Windige Argumentation

Die Betreiber von EE-Anlagen (Wind, Solar, Biogas) erhalten eine feste Einspeisevergütung für den erzeugten Strom von den Netzbetreibern. Diese verkaufen den Strom weiter und machen dabei in der Regel Verlust. Dieser Verlust (ca. 25 Mrd Euro / Jahr) wird als EEG-Abgabe an die Endverbraucher weitergegeben.

Kritiker bezeichnen das als Subvention. Befürworter argumentieren, dass Subventionen staatliche Zuwendungen seien und da die Abgabe von den Endverbrauchern bezahlt wird, werden Anlagen für erneuerbare Energien nicht subventioniert.

Die EEG-Zulage steigt von Jahr zu Jahr und das sieht nicht gut aus. Daher hat man jetzt ein Gesetz verabschiedet, dass die EEG-Abgabe reduziert wird. Das bedeutet nicht, dass die Betreiber weniger Geld bekommen. Die Reduktion wird durch Steuermittel ausgeglichen. Da die Steuermittel am Ende auch vom Endverbraucher aufgebracht werden müssen, ändert sich für diesen nicht sehr viel.

Nur jetzt haben die Befürworter ein Problem. Wie argumentieren sie jetzt, dass EE-Anlagen nicht subventioniert werden?

Man kann es sich sehr einfach machen und behaupten, dass es sich um Investitionen handelt und nicht um Subventionen. Aber diese Argumentation überzeugt wohl nur wenige.

Geschäftsmodell Ladesäule

An unserem Bahnhof gibt es zwei Parkplätze mit Ladesäulen. Während des Tages sind diese Parkplätze wie fast alle Parkplätze belegt. Ich vermute, dass Pendler, die von den Dörfern kommen, bis zu uns fahren, ihr Auto parken und die letzten 15 Kilometer mit dem Zug fahren. Abends sind die Parkplätze zum größten Teil unbesetzt.

Was bedeutet das für den Betreiber der Ladesäulen, wenn zwei Autobesitzer dort 8 Stunden parken?

Die Batterien der Autos werden morgens wohl kaum vollständig leer sein. Nehmen wir mal an, dass 10 kWh (entspricht etwa 50 km Fahrstrecke) nachgeladen werden. Im Schnitt kostet eine kWh an der Ladesäule in Deutschland 0,45 Euro. Es wird als für 4,5 Euro pro Tag getankt.

Nehmen wir mal an, dass der Betreiber 10% Gewinn macht. Dann verdient er 0,45 Euro pro Tag («Kleinvieh macht auch Mist.»). Eine Ladesäule mit Installation kostet sicher 10’000 Euro. Damit hat sich die Ladesäule nach 10’000 / 0,45 = 22’000 Tagen = ca. 60 Jahren amortisiert.

Wenn Menschen zögern in Ladesäulen zu investierten, zeigt sich, dass wirtschaftlicher Sachverstand doch nicht so selten ist, wie man meint.

Das Modell, dass die Leute ihre Autos während der Arbeitszeit aufladen, scheint nicht zu funktionieren.

Wenig Wind und viel Sonne

Bei den Ausschreibungen der Bundesnetzagentur für Wind- und Sonnenenergie ist das Bild immer dasgleiche.

Bei der Windenergie sind die Volumen nur zu ca. 50% ausgeschöpft. Solaranlagen sind immer gewaltig überzeichnet.

Für beide gilt, dass die Preise schon seit geraumer Zeit nicht mehr fallen.

Von den Vertretern der Energiewende wird dauernd behauptet, dass die Kosten für Wind- und Solaranlagen permanent fallen. Wenn die Preise dagegen gleich bleiben, dann steigen offentsichtlich die Gewinne. Nur für wen?

Denn sie wissen nicht,…

Als Politiker hat man grob gesagt zwei Möglichkeiten:

  1. Man macht, was man für richtig hält. Beispiel: Gerhard Schröder

Dann erhält man den Vorwurf, dass man keine Rücksicht auf den Willen der Wähler nimmt.

