Zulassung des PKWs in Deutschland

Bevor man zur Zulassungsstelle fährt, muss man zwei Dinge erledigen. Erstens braucht man eine Hauptuntersuchung (HU) des Autos beim TÜV oder DEKRA. Dies kostet ca. 90 Euro. Eine Anmeldung beim TÜV war nicht notwendig. Nach ca. 1 Stunde war alles erledigt.

Zweitens braucht man einen Versicherungsschutz. Man sucht sich eine Versicherung aus. Man sollte die Versicherung fragen, ob sie die schadensfreien Jahre in der Schweiz anerkennt. Dies machen angeblich nicht alle. Der Versicherungsmensch wird dann im Internet eine Nummer lösen und einem eine Bescheinigung geben. Der eigentliche Versicherungsvertrag wird erst unterschrieben, wenn das Auto zugelassen ist.

Mit den Zollpapieren, der Versicherungsbescheinigung und dem TÜV-Dokument marschiert man dann zur Zulassungsstelle. Man schraubt vorher seine schweizerischen Nummernschilder ab und bringt sie mit. In Deutschland ist man der Eigentümer seiner Nummernschilder, in der Schweiz gehören sie dem Kanton. Die Zulassungsstelle will die Schilder üblicherweise behalten. Die Schweizer wollen, dass sie per eingeschriebenen Brief zurückgeschickt werden. Das Strassenverkehrsamt des Kanton Aargaus akzeptierte, dass die Schilder in Deutschland vernichtet wurden, verlangten aber eine schriftliche Bestätigung der deutschen Zulassungsstelle. Hierzu haben sie sogar den genauen Text vorgegeben: «Kennzeichen AG 123456 eingezogen und vernichtet am ….». Dies ist wohl die einfachste und billigste Lösung. Man erhält dann von der Zulassungsstelle neue Zulassungspapiere für das Auto. Neue Nummernschilde kauft man dann direkt in einem Geschäft (häufig direkt bei der Zulassungsbehörde). Am besten kauft man auch neue Halterungen, da die Nummernschilder in Deutschland vorne und hinten gleich gross sind, was in der Schweiz nicht immer der Fall ist. Wenn das schweizerische Strassenverkehrsamt die Vernichtung der Nummernschilder akzeptiert hat, erhält man zu viel gezahlte Steuern zurück. Das Strassenverkehrsamt meldet der schweizerischen Versicherung, dass das Auto in der Schweiz abgemeldet ist. Jetzt kann man von der Versicherung eine Bescheinigung über die schadensfreien Jahre anfordern und bei der deutschen Versicherung einreichen.

Bei der Zulassungsstelle muss man ein Lastschriftformular ausfüllen. Ein deutsches Bankkonto sollte man also schon haben. Jetzt hat man ja schon die KFZ-Steuer an der Grenze für ein Jahr bezahlt. Trotzdem erhält man nach einigen Tagen vom Hauptzollamt eine Rechnung für die KFZ-Steuer. Das zuständige Hauptzollamt muss nicht das nächstgelegene sein. Für Niedersachsen ist das Hauptzollamt Itzehoe in Schleswig-Holstein zuständig. An dieses Hauptzollamt schickt man jetzt die Steuerkarte, die man am Zoll bei der Einfuhr erhalten hat mit der Angabe des neuen deutschen Kennzeichens und seiner Bankverbindung und verlangt seine Steuern zurück.

Autor: Henning

Ich bin in Ostfriesland geboren, habe in Oldenburg Abitur gemacht, in Braunschweig Physik studiert und nach Zwischenstationen in Berlin und Mannheim von 1996 bis 2016 in der Schweiz als Projektleiter im technischen Verkauf gearbeitet.

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