denn meine Kosten bleiben ja gleich und die muss ich auf die Stunden, in denen ich Geld bekomme, umlegen.

Zusätzlich weiss ich nicht, wie sich das Wetter in den nächsten 20 Jahren entwickelt. Wenn ich das Risiko einer Insolvenz nicht eingehen will, muss ich also Risikozuschläge machen. Ausser ich bin gar nicht der Investor und überlasse das Risiko meinen Investoren.

Je mehr Anlagen installiert werden, desto geringer sind die Stunden, in denen ich etwas verdiene und desto mehr muss ich in diesen Stunden verdienen. Das System kannibalisiert sich.

Aber dann ändern wir wieder das Gesetz. Es gäbe da einen Ausweg.

Inzwischen sind die Netzentgelte höher als die Stromgestehungskosten und sie steigen natürlich weiter, weil der Netzbau gerade erst begonnen hat. Deshalb kam man jetzt die Idee auf, dass ein Teil der Netzkosten aus Steuergeld bezahlt wird, dann steigt die EEG-Zulage nicht mehr so stark.

Man könnte auf die Idee kommen, dass man einen großen Teil der Stromkosten aus Steuergeld bezahlt.

Dann hätte Deutschland die niedrigsten Stromkosten auch bei größtem EE-Anteil.

Wilde Elefanten

Es gibt von Paul Watzlawick eine schöne Geschichte:

Ein Mann steht auf dem Marktplatz und klatscht alle 10 Sekunden in die Hände. Auf die Frage eines Passanten, warum er das mache, sagt er, dass er wilde Elefanten vertreibe. Aber er sehe keine wilden Elefanten entgegnet der Passant. Ich klatsche ja auch sagt der Mann.

Paul Watzlawick will damit zeigen, dass man, wenn man ein Problem falsch angeht, dieses nicht löst, sondern verewigt.

Wir tragen Masken im Supermarkt damit sich keiner ansteckt. Es hat sich aber noch keiner im Supermarkt angesteckt. Wir tragen ja auch Masken.

Wie lange noch? Bis ein Impfstoff da ist. Wirkt so ein Impfstoff 100%ig? 2017/2018 hat der Grippewirkstoff sehr gut gewirkt, sagt das Robert-Koch-Institut. Besser als sonst. Ein voller Erfolg. Und wieviel %. Hervorragende 15%.

Datenschutz

Ich wundere mich immer wieder wie besorgt manche Menschen sind, dass man an ihre Daten kommt.

Vielleicht hält es sich da jemand für wichtiger als er ist.

Ich wüsste nicht, was jemand mit meinen Daten anfangen sollte. Er könnte mir Werbung schicken, aber ich reagiere nicht auf Werbung.

In meiner früheren Firma war die Entwicklungsabteilung immer sehr besorgt, dass sie von der Konkurrenz ausspioniert wird.

Ich habe dann einmal gefragt, ob wir auch versuchen, die Konkurrenz auszuspionieren. Natürlich nicht.

Erstens machen wir so etwas Unanständiges nicht und zweitens gäbe es bei denen nichts auszuspionieren, weil wir soundso die Besten sind.

Folgerung: Bei der Konkurrenz arbeiten die Unanständigen und bei uns die Arroganten.

Warum ich kein Flusswasser trinke…

Es gibt ein neues Argument gegen fossile Kraftwerke. Fossile Kraftwerke brauchen Wasser und Wasser wird durch den Klimawandel knapp. Der Universalgelehrte Harald Lesch brachte dieses Argument prompt in einer seiner Sendungen.

Und schon fängt das Durcheinander an. Im Windkraft-Journal heißt es zuerst, dass die Wassermengen zur Dampferzeugung gebraucht werden. Das ist Unsinn. Der Wasserkreislauf in einem fossilen Kraftwerk ist geschlossen und nur ein Bruchteil wird kontinuierlich ersetzt.

In nächsten Absatz heißt es dann, dass das Wasser zum Kühlen verbraucht wird.

Bei der Wasserkühlung fossiler Kraftwerke gibt es mehrere Möglichkeiten. Die mit 95% häufigste in Deutschland ist die Direktkühlung. Dabei wird Wasser aus Flüssen entnommen und um ca. 8 Grad aufgewärmt und dann wieder an den Fluss zurückgegeben. Da die Temperatur des zurückgegebenen Wassers begrenzt ist, kann im Sommer dies zu Beschränkungen beim Betrieb der Kraftwerke führen.

Die Temperatur des Flusses erhöht sich nach der Durchmischung kaum merklich.

Damit sind die fossilen Kraftwerke in Deutschland der größte Wasserverbraucher.

Was soll das eigentlich heißen, dass das Wasser verbraucht ist? Verbraucht ist etwas, wenn es für seinen ursprünglichen Gebrauch nicht mehr nutzbar ist. Für was wird das Flusswasser gebraucht. Es dient zur Schifffahrt. Diese ist offensichtlich nicht beeinträchtigt. Das Flusswasser versickert zum Teil und wird Grundwasser. Auch hier findet keine Beeinträchtigung statt. Fische haben Sex im Flusswasser (laut W. C. Fields). Auch dies scheint nicht beeinträchtigt zu werden.

Worin besteht also dieser schreckliche Wasserverbrauch?

4,5 Mrd. m3 Wasser werden in der EU auf diese Art «verbraucht». Was sagt uns diese Zahl? Natürlich nichts. Dies sind 140 m3/s. Dies entspricht ungefähr 2% der Wassermenge des Rhein. Die anderen 98% und das Wasser sämtlicher anderen Flüsse in der EU fließen «unverbraucht» in die Ozeane.

Wenn etwas knapp wird, dann ist es das Grundwasser und nicht das Flusswasser. Wenn man schon alles weiß, wie Herr Lesch dann sollte dies doch auch wissen.