  • Man hört auf das Volk und macht, was die Leute wollen. Beispiel: (häufig, nicht immer) Angela Merkel

Dann kommt der Vorwurf, dass man sein Fähnchen nach dem Wind dreht.

Egal was man macht, man muss sich von den Journalisten, Kabarettisten, etc. anpinkeln lassen und von Vollpfosten sogar bedrohen lassen.

Wenn ich meine berufliche Karriere mit der eines durchschnittlichen Politikers vergleiche, dann muss ich sagen, dass ich in der Industrie mehr verdient habe und ich mich von niemanden anpinkeln lassen musste, sondern immer respektvoll behandelt wurde.

Darum findet man in der Politik auch wenige Leute aus der Wirtschaft. Dann werden Entscheidungen wie der «Lockdown» gefällt, ohne dass man weiss, was man damit anrichtet.

Arroganz und Paranoia

Ich benutze seit Jahren regelmässig Skype (mit Video) und in all den Jahren ist es nicht einmal abgestürzt oder die Verbindung wurde unterbrochen.

In diesem Online-Semester benutzen wir eine andere Software und man fliegt öfter mal raus.

Die Universität sagt, dass sie aus Datenschutzgründen keine kommerzielle Software einsetzen kann.

Die gesamte Industrie weltweit benutzt Programme von Microsoft, SAP, Oracle etc. und sieht diese Probleme nicht.

Welchen Daten hat denn die Universität, die so streng geschützt werden müssen? Die personenbezogenen!! Die Universität hat von mir meinen Namen, meine Adresse und mein Alter, so wie überflüssigerweise meinen akademischen Grad. Wenn diese Daten irgendjemand bekannt werden, habe ich natürlich ein Problem.

In der Industrie haben hauptsächlich die Entwicklungsabteilungen Angst vor Datenklau. Meine Ex-Kollegen haben sich immer eingeschlossen, damit sie nicht von Siemens ausspioniert werden.

Ich habe mal jemanden gefragt, ob wir versuchen, Siemens auszuspionieren. Die Antwort war nein, denn was sollten wir denn von denen lernen. Wir sind eh besser. Die gleiche Antwort würde man vermutlich bei Siemens auch erhalten. Mischung aus Arroganz und Paranoia?

Kürzlich erzählte mir eine ältere Dame (Akademikerin), dass sie zu ihrem Entsetzen festgestellt habe, dass der Bankangestellte sich ihr Konto ansehen konnte, obwohl sie ihm ihre PIN nicht genannt hatte.

Ich habe ihr zu erklären versucht, dass die Bank schon wissen müsste, was auf den Konten passiere. Überzeugt habe ich sie nicht.

Datenschutz gilt übrigens nicht für Tote. Sobald man tot ist, dürfen alle Daten der Person veröffentlicht werden. Wie sollte ein Toter auch seine Zustimmung signalisieren? Daher fallen die personenbezogenen Daten auf Grabsteinen nicht unter den Datenschutz.

Home office

Menschen im Büro arbeiten unterschiedlich schnell. Besonders groß sind die Unterschiede, wenn Texte erstellt werden müssen. Es gibt noch viele die mit dem Zwei-Finger-Suchsystem arbeiten und auf ca. 40 Anschläge pro Minute kommen. Ich habe Ingenieure gesehen, die im gleichen Büro 4 bis 6mal schneller waren. Diese dürfen aber nicht früher nach Hause gehen. Sie bekommen einfach vom Chef mehr zugeteilt. Das stört keinen, da man ja soundso im Büro ist.

Beim Home Office (früher hieß das Heimarbeit) könnte es Probleme geben, wenn der eine Mitarbeiter schon mittags sein Pensum erledigt hat und der andere noch abends an der Arbeit sitzt.

Spätestens wenn die Kinder des zweiten ihn fragen, warum sein Kollege immer schon nachmittags im Schwimmbad ist und er nie Zeit für sie hat.

Sterbestreik?

Auf https://euromomo.eu werden die Sterbestatistiken vieler europäischer Staaten veröffentlicht. Jeden Donnerstag nachmittags werden die neuesten Daten gezeigt. Es kann im Nachhinein geringfügige Korrekturen geben, aber größere Korrekturen sind mir nicht aufgefallen.

