Krankenkasse

Solange man nur eine schweizerische Rente bekommt, ist man im Prinzip in der Schweiz versicherungspflichtig. Die schweizerische Krankenkasse stellt einem dann ein Formular aus (E112 oder S2) mit dem man zu einer deutschen Krankenkasse geht und man wird dann so behandelt, als wäre man bei der deutschen Krankenkasse versichert. Nicht alle schweizerischen Krankenkasse bieten diese Policen an.

Man hat das Recht sich von der schweizerischen Krankenversicherung befreien zu lassen. Dazu muss man die Bestätigung einer deutschen Krankenkasse besitzen, dass man von ihr aufgenommen werden wird. Dann stellt man bei der Gemeinsamen Einrichtung KVG in Solothurn einen Antrag auf Befreiung (www.kvg.org). Diese Einrichtung arbeitet für mehrere Kantone. Ob der eigene dabei ist, muss man überprüfen. Am besten anrufen und fragen. Nachdem man die Schweiz verlassen hat, hat man 3 Monate Zeit diesen Antrag zu stellen. Die eigene Versicherung kann man einfach kündigen, auch kurzfristig.

Für die Prämien ist es nur wichtig, ob die Altersrente der Pensionskasse eine Rente ist oder ein Versorgungsbezug. Da die Pensionskasse an die Firma angegliedert ist, wird in Deutschland manchmal die Ansicht vertreten, dass es sich um so eine Art Betriebsrente handelt.

Das Bundessozialgericht ist in zwei Urteilen (Aktenzeichen B 12 KR 3/15 und B12 KR 22/14 R) vom 30. November 2016 zu einem gegenteiligen Ergebnis gekommen. Gemäß diesen Urteilen sind Bezüge aus den schweizerischen Pensionskassen eine der Rente aus der gesetzlichen Rentenversicherung vergleichbare Rente aus dem Ausland gemäß § 228 Satz 2 SGB V und kein Versorgungsbezug gemäß § 229 Abs. 1 Satz 1 Nr. 5 und Satz 2 SGB V. Entsprechend ist der reduzierte Satz bei der Beitragsberechnung zu berücksichtigen. Meine Krankenkasse akzeptierte dies erst nach langem Schriftverkehr.

Man zahlt 7.3% für die Krankenkassen, 1% für einen Zusatzbeitrag und als Kinderloser 2.8% für die Pflegeversicherung. Es wird aber nur das Einkommen bis zur Bemessungsgrenze berücksichtigt (2017: 4350 Euro). Der Höchstbetrag ist daher 495.79 Euro.

Je nach Einkommen oder Familienstand (in Deutschland gibt es keine Kopfprämie) kann es daher günstiger sein in der schweizerischen Krankenkasse zu bleiben.

Autor: Henning

Ich bin in Ostfriesland geboren, habe in Oldenburg Abitur gemacht, in Braunschweig Physik studiert und nach Zwischenstationen in Berlin und Mannheim von 1996 bis 2016 in der Schweiz als Projektleiter im technischen Verkauf gearbeitet.

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