Interessant sind die Zahlen für Frankreich und für andere Länder deutet sich eine ähnliche Entwicklung an. In der 14. KW starben in Frankreich 21.7% mehr Menschen als man erwartet hätte. Seitdem nimmt die Zahl wieder ab und ist für die letzte Woche bei erstaunlichen -8.8% angekommen.

Wie kann man das erklären? Eine Sterbestreik?

Das jetzt Menschen gestorben sind, die noch eine Lebenserwartung von 10 Jahren hatten, passt irgendwie nicht. Dann sollte das Defizit erst in 10 Jahren auftreten.

Hat Boris Palmer vielleicht doch recht?

Mal hoch, mal niedrich

Gestern war die Reproduktionszahl (R-Zahl) bei bedrohlichen 1,15. Jetzt ist sie wieder bei 0,85.

Das erinnert mich an Manfred Krug.

Als die Telekom an die Börse ging, hatte er in einem Werbespot mitgemacht, indem für den Kauf der Telekom-Aktien geworben wurde. Nach dem Platzen der Blase verloren viele Leute Geld und haben sich darüber bei Manfred Krug beschwert.

Seine Antwort war:

„Manchmal steh’n die Aktien hoch,

und manchmal steh’n sie niedrich.

Ein Auf und Ab, grad wie beim Arsch vom alten Kaiser Friedrich.“

Zurück in die Unmündigkeit

Ich habe als junger Mann während meines Zivildienstes im Krankenhaus etwa 75 Menschen sterben sehen. Ein junger Pfleger fand es deprimierend, dass man Ende alle unsere Patienten starben. Manche wurden natürlich als geheilt entlassen, aber irgendwann kamen sie mit der gleichen oder einer anderen Krankheit zurück und verliessen uns über die Leichenhalle.

Am liebsten würden die meisten Menschen sterben, indem ihr Herz einfach stehen bleibt ohne, dass sie vorher krank sind. Bei gesunden Menschen bleibt das Herz aber in der Regel nicht einfach stehen.

Die meisten von uns werden durch eine Krankheit sterben. Je älter man ist, desto harmloser kann die Krankheit sein. Wenn man schon geschwächt ist, dann haut einen eine leichte Erkältung eventuell aus den Latschen.

Menschen erwarten heute von den Medizinern Heilung ihrer Krankheiten. Das war nicht immer so. Früher war es die Aufgabe der Mediziner das Leiden zu lindern und das Sterben zu begleiten, nicht es zu verhindern. Es gibt keine endgültige Heilung. Die Ärzte verlieren immer, der Tod gewinnt immer.

Solange einzelne Menschen sterben, ist das auch akzeptiert. Kommt jemand bei einem Verkehrsunfall zu Tode, werden keine Forderungen an die Gesellschaft gestellt. Sterben 3000 Menschen im Jahr im Strassenverkehr, so ist das keine Nachricht. Sterben jedoch 30 gleichzeitig am selben Ort, dann ist das eine Nachricht und alle Welt stellt die unterschiedlichsten Forderungen, wie derartiges künftig verhindert werden kann. Der einzelne Mensch zählt nur als Teil der Masse.

Es sterben Menschen durch Alkohol und Tabak oder auch durch gefährliche Sportarten. Jedes Jahr kommen mehr als hundert Bergwanderer in den Alpen um.

Durch Unfälle oder Krankheiten zu sterben ist allgemeines Lebensrisiko.

Beim Corona-Virus gilt das alles nicht. Es gibt keine Begrenzungen der Kosten und möglichen Kollateralschäden. Ob Millionen Menschen zurück in Armut gestossen werden und dadurch früher sterben, darf nicht diskutiert werden.

Ich halte nichts von Globuli und anderem esoterischen Hokuspokus, sondern bin ein Anhänger der evidenzbasierten Medizin. Leider haben wir beim Corona-Virus und besonders bei den Massnahmen keine Evidenz ihrer Verhältnismässigkeit. Wir werden mit Zahlen überschwemmt, die zwar Angst machen, aber nichts Wichtiges aussagen.

Bei der Diskussion über das Stickoxid las man fast täglich von Verlust von Lebensjahren. Wieviel Lebensjahre haben wir denn durch den «Lockdown» gewonnen und wie hoch waren die Kosten pro gewonnenes Lebensjahr?

In Wilhelmshaven sind viele Geschäfte geschlossen und die 76’000 Einwohner laufen maskiert herum, obwohl es in der ganzen Stadt keinen einzigen bestätigten Infizierten gibt. Wieviel Nutzen bringt das und wieviel Schaden? Warum durfte man im Wald gehen, aber nicht laufen. Weil Gehen kein Sport ist! Segeln war erlaubt, aber das Benutzen des Steges, um die Boote zu Wasser zu lassen, war verboten. Statt in Portugal Urlaub zu machen, wird empfohlen nach Bayern zu fahren, obwohl dort die Ansteckungsgefahr viel höher ist. Wenn die Fussballer für ihre Geisterspiele 20’000 Test verbrauchen wollen, dann ist das unethisch, obwohl wir Hundertausende Tests haben, die wir nicht (ge)brauchen.

Die Demokratie braucht den mündigen Bürger heißt es. Braucht es den nur bei schönem Wetter oder auch in problematischen Zeiten? Dreiviertel der Bevölkerung hat innerlich die Hände an die Hosennaht gelegt und wartet darauf, von der Führung neue Befehle zu erhalten. Wir werden wie unmündige Kinder behandelt, die man zu Stubenarrest verdonnert.

Man könnte doch vom mündigen Bürger erwarten, dass er die Risiken verstehen kann und entsprechend handeln kann. Es würden zigtausende von kreativen Ideen entstehen, auf die ein Politiker oder Verwaltungsbeamter nie gekommen wäre. Natürlich würden sich einige nicht daran halten, aber das tun sie jetzt auch nicht.

Stattdessen soll der mündige Bürger das tun, was ihm die Experten raten. Diese Experten gibt es aber nicht. Ein beamteter Virologe ohne wirtschaftliches Risiko ist kein Experte für die wirtschaftlichen und sozialen Schäden, die er mit seinen Ratschlägen auslöst. Der Experte weiss vielleicht wie viel andere ein Infizierter ansteckt, aber wie viel Arbeitslose ein Infizierte erzeugt, weiss er nicht.

Eine Herrschaft der Experten (in diesem Fall der Philosophen) hat schon Platon in seiner Politeia gefordert. Sir Karl Popper hat ihn deshalb als Prä-Faschisten bezeichnet («Die offene Gesellschaft und ihre Feinde»).

Unser Ort lebt von den Baumschulen und dem Tourismus. Wenn die Massnahmen bis zum Herbst weitergeführt werden, dann ist das hier eine Geisterstadt.

In der Regionalzeitung steht nur noch etwas über das Virus und Rückblicke auf das Ende des zweiten Weltkriegs. Worüber sollte man denn noch berichten? Das gesellschaftliche Leben findet nicht mehr statt. Das Leben besteht nur noch aus Home-Office und Fernsehen und dort es immer nur um das Virus, ohne dass man etwas Neues erfährt.

Unser Landkreis hat ca. 120’000 Einwohner. Vier alte Menschen sind gestorben durch den Virus. Alle hatten schwere Krankheiten. Bei einem hatte der Arzt festgestellt, dass der Mann an seiner Krankheit gestorben ist. Daher waren es zunächst nur drei Tote. Da man aber bei ihm den Virus gefunden hat, zählt er auch als Virustoter.

Noch etwas Absurdes zum Abschluss: Meine Schwester wurde negativ getestet. Was weiss sie jetzt? Dass sie zum Zeitpunkt des Tests nicht infiziert war, aber ob sie nicht beim Rausgehen durch die nächste Person oder danach im Supermarkt infiziert wurde, weiss sie nicht.

Noch einen: die Todesfallstatistik in Deutschland ist kaum brauchbar, weil das Todesdatum aus Datenschutzgründen nicht weitergegeben werden darf. Wie wäre es mit Masken für die Grabsteine?